Calenberger Autorenkreis

      

Archiv 2012


Mit einem großen Drang nach Freiheit

Inge Hübner hat die bedeutende Lyrikerin Annette von Droste-Hülshoff in der Elzer Stadtbücherei näher vorgestellt

ELZE - Frühgeboren, kränklich, sensibel, zart, hochintelligent, gebildet – und gefangen in ihrer Rolle als Frau und als Adlige in ihrer Zeit:
Annette von Droste-Hülshoff, eine der bedeutendsten deutschen Lyrikerinnen. Über ihr Leben und Werk hat jetzt Inge Hübner vom „Calenberger Autorenkreis“ in der Stadtbücherei Elze referiert.

Einführend sprach Friedrich Pape im Namen des „Calenberger Autorenkreises“ und stellte die Gruppe kurz vor. Zurzeit neun Autoren würden sich monatlich in Ronnenberg treffen, um ihre Arbeiten zu diskutieren. Daneben haben es sich die Autoren zur Aufgabe gemacht, Dichter der Weltliteratur einem Publikum näherzubringen - und bisher über 40 Vorträge ausgearbeitet. Auch haben sie szenische Lesungen einzelner Werke aufgeführt. Nähere Information dazu gibt es bei Friedrich Pape unter 05109/3816 oder im Internet unter: www.calenberger-autorenkreis.de

Generationen von Schülern quälten sich durch die Lektüre der „Droste-Hülshoff“ („Die Judenbuche, „Der Knabe im Moor“), und mancher Leser hat die Nase gerümpft und die Einladung zur Lesung freundlich abgelehnt, eben wegen der unangenehmen Erinnerung daran:

„Das mussten wir doch schon in der Schule lesen…“.
Schade, denn es lohnt wirklich, sich von dieser Erinnerung frei zu machen und sich dem Lebenswerk dieser Frau zu öffnen.

„Wär ich ein Jäger auf freier Flur, ein Stück nur von einem Soldaten. Wär` ich ein Mann doch mindestens nur, so würde der Himmel mir raten; nun muß ich sitzen so fein und klar, gleich einem artigen Kinde, und darf nur heimlich lösen mein Haar, und lassen es flattern im Winde!“

(aus: „Am Turme“, entstanden 1841/42) schrieb Annette v. Droste-Hülshoff mit 44 Jahren, rund sechs Jahre vor ihrem Tod. Die Zeilen zeugen von ihrem Drang nach Freiheit, der einer Frau in der damaligen Zeit nicht zugestanden wurde. Wegen dieses Dranges hatte sie viel Ablehnung erlitten.

Vom Wesen her war sie nicht angepasst, war geprägt durch eine innere Unruhe, hysterisch, wie man es nannte. Sie war ein wildes Kind mit einer überbordenden Phantasie, fing als Kind an zu schreiben. Die Mutter verbot die frühe Veröffentlichung ihrer Gedichte. Das zieme sich nicht für ein Fräulein ihres Standes, war sie der Meinung. Die Dichterin blieb ledig nach zwei enttäuschenden Beziehungen, die ihr Leben tief prägten. 

Als junge Frau verbrachte sie viel Zeit bei ihren Verwandten auf Schloss Bökenhof, erlebte dort durch eine Intrige die erste große Liebesenttäuschung und mied daraufhin den Ort für viele Jahre.

Sie reiste gerne, komponierte eine Oper, schrieb Theaterstücke, war sehr gläubig. Pflegte ihren todkranken Bruder, machte die Bekanntschaft vieler bedeutender Menschen ihrer Zeit, war nicht unkompliziert und erfuhr dadurch mancherlei Kritik. 

Zuflucht fand sie schließlich auf Schloss Meersburg, dem Wohnsitz ihrer Schwester und ihres Schwagers.

Hier erlebte sie einen wahren Schaffensrausch. Fand eine neue Liebe in dem jungen Dichter Levin Schücking, verlor ihn wieder und litt unendlich darunter. In Meersburg starb sie schließlich auch mit 51 Jahren im Mai 1848.

Allgemein bekannt wurden sie erst nach ihrem Tod unter anderem durch Nachrufe zweier Freunde. Im Jahr 1878 erschien eine erste Gesamtausgabe ihrer Dichtung.

Inge Hübner führte gekonnt und intensiv durch das Leben der Droste-Hülshoff, trug zu jedem Lebensabschnitt ein Gedicht oder eine Strophe vor, zeigte auf, wie vielschichtig das Wesen und der Intellekt dieser Frau war. Die Zuhörer folgten ihren Ausführungen konzentriert. Durch das Wissen um ihren Lebenshintergrund erschließen sich dem Leser die Texte neu. Werke über und von Annette von Droste-Hülshoff können in der Stadtbücherei Elze entliehen werden. -uc

[Text und Fotos: Ulrike Corcillius, Leine Deister Zeitung 20.11.2012]

Inge Hübner vom Calenberger Autorenkreis in der Stadtbücherei Elze

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Lesertreff“ referierte am Donnerstag, den 15.11.2012, Inge Hübner über Leben und lyrisches Werk von Annette von Droste-Hülshoff, deren Gesicht wir vom alten 20-DM-Schein her kennen.

Nahezu 30 Zuhörerinnen und Zuhörer auch aus dem Bereich Coppenbrügge und fast bis Hameln hin waren der Einladung zu dieser Lesung gefolgt und wurden nicht enttäuscht. Dieser erste Vortrag des Calenberger Autorenkreises über die Großen der Weltliteratur war sieben Mal in der Tageszeitung angekündigt worden, wofür man die Mitarbeiter von Bücherei und Redaktion nicht genug loben kann!

Den meisten der Gäste war „die Droste“ (1797 – 1848) aus ihrer eigenen Schulzeit durch Gedichte wie „Der Knabe im Moor“ oder die Novelle „Die Judenbuche“ in Erinnerung. Nun konnten sie durch Inge Hübner neben weiteren Gedichten vor allem etwas über das Leben und das Schicksal der westfälischen Dichterin erfahren, die auch viele Jahre auf Schloss Meersburg am Bodensee gelebt und gedichtet hat.

Wie angetan ihre Zuhörer vom Vortrag waren, konnte Inge Hübner an dem Applaus zwischendurch und am Ende und daran ermessen, wie viele vor allem der weiblichen Gäste mit ihr anschließend eine längere Diskussion über das Gehörte suchten.

