Calenberger Autorenkreis

      

Lesungen 2014


3. Dezember 2014 - Senioren-Akademie Alfeld

Wolfgang Nieschalk liest Stefan Zweig















Im Rahmen der halbjährlichen Vortragsreihe der Senioren - Akademie Alfeld im Musikraum der Schulrat-Habermalz-Schule hat Wolfgang Nieschalk die Novelle "Brennendes Geheimnis" von Stefan Zweig vorgestellt, die die seelischen Nöte des Kindes Edgar zum Thema hat, als es merkt, dass sein vorgeblicher Freund, ein lüsterner Baron, sich das Vertrauen des Kindes nur erschlichen hat, um sich der schönen Mutter nähern zu können.

Nach einer Einführung in Leben und Werk des Dichters folgte eine Lesung der Novelle, die von Wolfgang Nieschalk mit einem außerordentlichen Einfühlungsvermögen vorgetragen wurde.

Die Ängste, die Wut und schließlich der Hass des Kindes Edgar und die Auswirkungen auf seine Mutter und den Baron sind dem Publikum sehr feinfühlig und ausdrucksstark nahegebracht worden.

Den Zuhörern wurde ein literarischer Genuss der besonderen Art geboten, was sie dem Vortragenden durch begeisterten Applaus und viele lobende Wortbeiträge dankten.

Der Vorsitzende der Senioren-Akademie Alfeld, Volker Nemitz, hob in seiner Moderation hervor, dass die feinsinnige Sprachkunst des Dichters Stefan Zweig ihre Entsprechung in der Vortragskunst des Wolfgang Nieschalk gefunden habe.

Wolfgang Nieschalk ist wohnhaft in Rössing bei Nordstemmen und gehört dem Calenberger Autorenkreis an. Vielen Alfeldern dürfte er noch durch seinen Elektrofachhandel in Alfeld bekannt sein, den er vor 16 Jahren aufgab. Seit dem widmet er sich der Literatur und seiner Leidenschaft, dem Wassersport.

Wolfgang Nieschalk wird am 29. April 2014 am selben Ort einen zweiten Vortrag halten mit dem Titel "Reisesplitter: Mit dem Boot von Rügen ins südliche Mittelmeer".

[Text und Foto: Volker Nemitz (1. Vorsitzender) Senioren-Akademie Alfeld e.V.] 



28. November 2014 - Kunsthaus Nordstemmen

Humorvolle Charakterisierung











Wolfgang Nieschalk bringt Besuchern des Kunsthauses Nordstemmen die sprachlichen Feinheiten von Heinrich Spoerl näher

Von Ulrike Corcilius

NORDSTEMMEN ■ „Das Kunst­haus hat eingeschlagen wie eine Bombe. Wir sind völlig überrascht von den positiven Reaktionen", strahte Annett Kruppa, die im Juni zusammen mit Martina Rick das KuNo er­öffnet hat. Mehrere Veranstal­tungen haben seitdem hier stattgefunden, darunter beim „Spanischen Abend" eine Le­sung mit Angelika Stucke. Jetzt hatte ein anderer regional be­kannter Autor, Wolfgang Nieschalk, seinen Auftritt.

Er las diesmal allerdings nicht aus seinen eigenen, humorvollen Kurzgeschich­ten, sondern stellte das Werk eines großen „Kolle­gen“ vor: Heinrich Spoerl, den Autor der „Feuerzan­genbowle“. Wolfgang Nie­schalk ist Mitglied im Calen­berger Autorenkreis, der sich die Pflege der Sprache und der Sprachästhetik zur Aufgabe gemacht hat. Ne­ben ihren eigenen Texten hat jedes Mitglied Vorträge über bekannte Literaten aus­gearbeitet.

Nur durch Zufall ist die „Frohnatur“ Wolfgang Nie­schalk auf den Sinnesgenos­sen gestoßen. Während ei­nes Hotelaufenthaltes griff er wahllos in ein Bücherre­gal - und entdeckte „den Spoerl“ für sich. So wie den meisten war ihm der Film­klassiker „Die Feuerzangen­bowle“, mit dem man un­weigerlich den Schauspieler Heinz Rühmann verknüpft, bekannt. Den dahinter steckenden begnadeten Schrift­steller, der mit seiner Beob­achtungsgabe die Menschen auf das Komischste charak­terisierte, kennen nur weni­ge. Die Chance, diesen Lite­raten (wieder) zu entdecken, bietet Nieschalk mit seinen Lesungen an.

