Calenberger Autorenkreis

      

Lesungen 2015


Liebe Freunde der Literatur, liebe Freunde des Calenberger Autorenkreises,

das Jahr 2015 war dank Ihres großen Interesses für unsere Autorengruppe ein Jahr der erneuten Weiterentwicklung. Noch nie referierten Mitglieder unserer Gemeinschaft so oft an verschiedenen - bekannten und neu hinzu gekommenen Orten - wie in 2015. Wir vom Calenberger Autorenkreis sehen Ihre Teilnahme an unseren Veranstaltungen als Indiz dafür, dass Sie unserer Engagement bei der Entwicklung eigener Texte und der Vorstellung der Großen der Literatur durch unsere Vorträge zu würdigen wissen. Das gibt uns Auftrieb und jeder-Mann - und erst recht jede-Frau - sieht in Ihrer berechtigten Erwartungshaltung für sich selbst die Pflicht, ihrem Besucheranspruch durch gute Arbeit gerecht zu werden.

 "Man wird, was andere von einem halten",

ist der Titel eines Artikels, den ich vor einiger Zeit für eine Tageszeitung schrieb. Das gilt im gleichen Maße auch für eine Gruppe, wie wir sie, die Calenberger Autoren, darstellen. Ihre Erwartungen zu erfüllen und zu übertreffen, ist der Treibstoff, der uns bei unserer literarischen Arbeit ständig vorantreibt. Der Lohn waren 37 Lesungen in 2015 nach 28 Lesungen in 2014. Zusätzlich traten in wechselnden Zusammensetzungen die Calenberger Autoren 12 mal im Rundfunk auf. Für dieses uns entgegen gebrachte Vertrauen bedanken wir uns ausdrücklich.

Liebe Leserinnen und Leser, Hörerinnen und Hörer,

ich bedanke mich nun im Namen meiner Mitautorinnen und Autoren  für Ihr lebhaftes Interesse an uns "Calenbergern." Wir freuen uns auf Ihren Besuch zu unseren Veranstaltungen im kommenden Jahr, verbunden mit dem Wunsch für Sie auf ein besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2016.

 

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Wolfgang Nieschalk     Wolfgang Nieschalk

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Am 1. Dezember 2015 waren Mitglieder des Calenberger Autorenkreises mal wieder in Radio Leinehertz 106.5 zu hören, diesmal unter dem Thema: "Es weihnachtet sehr!"

Ursula Kühn begann mit einer Erzählung, die einen "Wunderbaum" zum Mittelpunkt des Geschehens macht.

In ihr wird erzählt, wie ein liebevoller sparsamer Vater sich am 24. Dezember aufmacht, einen Weihnachtsbaum zu kaufen, es ist „der Letzte seines Standes“, wie der Händler sagt, als er ihn dem Vater schenkt. Die Bearbeitung zieht sich in die Länge, das Urteil der Kinder „Wahre Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ löst bei den Kerzen unbändiges Lachen aus, sie stecken gleich die Äste, die Strohsterne, die Kugeln an, der lichterloh brennende Wunderbaum bejaht so die Frage des Vaters „hat man je einen strahlenderen Weihnachtsbaum gesehen?“

Drei Gedichte - Alle Jahre wieder, Klagelied einer Weihnachtsgans und Rituale im Dezember - rundeten ihren Beitrag auf die "Ursula Kühn typische Weise" im zweiten Teil ihrer Weihnachtsgruße quer durch den stürmischen Äther direkt ins heimische Radio ab.

Näheres über Usch Kühn unter folgendem Link, den sie mit dem Cursor nur anklicken müssen, um auf ihrer eigenen Seite zu sein und dort ihre Textbeiträge zu lesen:  Ursula Kühn


Uwe Märtens, der für den Calenberger Autorenkreis moderierend durch die Sendung führte, sprang dankenswerterweise für einen kurzfristig verhinderten "Calenberger" ein.

Seine Erzählung "Brief an einen Fremden" behandelte die Entfremdung eines Menschen zu seinem Bruder, der drogensüchtig konfrontiert wird mit "normalen Menschen", mit Dingen, die unmöglich erscheinen und das ausgerechnet zur Weihnachtszeit. Den gesamten Beitrag lesen Sie bitte, indem Sie hier auf diesen link klicken:   Uwe Märtens  


Friedrich Pape schickte seiner Weihnachtserzählung einige erklärende Sätze voraus, die zum Nachdenken anregen sollen. Das deshalb, Um seine Erzählung auch als Weihnachtsgeschichte identifizieren zu können, weil die geschilderten Ereignisse in jeder Stunde, an jedem Tag des Jahres stattfinden können und nicht nur Weihnachten eine Zeit der Barmherzigkeit ist.