Ulrike Corcilius von der Stadtbücherei Elze

Friedrich Pape vom Calenberger Autorenkreis stellt die Arbeit dieses Kreises vor.

[Fotos: Wolfgang Nieschalk]
/Wolfgang Nieschalk]



Die Calenberger Autoren  stellten Robert Gernhardt vor

Linderte. Am 11. November war der Calenberger Autorenkreis zum sechsten Mal in diesem Jahr beim Historischen Verein Linderte zu Gast.

In eindringlicher Weise sprach einer der Calenberger Autoren vor fast fünfzig interessierten Gästen über den Schriftsteller und Maler Robert Gernhardt. Dabei hatte er seinen Vortrag in zehn Abschnitte gegliedert, um den Hörern eine umfassende Übersicht über Leben und Werk des Dichters zu bieten.

Wie nahe sich der Vortragende dem Dichter fühlt, kam in dem Kapitel "Gernhardt und ich" zum Ausdruck.

Die ausgewählten Gedichte wurden vom Publikum heiter aber auch nachdenklich aufgenommen.


[Text: Friedrich Pape]

[Fotos: Wolfgang Nieschalk]



Die Calenberger Autoren stellen Eva Strittmatter vor

Am Sonntag, den 21.10.12, las ein Mitglied des Calenberger Autorenkreises im Kunstkreis Laatzen vor 20 Zuhörern aus dem Leben und Werk Eva Strittmatters. Selbst nicht zur schreibenden Zunft gehörend,  berichtete sie für den Calenberger Autorenkreis über eine begnadete Lyrikerin deutscher Sprache, die sich erst spät aus dem Schatten ihres Mannes, des in der DDR anerkannten und preisgekrönten Schriftstellers Erwin Strittmatter, befreien konnte.

Sie musste ganz einfach schreiben, musste, wo sie ging und stand, die Gedanken festhalten, die sich ihr aufdrängten, die aus ihr geboren werden wollten, und damit den mühsamen und leidvollen Weg der Emanzipation von einem übermächtigen und treulosen Egomanen vorantreiben. Diese innere Auseinandersetzung überdauerte auch den Tod des um 18 Jahre Älteren und war ihr ein Thema bis zu ihrem eigenen Ende.

Eva Strittmatter schrieb in einer einfachen, klaren Sprache, die für jeden Menschen verständlich ist und gerade in dieser Schlichtheit eine bewundernswerte Dichte der Bilder schafft. Die atemlose Stille und Konzentration der Zuhörer, die Gabriele Roses wie immer in Ruhe und Gelassenheit vorgetragenen Worten lauschten, konnten dies nur unterstreichen.

Herzlicher Applaus und angeregte Gespräche nach dem Vortrag waren Dank und Anerkennung für die sorgfältige und arbeitsintensive Erarbeitung und einen anregenden und beeindruckenden Vortrag.



Szenische Lesung des Calenberger Autorenkreises in Linderte

16.09.2012


Romulus beim "Morgenessen"
"In Germanien trägt man Hosen"
V.l.: J. Hartung, W. Nieschalk, H. Malz, G. Rose, K. Rose, F. Pape (Cäsar Rupf, Hosenfabrikant aus Germanien), S. Kipp, B. Hildebrand (Rea, Tochter des Kaisers),
U. Köster und die Hühner, Lieblinge des Kaisers
Romulus
Der verletzte Reiterpräfekt wird verbunden


Auch die 4. Szenische Lesung nach Dürrenmatts „Romulus der Große“ war wieder ein voller Erfolg: Trotz strahlenden Spätsommerwetters waren über 50 Zuschauer in die Heimatstube Linderte gekommen, um die die Komödie über die letzten Tage des Römischen Imperiums zu erleben. Unter der Spielleitung von Jörg Hartung wirkten neun Personen voller Spielfreude an der Aufführung mit, nachdem zuvor Friedrich Pape über Dürrenmatts Leben und Werk berichtet und Jörg Hartung eine kurze Einführung in das Stück gegeben hatten.

Neben den beiden Genannten waren dies: Harald Malz, Gabi Rose, Birgit Hildebrand, Uwe Köster, Susanne Kipp, Wolfgang Nieschalk und Karlfried Rose.

Was macht man mit einem Kaiser, der amtsmüde geworden und absolut dazu entschlossen ist, sich von den siegreichen Germanen töten zu lassen, und einem germanischen Fürsten, der den Krieg eigentlich verabscheut und sich deshalb mit seinem ganzen Volk dem römischen Imperator unterwerfen will, aber schnöde abgewiesen wird. Darum dreht sich, auf einen kurzen Nenner gebracht, die Handlung dieses Stückes, das zwar auch lustige Szenen kennt und unterhalten will, aber außerdem den Zuschauern manches Bittere und Nachdenkliche zumutet. Im Stück endet das Ganze unblutig: Der Kaiser wird aufs Altenteil geschickt, und der Fürst der Germanen, Odoaker, muss in den sauren Apfel beißen und König von Italien werden.

Die Freude, die die Mitwirkenden schon bei den Proben erlebt hatten, begleitete auch die Aufführung und teilte sich den Zuschauern mit, die begeistert mitgingen, sich auch über kleine Pannen köstlich amüsierten und zum Schluss überhaupt nicht mit Beifall geizten sondern herzlich applaudierten.

Am 11.11. diesen Jahres, aber nicht um 11.11 Uhr sondern wie üblich um 17.00 Uhr setzt Harald Malz (Springe) die Reihe „Kultur vor Ort“ des Calenberger Autorenkreises fort: Als Gast des Historischen Vereins Linderte liest er dann über Leben und Werk des 2006 verstorbenen deutschen Schriftstellers, Zeichners und Malers Robert Gernhardt.