Heinrich Spoerl (1887 bis 1955) war Jurist, der seine wenig Geld einbringende Anwaltskanzlei in der NS- Zeit an den Nagel hängte.

Mit seinem Gerechtigkeits­sinn war die Juristerei in die­ser Zeit nicht zu vereinba­ren. Sein wahres Talent lag im Schreiben. Nach schwie­rigen Anfangsjahren stellte sich durch die Verfilmung seiner Romane „Wenn wir alle Engel wären“, „Der Maulkorb“ und „Die Feuer­zangenbowle“ auch ein finanzieller Erfolg ein.

 

Kurzweiliger Abend

Nieschalk amüsierte sich im Stillen beim Vortragen, die Zuhörer lachten laut heraus. Etwa beim „Alphabet des Ärgerns“, das mit „Arm­leuchter“ beginnt und mit „Zulukaffer“ endet. Oder beim Zitat aus dem „Maul­korb“, in dem Spoerl sich wohl selbst beschrieb: „Als Anwalt war er schlecht im Geldverdienen, aber er schrieb gute Texte darüber“, um sich dann weiter über die Vielseitigkeit des Geldes auszulassen, wie zum Bei­spiel mit der Feststellung: „Geld ist ein geselliges We­sen. Man trifft es entweder haufenweise oder gar nicht.“ „In der Straßen­bahn“ erlebt Spoerl seinen ersten Altersschock.

Er steht, ein bezauberndes jun­ges Wesen sitzt. Er malt sich aus wie es umgekehrt wäre und er ihr seinen Platz an­bieten und so einen Kontakt anbahnen könnte.

Er malt sich aus wie es umgekehrt wäre und er ihr seinen Platz an­bieten und so einen Kontakt anbahnen könnte. Da bietet ihm die junge Dame ihren Platz an... Nach einem ge­meinsam mit seiner Tochter vorgetragenen Dialog aus der „Hochzeitsreise“ been­dete Wolfgang Nieschalk ei­nen kurzweiligen Abend, in dessen Verlauf die Zuhörer noch mit weiteren Auszü­gen aus Spoerls Werk be­glückt wurden. „Ich kannte ihn nur von der Feuerzan­genbowle. Hat mir gut gefal­len! Macht richtig Lust auf mehr,“ kommentierte eine Zuhörerin und eine andere bekannte: „Ich bin das erste Mal hier. Wurde von meiner Freundin gedrängelt und habe es nicht bereut.“


28. November 2014 - Alte Kapelle Weetzen
Soiree in der Alten Kapelle Weetzen: Tiergedichte von Joachim Ringelnatz

Trotz des eisigen Windes, der um die Alte Kapelle in Weetzen fegte, hatten fünfzig Gäste von nah und fern den Weg nicht gescheut, um diese Veranstaltung  mit zu erleben. Tiergedichte von Joachim Ringelnatz war das Thema und Ursula Kühn umrahmte die Lesung am Klavier mit Chansons und anderen Melodien aus den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts.


Die aufmerksam lauschenden Zuhörer sparten in der Pause und am Ende der Darbietung nicht mit Beifall und mit begeisterten Kommentaren.

Einen nicht zu unterschätzenden Anteil am Gelingen des Abends hatte auch die ausgezeichnete Akustik der Alten Kapelle Weetzen, die den stimmungsvollen und festlichen Rahmen für die Soiree bildete. Man kann sich nicht genug darüber freuen, dass sich vor nunmehr 40 Jahren Weetzener Bürger zu dem Verein für Denkmalspflege zusammenschlossen und ihrer Gemeinde dieses historische Gebäude mit großem Engagement und viel, viel Arbeit als Begegnungsort erhielten.