Der letzte Kaiser von Rom Romulus (H. Malz) Mares, sein Kriegsminister (U. Köster) Julia, die Kaiserin (G. Rose)
Romulus der GroßeTullius Rotundus, sein Innenminister (S. Kipp)
Romulus der Große Odoaker, Fürst der Germanen (K. Rose)
Achilles, der Kammerdiener des Kaiers (J. Hartung), Romulus der Große, Spurius Titus Mamma, Reiterpräfekt (W. Nieschalk)

[Fotos: Wolfgang Nieschalk]
[Siehe auch Bericht: Calenberger Zeitung 28.09.2012 Seite 12]



14. Lesung eigener Werke des Calenberger Autorenkreises in der RvB-Gedächtnis-Bibliothek im Bennigser Bahnhof

 07.09.2012

„Nur gut, dass nicht auch die noch gekommen sind, die heute verhindert oder verreist sind. Sonst wären wir aus allen Nähten geplatzt!“. Dieser Stoßseufzer klang wohl eher hocherfreut als beunruhigt oder erschreckt, denn mit rund 40 Zuhörern waren alle Plätze in der Bücherei besetzt – so wie in den voran-gegangenen Lesungen des Calenberger Autorenkreises.

Margrit Wittkugel begrüßte im Namen des RvB-Fördervereins die Gäste sowie Wolfgang Nieschalk (Rössing) und Karlfried Rose (Bennigsen), die in den folgenden anderthalb Stunden ihre Zuhörer mit einem bunten Kaleidoskop eigener Geschichten erfreuten.

Wolfgang Nieschalk eröffnete den Reigen mit einigen seiner kurzweiligen Alltagsgeschichten, die seit mehreren Jahren 14-tägig unter der Rubrik „Die kleine Geschichte“ in der Leine-Deister-Zeitung erscheinen. Er versteht es, seinen Kurzgeschichten einen nachdenklichen, manchmal ironischen, immer aber humorvollen und nie verletzenden oder herablassenden Zug zu geben. Die Hörer, die bei den Glossen auch an eigene Erlebnisse erinnert wurden, reagierten amüsiert und sparten nicht mit Applaus.

Nach der Pause setzte Herr Nieschalk den Abend mit zwei Geschichten fort, die mit einem seiner Hobbies, dem Hochseesegeln, zusammenhängen. Er schilderte hierin eigene, lebensbedrohliche Erlebnisse, die sich ihm ins Gedächtnis eingebrannt haben, die er und die Seinen jedoch heil überstanden. Die Sprache des Textes aber auch die Art des Vortrages fesselten die Anwesenden, die danach aber entspannt aufatmen durften.

Karlfried Rose hatte für diesen Abend wiederum eine Mischung aus ganz unterschiedlichen Geschichten zusammengestellt, solchen, die unterhalten sollten, anderen, die betroffen und nachdenklich machen wollten, und jenen, die ihre Hörer in eine verträumte Märchenwelt entführen konnten. Das Märchen „Der kleine, rote Ball“ z.B. erzählt, wie jemand nach vielen Jahren der Abwesenheit wieder zum Ort seiner Kindheit zurückgeführt wird, zurück zu den Menschen, die ihn lieben.

Der Abend verging den Zuhörern bei einem kühlen Glase Wein und interessanten Geschichten wie im Fluge, und sie bedankten sich bei den beiden Vortragenden mit herzlichem Applaus.

Im Mai 2013, wie immer an einem Freitag um 19.30 Uhr, wird es die 15. Lesung eigener Geschichten des Calenberger Autorenkreises im Bahnhof von Bennigsen geben. Wir freuen uns schon darauf!



Die Protagonisten des Abends
Die Zuhörer verfolgten gespannt die Lesung
Wolfgang Nieschalk
Die Schatzmeisterin des RvB-Fördervereins, Margret Wittkugel, begrüßt die Anwesenden

[Fotos: Nieschalk]



Sommerlesung 15. Juli 2012


[Calenberger Zeitung 08.08.2012 Seite 8]
Die "Dienst habenden" Autoren
Karlfried Rose als Moderator

[Fotos: Wolfgang Nieschalk]


Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen…

Gleich zu Beginn der traditionellen Sommerlesung hatte der Moderator Karlfried Rose alle Hände voll zu tun, den bekannten Geburtstagskanon für eine alte Freundin des Calenberger Autorenkreises zu dirigieren. Dieses Mal fand die sonst in Theda Baumgartes Garten stattfindende Veranstaltung in der Heimatstube Linderte einen Rahmen, weil das Wetter den Autoren nicht hold/gewogen war, im Gegensatz zu den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern.

Nicht nur die Jubilarin bekam einen (Blumen)Strauß geboten, sondern auch das zahlreich erschienene Publikum, allerdings einen aus amüsanten bis frechen Geschichten und Glossen von vier leider nur männlichen Autoren.

Den Anfang machte Wolfgang Nieschalk aus Rössing, der sich, kaum verhohlen, als liebevoller Tochtervater, als Großvater, der nochmal jung wird, outet, sich mit seiner strengen Frau auseinandersetzen muss und feststellt, dass er ein „Glückskind“ ist. Humorvolle Alltagsgeschichten, die er in der Deister-Leine-Zeitung veröffentlicht.

Der hauptamtliche Professor der Tiermedizin Jörg Hartung aus Leveste glänzte mit einer Episode aus seinem Hundeepos „Aus dem Leben eines bunten Hundes“, geschrieben aus der Perspektive des Tieres, karikierte das Eheleben eines in die Jahre gekommenen Ehepaars, „Die taube Frau von Lindenau“ und rezitierte ein eigenes Gedicht „Sehnsucht nach Hellas“, das von Grass‘ jüngstem Poem inspiriert war.

Friedrich Pape aus Linderte, den man sonst auch als Autor von Geschichten mit freundlichem Humor kennt, reflektierte in der Figur eines Kabarettisten, der sich in die klösterliche Abgeschiedenheit zurückzieht, die geistige Leere einer Welt des Konsums, die auch ihn selbst korrumpiert hat. Kann es sich da um ein Alter Ego des Autors handeln? „Klosterzucht“ hieß das strenge Werk.

Das dankbare und treue Publikum dankte den Lesenden und dem Moderator mit lebhaftem Applaus.

Die nächste Veranstaltung der Calenberger Autoren in der Heimatstube Linderte findet am Sonntag, den 16.09.2012 um 17.00 Uhr statt. Es gibt eine szenische Lesung der Dürrenmatt-Komödie „Romulus der Große“.


Wolfgang Nieschalk, Jörg Hartung, Friedrich Pape, Harald Malz
[Fotos: Wolfgang Nieschalk]



Ungewohnt Amüsantes im Springer Museum

Das Museum Springe hatte am Sonntag, den 15. Juli, in seiner traditionsreichen Reihe „Museum sonntags um 11“ den Calenberger Autorenkreis zu Gast. Der wiederum hatte Harald Malz (Springe) und Friedrich Pape (Linderte) ins Rennen geschickt, um Kurzweiliges aus eigener Feder einem literaturbegeisterten Publikum zu präsentieren. In kleinen Kabinettstückchen ließen beide einen liebenswürdigen und tiefgründigen Humor aufblitzen. Malz hatte den leibhaftigen Beethoven zu Besuch. Bei Pape schleuderte ein heutiger Schiller-Jünger heftige Schiller-Zitate gegen verständnislose Zeitgenossen.

Hatte sich Harald Malz augenzwinkernd der „Heimatliteratur“ verschrieben und las ein witziges „Odenwaldprotokoll“ und einen düsteren „Süntelgeist“, so spießte Friedrich Pape den heutigen Kunstbetrieb in seiner „Triangulation“ auf und stellte einen Professor der Pseudologie vor, der sich allerdings auch als krankhafter Lügner entpuppte.

Ein gelungener Vormittag für den Calenberger Autorenkreis und das Springer Museum, dem eine literarische Veranstaltung in seinem schönen Vortragsraum gut zu Gesicht stand.

Die 25 Zuhörer amüsierten sich köstlich und applaudierten gut gelaunt.

[Harald Malz, 16.07.2012]


Harald Malz, Friedrich Pape, Harald Malz und Helmut Busse, Interessierte Besucherinnen
[Fotos: Wolfgang Nieschalk]



Biedermeierin und frauenbewegt?

VON MICHAEL KROWAS Rethen.

Leben und lyrisches Werk der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff standen am Sonntagnachmittag im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Laatzener Kunstkreises. Inge Hübner, Mitglied des Calenberger Literaturkreises, stellte nicht nur bekannte Balladen wie „Der Knabe im Moor“ und „Die Vergeltung“ vor. Sie berichtete auch einiges Skurrile und weniger Bekanntes etwa über Haare und Kleidung der Verfasserin dieser Werke. Novellen wie „Die Judenbuche“ der 1797 geborenen Droste-Hülshoff sind seit Generationen Pflichtlektüre an deutschen Schulen. Hübner hat sich über das lyrische Schaffen der Schriftstellerin hinaus auch mit deren Leben beschäftigt. „Nie sah man die Autorin Droste-Hülshoff anders als mit strengen, akkuraten Frisuren“, begann Hübner ihren Vortrag, um gleich darauf ein erstes, berühmtes Gedicht der Lyrikerin vorzutragen: „Am Turm“, das geprägt ist von Sehnsucht und unerfüllten Träumen. Zwischen den einzelnen Gedichten erzählte Hübner manch Wissenswertes über Droste-Hülshoff, die als eine der berühmtesten deutschen Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts gilt und einst auf dem 20-Mark-Schein abgebildet war. Stilistisch sei die Bandbreite der Autorin sehr groß. Zwar sei sie dem Biedermeier zuzuordnen, jedoch trage ihre Lyrik durchaus emanzipatorische Züge, erklärte Hübner. So habe Droste-Hülshoff in dem Gedicht „Unruhe“ etwa die den Frauen im 19. Jahrhundert auferlegten Einschränkungen angeprangert. Gleichzeitig habe sie aber auch oft in dramatisch-zauberhaften Bildern geschwelgt, wie etwa im letzten Satz des Gedichtes: „Ach, wie ist es erhebend, sich zu erfreuen an des Ozeans Unendlichkeit.“ Sprachlich gelte die Lyrik Droste-Hülshoffs deshalb heute immer noch als Vorbild. Für die aufmerksamen Zuhörer der Lesung am Sonntag beim Kunstkreis war es erhebend, sich an Hübners Ausführungen zu erfreuen. Hübner ist selbst Autorin. Sie ist seit dem Jahr 2000 beim Calenberger Literaturkreis, schreibt Satiren, Kurzgeschichten und Glossen.

[Leine-Nachrichten 26.06.2012 Seite 4]



Totgesagte leben länger!

„Hesse ist out! Der hat uns heute nichts mehr zu sagen!“, verkündete jener selbsternannte deutsche Literaturpapst bereits vor einigen Jahren. Doch er hatte sich wieder einmal geirrt, wie man bei der Lesung von Friedrich Pape im Linderter Heimatmuseum feststellen konnte. Mehr als 50 Zuhörer lauschten konzentriert den Fakten zu Hermann Hesses Lebenslauf und vor allen den frei und eindringlich rezitierten Beispielen der unnachahmlichen Lyrik des deutschsprachigen Schriftstellers, Dichters und Malers.

Vor 50 Jahren verstarb Hesse in der Schweiz im 85. Lebensjahr nach einem bewegten Leben mit vielen Höhen und Tiefen, denen er wie ein Seismograph in seinen Romanen und in seiner Lyrik nachgespürt hatte. Die absolute Ehrlichkeit, mit der er – in den Figuren seiner Geschichten – seine Gefühle, Gedanken und Lebenserfahrungen vor seinen Lesern ausbreitete, sind der Grund dafür, dass der Autor sehr wohl auch den nachgeborenen Generationen noch etwas zu sagen hat.

Herzlicher Beifall und manch persönliches Wort dankten Friedrich Pape für seinen Vortrag, den er in ähnlicher Form vor 10 Jahren am gleichen Ort bereits einmal gehalten hatte, - die erste Wiederholung in all den vielen Jahren!

Zuvor hatte Karlfried Rose vom Calenberger Autorenkreis die kurz zuvor fertiggestellte „Anthologie 2012“ der aktuellen Mitglieder des Kreises vorgestellt und  überreichte sowohl dem Vorsitzenden des Historischen Vereins Linderte, Herbert Voges, als auch Birgit und Werner Hildebrand, Schriftführerin und Stellvertretendem Vorsitzenden, einen Band als Präsent. Damit bedankte er sich dafür, dass der Calenberger Autorenkreis nun schon mehr als 10 Jahre in der Heimatstube des Historischen Vereins seine Lesungen abhalten kann.

Wer den Band zum Selbstkostenpreis von 5,00 € erwerben möchte, kann dies bei den nächsten Lesungen tun oder sich unter kontakt@calenberger-autorenkreis.de  oder Tel. 05045-798005045-7980 (Karlfried Rose) an den Autorenkreis wenden.