9. November 2014 - Heimatstube Linderte
Wolfgang Nieschalk  stellt Stefan Zweigs Novelle „Brennendes Geheimnis“ vor

Wolfgang Nieschalk und Herbert Voges (links) - Wolfgang Nieschalk, Uwe Märtens, Friedrich Pape (Calenberger Autorenkreis)             

[Fotos: Birgit Hildebrand]



26. Oktober 2014 - Kunstkreis Laatzen
Von Rügen nach Ägypten – aber mit dem Boot

[Fotos: Monika Gorbuschin und Wolfgang Nieschalk]


26. September 2014 - Rudolf-von-Bennigsen-Bibliothek in Bennigsen
Calenberger Autoren lesen zum 18. Mal eigene Texte in Bennigsen

Die Calenberger Autorin und der Calenberger Autor (von links):  Ursula Kühn, Uwe Märtens als Protagonisten des Abends

 [ Fotos: Karla Kühn]


21. September 2014 - Heimatstube Linderte
Friedrich Pape liest über das Leben und aus dem Werk von Volker von Törne

[Fotos: Wolfgang Nieschalk]



5. September 2014 - Hof der Familie von Möllendorff in Ohlendorf
Mitglieder des Calenberger Autorenkreises lesen "Ernest Hemingway"

 Calenberger Autorenkreis: Lesung In Ohlendorf über Ernest M. Hemingway

 Friedrich Pape, Harald Malz, Wolfgang Nieschalk, Uwe Köster und Wolf Hatje, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Hemmingen


Sommerlesung 2014



Von links: Inge Hübner, Ursula Kühn, Wolfgang Nieschalk, die Gastgeberin Karla Kühn, die Calenberger Autoren Wilhelm Stenzel und Friedrich Pape, Herbert Voges vom Historischen Verein Linderte e.V. und zwei weitere Calenberger Autoren: Harald Malz und Wolfgang Nieschalk

[Fotos: Wolfgang Nieschalk]


Autorenlesung im Kunstkreis Laatzen


[Fotos: Wolfgang Nieschalk]


25.05.2014                          
Calenberger Autoren lesen Balladen aus den 19. und 20. Jahrhundert

Fotos: Birgit und Werner Hildebrand]


[Fotos: Wolfgang R. Stolt]


09.05.2014
Calenberger Autorenkreis liest zum 17. Mal in Bennigsen eigene Werke


Wolfgang Nieschalk, Gespannt lauschende Zuhörer, Wilhelm Stenzel     

[Fotos: Wolfgang Nieschalk, Ursula Kühn]


Karla und Joachim Kühn:
Erich Kästner, der Dichter mit dem großen ethischen Anspruch

Am 23.04.2014 in der "Lütt Jever Scheune" in Ronnenberg.

[Fotos: Wolfgang Nieschalk]



16.03.2014 Heimatstube Linderte

Calenberger Autorenkreis:
Friedrich Pape liest über Leben und lyrisches Werk von Hans Carossa

 [Fotos: Wolfgang Nieschalk]



Wolfgang Nieschalk auf "Tournee" mit Heinrich Spoerl...

Kunstkreis Laatzen am 09.03.2014

 [Fotos: Monika Gorbuschin]

am 05.03.2014 in der Versöhnungskirchengemeinde Weetzen in Ronnenberg

Wolfgang Nieschalk mit Dialogsprecherin Ursula Kühn im gut mit interessierten Besuchern gefüllten Saal der Kirchengemeinde.



Der Calenberger-Autorenkreis liest im Rodenberger Museum – ein Rückblick










Museum Rodenberg 

Am Sonntag, den 16.02.2014 trugen fünf Autoren des Calenberger Autorenkreises im wunderschönen Ambiente des Museums in Rodenberg aus ihren Texten vor. 