Am 15. Juli 2012 um 17.00 Uhr findet die Sommerlesung der Calenberger Autoren statt. Im Garten des Hauses „Berggartenstraße 8“ von Karla und Joachim Kühn lesen sie eigene Werke. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung in der Heimatstube des Historischen Vereins Linderte statt.










Karlfried Rose, Friedrich Pape und Herbert Voges mit der aktuellen Anthologie.

[Foto: Werner Hildebrand, Text: Karlfried Rose]



Rudolf-von-Bennigsen-Bibliothek im Bahnhof Bennigsen am 04.05.2012

Harald Malz und Karlfried Rose lesen aus eigenen Werken

Karlfried Rose, Friedrich Pape, Karlfried Rose, Harald Malz (von links), Harald Malz, Rudolf-von-Bennigsen-Bibliothek
[Fotos: Wolfgang Nieschalk vom Calenberger Autorenkreis (1-3)]  
Harald Malz amüsiert mit seinen Kurzgeschichten.
[Foto: Brinkmann-Thies]

Kosmisches in der Bücherei

Bennigsen.

Einen kurzweilige Lesung haben Karlfried Rose und Harald Malz vom Calenberger Autorenkreis am Freitagabend rund 40 Besuchern in der Rudolf-von-Bennigsen-Bücherei beschert. Beide stellten eigene Texte vor, die zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln anregten. Wie könnte Bennigsen in Zukunft aussehen? Ein spannendes Szenario wie aus einem Science-Fiction-Film zeichnete der Springer Malz, der erstmals in der Bücherei zu Gast war, in seiner unterhaltsamen Erzählung „Kosmisches Ereignis on Bennigsen“. Gewürzt mit viel hintersinnigem Humor ließ der Autor den Ort für wenige Minuten in ein Paralleluniversum fallen und sich in eine „wüst oszillierende Landschaft“ verwandeln. Roses Erzählungen, etwa „Der Kümmerer“, stimmten vor allem nachdenklich. Die Zuhörer erfuhren, warum der Protagonist dieser Geschichte als Mörder im Gefängnis landet: Weil er sie nicht umsorgen konnte, erschlug der Mann seine Frau – und kümmerte sich fortan im Gefängnis rührend um die Mitgefangenen.br

[Brinkmann-Thies Deister Anzeiger 07.05.2012 Seite 3]


Mailesung des Calenberger Autorenkreises im Bennigser Bahnhof


Karlfried Rose

Als Heimatdichter stellte sich – augenzwinkernd – Harald Malz aus Springe vor und berichtete dann von einem ko(s)mischen Ereignis in Bennigsen, das den Süllbergort kurzzeitig in eine andere Dimension versetzte. Das war der Beginn eines höchst unterhaltsamen Kontrastprogramms, das die mehr als 30 Hörerinnen und Hörer zwischen Schmunzeln, Lachen, Erschauern und nachdenklichem Schweigen wechseln ließ. Die Gespräche bei einem Glase Wein in der Pause und zum Ende der Veranstaltung spiegelten wider, wie gut die Kurzgeschichten und Gedichte von Harald Malz und Karlfried Rose (Bennigsen) beim Publikum angekommen waren.


Während der Gast aus Springe mit seinen Geschichten über die Familie Zeck und den neu erworbenen Nasenhaartrimmer eher die humoristische Seite bediente, sorgten die unheimlichen Erzählungen des Bennigsers über ein Déjà-vu-Erlebnis und die dunkle Seite des Menschen für nachhaltiges Gruseln.

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ war das Motto der abschließenden Geschichte „Zeitungsabo“, in der Rose über seine frustrierenden Erlebnisse mit der morgendlichen Zustellung berichtete.

Wer diesen wunderschönen Abend verpasst hat, kann am 07. September 2012 – wie immer an einem Freitag um 19.30 Uhr – die Calenberger Autoren wieder hören. Dann bringt Karlfried Rose seinen Mitautor Wolfgang Nieschalk aus Rössing mit, der unter der Rubrik „Die kleine Geschichte“ 14-tägig für die Leine-Deister-Zeitung schreibt.
[http://www.myheimat.de/springe/kultur]



„Auf meinem Bett liegt ein Fischkopf“

»Es darf geschmunzelt werden beim „Lesertreff“, wenn Wolfgang Nieschalk, bekannt durch seine regelmäßig in der Leine Deister Zeitung erscheinenden kleinen Erzählungen, zusammen mit dem Schauspieler und Regisseur Volkmar Eckard Kurzgeschichten aus seinem jüngst erschienenen Buch vorstellt«.

Mit diesen Worten wurde der kurzweilige Nachmittag in der Stadtbücherei Elze angekündigt, und über 40 Hörerinnen und Hörer folgten dieser launigen Einladung. Sie mussten nicht erst ermuntert werden, durch Mienenspiel und herzhaftes Lachen ihr Vergnügen zu offenbaren. Der Autor versteht es, seinen Alltagsgeschichten einen nachdenklichen, manchmal ironischen, immer aber humorvollen und nie verletzenden oder herablassenden Zug zu geben. Der Leser oder Hörer kann sich in den Glossen wiedererkennen und dabei sogar noch amüsieren.

Volkmar Eckard vermochte durch seinen gekonnt lebendigen und nie übertrieben wirkenden Vortrag den Geschichten von Wolfgang Nieschalk gerecht zu werden und manche Pointe und Wendung noch wirkungsvoller aufleuchten zu lassen.

Herzhafter Applaus und lebhafte Gespräche bei einem Glase Sekt waren Anerkennung und Dankeschön an Autor und Rezitator, und mancher Zuhörer wurde angeregt, die heiteren Geschichten aus der Zeitung nun in gebundener Form mit nach Hause zu nehmen.

Wer nun auf Wolfgang Nieschalks Buch „Auf meinem Bett liegt ein Fischkopf“ neugierig geworden ist und es käuflich erwerben möchte, damit er auch „zu Hause mal was zu lachen hat“, kann dies zum Preise von € 14,95 beim Autor direkt unter der Tel. Nr. 05069/96443 oder per e-mail Nieschalk124@googlemail.com bestellen. Der Versand erfolgt portofrei.

Wolfgang Nieschalk arbeitet auch regelmäßig beim Calenberger Autorenkreis mit. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann dies auf der Homepage der Gruppe: www.calenberger-autorenkreis.de  

Die beiden Protagonisten des Abends:
Volkmar Eckard (links) und Wolfgang Nieschalk (rechts)



Vier Frauen stellen vier Frauen vor

Bennigsen/Linderte (ndz). „Geballte Frauenpower“ – mit diesen Worten beschrieb Herbert Voges, der Vorsitzende des Historischen Vereins Linderte, die Lesung von vier Frauen über vier Frauen. Organisiert hatte sie der heimische „Calenberger Autorenkreis“. Im Mittelpunkt des Abends stand das Buch „Wenn du geredet hättest, Desdemona“ von Christine Brückner. Die Darstellerinnen stellten in gekürzter Form vier „ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“ aus dem Werk vor. Ausgewählt hatten sie die Monologe der Christiane von Goethe, geb. Vulpius, Donna Laura, Katharina von Bora, der Frau Martin Luthers, und der griechischen Hetäre Megara.Karla Kühn stellte eine lebensfrohe und selbstsichere Christiane von Goethe vor. Die Calenberger Autorin Susanne Kipp sprach als pestkranke und vom Tode gezeichnete Donna Laura; Gabriele Hartung übernahm als Katherina von Bora die Tischrede an Stelle ihres Martins und fand deutliche Worte.

[Neue Deister Zeitung 24.03.2012 Seite 13][siehe auch: www.myheimat.de, Calenberger Zeitung 27.03.2012 Seite 11, Deister Anzeiger 28.03.2012 Seite 8]














Von links: G. Rose, G. Hartung, K. Kühn, S. Kipp



Auch Mörikes Liebesleben ist ein Thema

Von Daniel Junker Rethen.

Wer sich für Eduard Mörike, seine Gedichte und sein Leben interessiert, war am Sonntag im Haus des Kunstkreises Laatzen genau am richtigen Platz: Auf Einladung des Calenberger Autorenkreises brachte Gabriele Rose den 22 Besuchern viele Anekdoten aus dem bewegten Leben des deutschen Lyrikers nahe – und natürlich las die 60-Jährige auch Passagen aus Mörikes Gedichten. Zur Sprache kam dabei auch einiges aus dem Seelenleben des Schriftstellers: So erzählte Rose über Mörikes erste erotische Erfahrungen mit Clara Neufer, die ihn später aber zugunsten eines anderen verließ. „An dem fremden Haus, wohin ich Dich zu begleiten hatte, standen wir nun, weißt, ich drückte Dir die Hand“, las Rose aus dem Gedicht „Erinnerungen“: „Dieses war zum letzten Male, dass ich mit Dir ging, o Clärchen! Ja, das war das letzte Mal, daß wir uns wie Kinder freuten“, beschrieb Mörike diese Zeit. Mit ihrer Stimme erzeugte Rose eine bewegende Atmosphäre im Kunstkreishaus. Besonders kam dies beim Feuerreiter aus dem Jahr [1823/1824] zum Tragen, dessen Inhalt bis heute Rätsel aufwirft: „Horch! das Feuerglöcklein gellt / Hinterm Berg, hinterm Berg / brennt es in der Mühle!“, liest die 60-Jährige in eindringlichem Ton, und noch Sekunden nach ihrem Vortrag ist es totenstill im Kunstkreishaus. Dann berichtet sie über einige geschichtliche Hintergründe der Ballade. Rose lässt aber auch Fakten über Mörikes Sozialverhalten nicht aus. „Sein Urteilsvermögen galt als diffus.“ So habe der Dichter, der später auch als Pfarrer tätig war, zum Beispiel mit der Hausordnung der Schule auf Kriegsfuß gestanden.

[Leine-Nachrichten 14.02.2012 Seite 4] 


Beim Spaziergang laut Gedichte aufgesagt

Friedrich Pape liest im Bennigser Bahnhof

Bennigsen. Wer bei einem morgendlichen Spaziergang durch den Deister einem älteren Herrn begegnete, der laut Gedichte aufsagte, der könnte auf Friedrich Pape aus Linderte gestoßen sein. Der Autor bereitete sich so auf seine Lesung in der Bibliothek im Bennigser Bahnhof vor.

Dort lauschten jetzt 24 Zuhörer seinen Ausführungen über Johann Wolfgang von Goethe, dessen Leben und sein lyrisches Werk. Sichtlich gelöst plauderte Pape über Goethes Werdegang und zeichnete das Bild eines Dichterfürsten, der nicht nur Genie sondern auch ein ganz normaler Mensch mit liebenswerten Seiten und ausgeprägten Schwächen war. Goethes Vorliebe für junge, hübsche Frauen bis ins hohe Alter, aber auch seine Flucht, wenn eine Beziehung zu ernst zu werden drohte, schilderte Pape genau wie die fruchtbare Freundschaft des Dichters mit Friedrich Schiller. Dazu breitete der Linderter eine Palette aus dem reichhaltigen Schaffen Goethes aus. Darunter war der Morgenspaziergang aus „Faust“ wie auch Verse aus dem „West-östlichen Diwan“. Im Mai und September will der Calenberger Autorenkreis seine Lesungen mit eigenen Kurzgeschichten und Gedichten fortsetzen.

[Neue Deister-Zeitung vom Dienstag, 14. Februar 2012, Seite 9]















Friedrich Pape bei der Lesung in Bennigsen [Foto: pr.]


Klein, aber fein
von Karlfried Rose aus Springe | 11.02.2012 www.myheimat.de


Wenn Sie bei einem morgendlichen Spaziergang durch den Deister einem älteren Herr begegnen, der lauthals Gedichte aufsagt, dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Friedrich Pape aus Linderte, der sich auf einen Literatur-Vortrag vorbereitet.

24 Hörer lauschten aufmerksam Freitagabend in der Bücherei im Bennigser Bahnhof einer Lesung über Johann Wolfgang von Goethe, sein Leben und sein lyrisches Werk, und durften das Ergebnis dieser frühmorgendlichen Übungen erleben. Sichtlich gelöst plauderte Friedrich Pape über Goethes Werdegang und zeichnete einen Dichterfürsten, der nicht nur Genius sondern

auch ein ganz normaler Mensch mit liebenswerten Seiten aber auch ausgeprägten Schwächen war.