Friedrich Pape, vor mittlerweile 19 Jahren Mitbegründer des Autorenkreises, erzählte in seiner Geschichte von einem Wohltäter, der alljährlich in der Vorweihnachtszeit im Milieu von Wohnungslosen nach der Person suchte, die vielleicht doch noch zu retten war. Mit seinen Mitteln und Beziehungen dachte er, könne er den einen oder anderen noch zu redlicher Arbeit und somit zu Glück und einem bestreitbaren Dasein verhelfen. Tatsächlich wurde er in der Scene belächelt. Schnell wurde er fündig. Der, dem ein besseres Leben gebahnt werden sollte, dachte aber nur an einen kurzen Erfolg und keinesfalls daran, auf Dauer schon am frühen Morgen aufstehen zu müssen. Gegenseitige Grenzziehungen und Überschreitungen der Grenzen schienen in Papes Kopf zunächst erdacht, doch schon bald, schien den Zuhörern der allseits existierende Egoismus bei den unterschiedlichen Interessen der beteiligten Personen in der eher einer Parabel ähnlichen Erzählung auf scheinbar ganz belanglose Weise sehr gegenwärtig.  

Die dann von Ursula Kühn vorgetragenen Gedichte und Geschichten mit ihren plötzlichen Wendungen sorgten nicht nur für viel Faszination und neben viel Beifall auch der guten Pointen wegen für ausgelassene Fröhlichkeit bei den Besuchern der Veranstaltung. Ursula Kühn verstand es mit ihren Gedichten Ursache und Wirkung in zwischenmenschlichen Beziehungen auf fabelhafte Weise so schön zu überzeichnen und Konsequenzen aus nicht immer angenehmem Gleichklang in Beziehungen, überraschend in Szene zu setzen.

Karlfried Rose hatte zur ersten Lesung im Rodenberger Museum zwei Geschichten und drei Gedichte mitgebracht, von denen besonders die Geschichte „Nacht der Entscheidung“ auf das gespannte Interesse der Zuhörer traf. Die Hauptperson dieser Kurzgeschichte, der am kommenden Tag seinem langjährigen Freund und technischen Leiter seiner mittelständisches Firma das Kündigungsschreiben überreichen muss, erlebt sich im Traum als Scharfrichter eines mittelalterlichen Gerichtes, der das Todesurteil vollstreckt und den Delinquenten enthauptet. Als am nächsten Morgen der durch einen Schicksalsschlag aus der Bahn geworfene Freund vor ihm steht, erlebt er die Situation des Traumes wieder und weiß, „dass er nun töten wird“.

Der vierte in der Runde, der Rodenberger Uwe Märtens, widmete sich auch Rodenberger Themen in humorvoller Weise. Neben freilaufenden Hunden ersann er auch Variationen zum Rodenberger Lied, die keinesfalls dasselbe schelten, sondern bei Verwendung von Auszügen daraus neue Blickwinkel eröffneten. Mit Aussicht auf das nahende Osterfest trug er kurze Gedichte zu diesem Fest vor und wandte sich danach einigen gesellschaftskritischen Texten, wie zum Beispiel den Empfindungen eines Mobbingopfers aus dem Kollegenkreis. Zum Ende hin schenkte er der Milbe in neunhundertfacher Vergrößerung etwas Zeit und warnte davor, diesen Text am Abend zu lesen ...

Als letzter Autor der Veranstaltung am Sonntagnachmittag beschrieb Harald Malz in seiner skurrilen Kurzgeschichte „Ludwig, Alfred und ich“ eine rotweinselige Séance mit Ludwig van Beethoven und Alfred Brendl, der allerdings noch lebt. Der bekannt e Popphilosoph Richard David Precht sah in der darauffolgenden Glosse nicht immer gut aus.

Nach gut zwei Stunden nahmen die Gäste noch das eine oder andere Getränk zu sich und es entwickelten sich anregende Gespräche mit den Autoren. Eine rundum abwechslungsreiche und unterhaltsame Veranstaltung, die die Autoren gern in Rodenberg wiederholen werden.

[Foto und Text: Uwe Märtens]




Friedrich Pape liest in der Rudolf-von-Bennigsen-Bücherei im Bennigser Bahnhof über Leben und lyrisches Werk von Charles Baudelaire

[Neue Deister Zeitung 21.02.2014 Seite 10];

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Calenberger Autorenkreis: 1. Autorenlesung 2014 in Linderte


Die Autoren nach getaner Arbeit...
(Von links: Wolfgang Nieschalk, Karla Kühn, Uwe Märtens, Wilhelm Stenzel)
[Fotos: Birgit Hildebrand]

[Calenberger Zeitung 20.02.2014 Seite 8]