Seine Vorliebe bis ins hohe Alter für junge, hübsche Frauen, aber auch seine Flucht, wenn diese Beziehung zu ernst zu werden drohte, seine für beide fruchtbare Freundschaft mit Friedrich Schiller, aber auch seine kleinliche Rachsucht Menschen gegenüber, die ihn – seiner Meinung nach – nicht genügend würdigten, und manches andere mehr wurde berichtet.

Dazu breitete Friedrich Pape eine breite Palette aus dem reichhaltigen Schaffen Goethes vor seinen Zuhörern aus. Dazu gehörten ebenso der Morgenspaziergang aus „Faust“ wie auch Verse aus dem „West-östlichen Diwan“, sein Sturm- und Dranggedicht „Prometheus“ wie auch Beispiele aus der Zeit, als er im engen Austausch mit Schiller noch heute bewunderte Balladen schuf.

In der Pause und auch noch nach Ende der Lesung unterhielten sich die Anwesenden angeregt bei einem leckeren Glase Wein über das Gehörte und dankten Friedrich Pape mit herzhaften Applaus und manch lobendem und begeisterten Wort.
Mit dieser Lesung, die das Gründungsmitglied des Calenberger Autorenkreises auf Einladung des Fördervereins Rudolf von Bennigsen hielt, erweiterten die Calenberger Autoren ihr Angebot für Bennigsen. Im Mai und September werden sie traditionsgemäß ihre Lesungen mit eigenen Kurzgeschichten und Gedichten fortsetzen. 

Pape liest über Goethe im kleinen Kreis

Bennigsen.

Wenn Spaziergänger bei einer morgendlichen Runde durch den Deister einem älteren Herr begegnen, der lauthals Gedichte aufsagt, dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Friedrich Pape aus Linderte, der sich auf einen Literatur-Vortrag vorbereitet – zuletzt auf seine Lesung in der Bücherei im Bennigser Bahnhof, in der es um Johann Wolfgang von Goethe ging. Aber lediglich 24 Gäste wollten das Ergebnis von Papes frühmorgendlichen Übungen erleben. Der ließ sich davon nicht irritieren. Sichtlich gelöst plauderte er über Goethes Werdegang und zeichnete das Bild eines Dichterfürsten, der nicht nur Genius sondern auch ein ganz normaler Mensch mit liebenswerten Seiten, aber auch ausgeprägten Schwächen war. Goethes Vorliebe bis ins hohe Alter für junge, hübsche Frauen, aber auch seine Flucht, wenn diese Beziehung zu ernst zu werden drohte, seine für beide fruchtbare Freundschaft mit Friedrich Schiller, aber auch seine kleinliche Rachsucht Menschen gegenüber, die ihn – seiner Meinung nach – nicht genügend würdigten, und manches andere mehr wurde berichtet. Dazu breitete Friedrich Pape eine breite Palette aus dem reichhaltigen Schaffen Goethes vor seinen Zuhörern aus. Mit dieser Lesung, die Pape auf Einladung des Fördervereins Rudolf von Bennigsen hielt, erweiterten die Calenberger Autoren ihr Angebot für Bennigsen. Im Mai und September werden sie ihre Lesungen mit eigenen Kurzgeschichten und Gedichten fortsetzen.

[Deister Anzeiger 22.02.2012 Seite 8]



Lesung aus eigenen Werken am 05.02.2012 in der Heimatstube Linderte









Die Autoren Jörg Hartung, Wolfgang Nieschalk, Wilhelm Stenzel, Uwe Köster, Karlfried Rose, Friedrich Pape (von links)


„Kultur vor Ort“ in Ronnenberg-Linderte

Der kleine, rote Ball der Fantasie rollte und hüpfte durch die Beiträge des Calenberger Autorenkreises auf die aufmerksam lauschenden Hörerinnen und Hörer zu, die am Sonntag, den 05.02.2012, in die Museumsstube des Historischen Vereins Linderte gekommen waren. In der ersten von sechs Veranstaltungen dieses Jahres stellten die Autoren Uwe Köster, Wolfgang Nieschalk, Friedrich Pape, Karlfried Rose und Wilhelm Stenzel  traditionsgemäß eigene Werke vor. Jörg Hartung sprach die einleitenden und verbindenden Worte hierzu.

Breit spannte sich der Bogen von geheimnisvoll-unheimlichen über humorvoll-satirische zu stimmungsvoll-sentimentalen Geschichten und Gedichten, - für jeden Geschmack war etwas dabei. Am Schluss geizten die Zuhörenden daher auch nicht mit ihrem Applaus.

Am Sonntag, den 18.03.2012, um 17.00 Uhr setzt Gabriele Rose in Linderte den Reigen fort mit einer Lesung nach Christine Brückners Buch „Wenn du geredet hättest, Desdemona“ - „Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“. Dabei wird sie von Damen aus dem Autorenkreis und dessen Umfeld unterstützt.

Moderator Prof. Jörg Hartung (2. von links) vor der Lesung mit den Autoren Wilhelm Stenzel, Wolfgang Nieschalk und Friedrich Pape,
Wilhelm Stenzel signiert seinen neuen Gedichtband "Liebesgedichte" rechts: Werner Hildebrand



2. Jugendschreibwettbewerb im Kunstkreis Laatzen 2012















Haben die Konkurrenz beim Schreibwettbewerb hinter sich gelassen:
Friederike Ohlendorf (von links), Jana Weber, Katharina Mörk, Franziska Zoller, Jana Schrader und Paulina Westing freuen sich über ihre Urkunden und Preise.


Franziska Zoller gewinnt Wettbewerb

Laatzener gingen diesmal leer aus: Katharina Mörk aus Hannover und Franziska Zoller aus Langenhagen haben sich beim Schreibwettbewerb des Laatzener Kunstkreises durchgesetzt. Für Zoller ist es bereits der zweite Sieg in diesem Wettbewerb.

 

von michael mommertz Rethen.

Franziska Zoller scheint Spaß am Schreiben zu haben: Die 15-jährige Schülerin aus Langenhagen belegte bereits bei der ersten Austragung des Wettbewerbs im vergangenen Jahr den ersten Platz in der Gruppe der Neunt- bis Dreizehntklässler. Außerdem war sie 2011 eine der Gewinnerinnen des Schreibwettbewerbs im Altkreis Burgdorf, wo sie sich gegen rund 170 Teilnehmer durchsetzte. Ganz so viele waren es in Laatzen nicht, dafür waren die Texte von außerordentlicher Qualität: „Die Beiträge waren durchweg sehr gut geschrieben, was es für uns umso schwerer machte, die Gewinner auszuwählen“, sagt Monika Gorbuschin vom Kunstkreis, die auch Mitglied der Jury war. Bei der Preisverleihung lobte Jörg Hartung vom Calenberger Autorenkreis Zollers Beitrag „Long Haven Island“ als „fantastische Geschichte über einen Unrechtsstaat und ein rigides Diktatursystem“. Insgesamt sei er sehr erfreut über das hohe Niveau der Texte, sagte Hartung. 35 Teilnehmer aus der Region hatten bei dem Wettbewerb mitgemacht. Die Bewerber hatten für ihre Beiträge die Auswahl zwischen drei Themen, die das Motto des Wettbewerbs, „Aufbruch/Umbruch“, widerspiegeln sollten. Während Zoller in ihrem Beitrag das Thema „Deutschland 2050“ aufgriff, hatte Katharina Mörk sich das Thema „Familie und Beruf – Lebenswege“ ausgesucht. In ihrem Beitrag „Dark Dreams“ beschreibt sie das Leiden eines 14-jährigen Mädchens, das seine Eltern bei einem Autounfall verloren hat und seitdem von Albträumen heimgesucht wird. Das dritte Thema lautete „Fukushima und andere Katastrophen“. Neben den beiden ersten Plätzen wurden auch die Zweit- und Drittplatzierten der beiden Altersklassen mit einem Geldpreis beziehungsweise einem Büchergutschein belohnt: Bei den Fünft- bis Achtklässlern erreichte Friederike Ohlendorf aus Isernhagen den zweiten, Jana Weber aus Hagenburg den dritten Platz. Bei den Neunt- bis Dreizehntklässlern landete Paulina Westing aus Hannover auf Rang zwei, Jana Schrader aus Harsum freute sich über den dritten Platz. Laatzener sind unter den sechs Preisträgern dieses Mal nicht vertreten – und übrigens auch kein männlicher Vertreter. Für Letzteres gibt es eine einfache Erklärung: „Von den 35 Einsendung waren gerade einmal fünf von männlichen Autoren“, sagt Gorbuschin. Ob es den Wettbewerb in diesem Jahr wieder gibt, kann Gorbuschin nicht versprechen: „Wir suchen händeringend nach Sponsoren. Ohne könnte es eng werden“, sagt sie.

[Text und Fotos: Mommertz, Leine-Nachrichten 24.01.2012 Seite 4]













Die Jury aus Mitgliedern des Kunstkreises, des Calenberger Autorenkreises und der Laatzener Stadtbücherei wertet die Texte des Schreibwettbewerbs aus: Joachim Ernerth (von links, im Uhrzeigersinn), Monika Gorbuschin, Eva-Maria Allert, Jörg Hartung, Susanne Kipp, Friedrich Pape, Karlfried Rose, Gabriele Rose, Wolfgang Nieschalk und Harald Malz sichten die 35 Einsendungen. Junker

Die meisten Texte liegen erst spät vor

Von Daniel Junker Rethen.

Der Abgabefrist für den Schreibwettbewerb, der vom Kunstkreis Laatzen und vom Calenberger Autorenkreis zum zweiten Mal ausgeschrieben wurde, ist beendet: Am Sonnabend kam eine zehnköpfige Jury zusammen, um über die Qualität der eingegangenen Beiträge zu entscheiden. 35 junge Autoren hatten Texte zum Thema „Aufbruch/Umbruch“ eingereicht. „Das ist nur einer weniger als im vergangenen Jahr“, sagt Monika Gorbuschin vom Laatzener Kunstkreis, die sich mit dem Rücklauf durchaus zufrieden zeigt. Die meisten kamen aus der Region. Auch aus Springe, Dollbergen und der Wedemark waren Geschichten dabei. Die Altersspanne reichte von elf bis 19 Jahren. „Wie im vergangenen Jahr waren wesentlich mehr Teilnehmer aus der jungen Altersgruppe dabei“, sagt Gorbuschin. Diesmal gab es aber mehr Einsendungen aus Laatzen. Bis kurz vor Einsendeschluss hatten die Organisatoren noch eine geringe Beteiligung befürchtet. „Bis drei Tage vor Abgabeschluss lagen uns erst 15 Beiträge vor“, sagt Gorbuschin. „Die meisten Texte kamen erst in den letzten Tagen.“ Bei der Bewertung waren sich die meisten Jurymitglieder einig, nur um Details und die endgültigen Platzierungen wurde noch angeregt diskutiert. Wert legte die Jury vor allem auf den Inhalt, Dramaturgie, einen logischen Aufbau und den Schreibstil. „Bei der Grammatik und Orthografie waren wir nicht so streng“, gab Friedrich Pape vom Calenberger Autorenkreis zu. „Da muss man schon mal Fünfe gerade sein lassen.“ Ein Problem sei aber offenbar das Thema gewesen: „Wir haben Rückmeldungen von Teilnehmern aus dem vergangenen Jahr bekommen, die sich diesmal nicht beteiligt haben“, sagt Gorbuschin. „Sie fanden unser Thema in diesem Jahr ziemlich schwer.“ Damit hatten die Organisatoren nicht gerechnet. „Es ist eine Erfahrung, die wir im nächsten Jahr berücksichtigen müssen“ – wenn es dann überhaupt wieder einen Schreibwettbewerb gibt. „Wir brauchen dringend Spenden, sonst ist der Wettbewerb im nächsten Jahr eventuell in Gefahr“, sagt Jörg Hartung vom Calenberger Autorenkreis. Anders als 2010, als Helmut Borsum Preise in Höhe von insgesamt 300 Euro gestiftet hatte, wurden sie diesmal aus dem Etat des Kunstkreises finanziert. Die dritten Preise in Form von Buchgutscheinen stellte die Buchhandlung Decius zur Verfügung.
Die Preisverleihung beginnt am Sonntag, 22. Januar, um 14 Uhr im Rethener Kunstkreishaus. Die Gewinner werden die ihre Texte dann selbst vorlesen. Die Preisträger werden eine Woche bekannt gegeben.

[Leine-Nachrichten 09.01.2012 Seite 3]