"Der Religionsstifter, dessen Geburt wir Weihnachten feiern, leitete uns an, Nächstenliebe zu üben. Mein Beitrag soll dies verdeutlichen und auch als Apell verstanden werden", so Friedrich Pape. Konkret ging es in seinem Text um ein Kind, dass in Syrien unter Dauerbeschuß durch verschiedene sich streitende Gruppierungen unter den Trümmern eines zusammengeschossenen Hauses ausharrt und in dieser Kellerhöhle ausgerechnet mit liegengelassenen Patronen spielt, denen es im Grunde  gerade sein Elend verdankt, dass aber später durch eine barmherzige Frau adoptiert wird. Eine bewegende Geschichte, die sie unter folgendem Link lesen können:   Friedrich Pape

Am 22. Novemver 2015 war der Calenberger Autorenkreis im Rahmen einer Matinee  morgens um 11:00 Uhr zu Gast im Hotel Steinkrug

Friedrich Pape eröffnete die Veranstaltung mit einem kurzen Rückblick auf die vorhergehenden Jahre 2013 bis 2015

Friedrich Pape bewies eine gute Nase, als er im Jahre 2013 zum ersten Male eine Veranstaltung aus der Taufe hob, die er "Matinee im Steinkrug" nannte, denn sie fand im Hotel Steinkrug statt, das - wie könnte es anders sein - in einem Ortsteil von Wennigsen - nämlich Steinkrug liegt. Mittlerweile fand die Veranstaltung zum 3. Mal statt, hat eine große Anzahl Stammhörer gewonnen und insbesondere bei der letzten Lesung waren erstmalig viele neue Zuhörerinnen und Hörer Gäste, die sicher die Thematik "in den Steinkrug" gelockt hatte. Darum ist die Wahrscheinlich- keit sehr goß,  dass diese Form einer Lesung "Matinee im Steinkrug" sich nun auf Dauer als eigenständige literarische Reihe etabliert hat. Nachdem im ersten Jahr religiös geprägte Titel dominierten - die allerdings keineswegs so friedfertig waren, wie sie schienen und wie man vermuten könnte - folgten im Jahre 2014 Inselge- schichten. Gegen die kriegerischen Titel des Jahres 2013 erschienen diese Themen oberflächlich betrachtet geradezu harmlos.  Doch inhaltlich und in ihren Spannungen standen sie den Erzählungen der Erstauflage der Veranstaltungsreihe aus 2013 in keiner Weise nach. Nachdem Friedrich Pape die Struktur und den Zweck der "Veranstaltungsreihe Matinee im Steinkrug", insbesondere den neuen Gästen vorstellte, eröffnet er die aktuelle Lesung.

Danach stellte Wolfgang Nieschalk aus Nordstemmen als  Gastredner und Mitglied des Calenberger Autorenkreises vor vollem Haus eigene Werke vor, in denen er vom Bau seiner Segelyacht und den Erlebnissen des Autors auf dem Boot in den Gewässern der der Ostsee, den europäischen Binnen- gewässern und dem Mittelmeer berichtete. Der Vortrag war  zuvor schon mehrfach einem breiten Publikum vorgestellt worden und einige der Zuhörer hatten bereits den ganzen Vortrag oder Ausschnitte daraus gehört. Dennoch besuchten sie die Lesung erneut und sie sollten es nicht bereuen, denn einige Titel wurden neu aufgenommen. Neu z.B. war der Beitrag "Die andere Welt", in dem Nieschalk erfolgreich darin war, den Gästen die auf dem Wasser vorherrschenden Stimmungsbilder zu vermitteln - was große Resonanz erzeugte. Doch es waren auch viele "fachkompetente Wasssersportpraktiker" erschienen, mit denen sich in der Pause und im Anschluß an die Lesung sehr interessante Gespräche entwickelten. Einige der Zuhörerinnen schilderten auch, dass sie regelmäßig die jeden zweiten Mittwoch in der Tageszeitung LDZ erscheinenden Kolumnen von Nieschalk lesen und diese sogar seit langem sammelten.

Zusammengefasst war es eine Veranstaltung, die den Geschmack und die Erwartungen des Publikums in jeder Weise erfüllte. Sicher ein starker Anreiz für das Publikum, die wieder im Hotel Steinkrug im November 2016 geplante Lesung über "Hochgebirgsgeschichten" zu besuchen und neue Gäste zu gewinnen. Hier - und nur mit wenigen Sätzen für den interessierten Leser - der Anfang und das Ende des Beitrages "Die andere Welt." Den ganzen Beitrag finden Sie auf der Homepage von Nieschalk unter folgender Webseite: http://www.nieschalk.info/

                                                                                       Texte Wolfgang Nieschalk:

"............................der Wind ist eingeschlafen und das Geräusch der kleinen Wellen an der Bordwand verstummt. Die Geräusche vom Badestrand verebbten, als eine dunkle Gewitterwand aufzog. Die Menschen verschwanden und Ruhe legte sich über den See. Doch das Unwetter blieb aus, der Himmel klarte wieder auf und eine feurige Abendsonne, dicht über dem Horizont, legt nun dunkle, immer länger werdende Schatten der Bäume einer Insel über Wasser und Boot. In diese friedliche Lautlosigkeit schwebt leise, an- und abschwellend, der Glockenschlag einer fernen Kirchturmuhr: 21.00 Uhr. Es einer der langen Abende des Juni, der mich im Cockpit unseres Bootes verweilen lässt, um Eintragungen ins Logbuch zu machen. Ich blättere einige Seiten zurück"

"............................Um 11.10 Uhr kreuzen sich zwei Welten ohne zusammenzustoßen," steht dort unter dem 2. Juni. "Die Entfernung beträgt keine 10 Meter, aber die empfundene Distanz von der Welt hier unten zu der da oben ist größer als die zwischen Erde und Mond", lese ich weiter. "Da oben rasen Narren mit 130 Sachen über eine Straßenbrücke. In unserer Welt, tuckern wir in unserem Boot im Sechskilometertempo die verschlafen wirkende Havel hinab............."

"Ich klappe im letzten Schein der Sonne, die die Havel in einen roten Spiegel verwandelt, das Logbuch zu und schaue über das Wasser, aus dem sich Fische, in die Luft springend und wirbelnde Kreise hinterlassend, ihren Anteil an den Mücken über dem See holen. Nur kurze Zeit noch, und das beginnende, weiche Purpur der Dämmerung wird schwarz werden und die Sterne so hell herauskommen lassen, wie man es nur auf dem Wasser oder in der Wüste erlebt. Wir genießen den letzten Abend auf dem Wasser - und spüren dabei ein leises Unbehagen, wissend, dass auch wir am nächsten Tag wieder der anderen, der rasenden Welt auf der Brücke über dem ruhigen Strom angehören werden."



Text: Konrad Schmidt, Nordstemmen  /  Fotos: Nemitz, Delligsen und Nieschalk

15. November 2015, Kunstkreis Laatzen, Eine Abordnung des Caleberger Aurorenkreises referierte über Hemingway

 

Von links nach rechts: Uwe Köster, Wolfgang Nieschalk, Ursula Kühn, Friedrich Pape, Karla Kühn, Uwe Märtens Foto: Dr. Weiß


Am 15. November 2015 hatte der Kunstkreises Laatzen unter der 1. Vorsitzenden Monika Gorbuschein und Dr. Dietmar Weiß aus dem Vorstand des Kunstkreises eine Abordnung des Calenberger Autorenkreises zu Gast, um den zahlreichen Gästen an Ernest Hemmingway zu erinnern.

Nachdem Monika Gorbuschin die Veranstaltung eröffnet hatte, referierten die Gäste über den großen amerikanischen Schriftsteller und hatten zu diesem Anlaß besonders interessante Titel ausgewählt.

Bevor die Erzählungen Hemingway's vorgetragen wurden, entrollte in einer ca. zwanzigminütigem Biographie Friedrich Pape das Leben des Schriftstellers selbst und auch das des Künstlers Hemingway, dessen Leben teilweise von Maßlosigkeit gekennzeichnet war, und der dem Alkohol zuneigete. Danach stellten die übrigen Mitglieder des Calenberger Autorenkreises ihre Beiträge vor, die mit anhaltendem Beifall der Anwesenden belohnt wurden.

Den Auftakt machte Ursula Kühn aus Weetzen mit einer sehr emotionalen Erzählung aus dem spanischen Bürgerkrieg. "Indianerlager" hieß der nächste Titel, den Uwe Köster vortrug und Wolfgang Nieschalk lud die Zuhörer gedanklich mit seiner Erzählung "Schnee auf dem Kilimandscharo" zu einem tödlich verlaufenen Jagdausflug nach Afrika ein. Überhaupt handeln viele Erzählungen Hemingways von der Jagd, dem Hochseeangeln und - wie könnte es bei ihm anders sein - von den Frauen oder einer Verknüpfung von allem.

Nach der Pause begann Karla Kühn mit dem Beitrag "Mein Alter", Uwe Märtens schloss sich ihr mit dem Beitrag "Das glückliche Leben des Francis Macomber" an und zum Schluss referierte Wolfgang Nieschalk nochmal mit einem Beitrag aus dem Jahre 1964. Diesmal nicht von, sondern über Hemingway mit dem Titel "Was ich von Hemingway geklernt habe." Diesen Beitrag verfasste der Schriftsteller W.J.Lederer, der Mitverfasser des Buches "Der hässliche Amerikaner", und dauch in diesem Beitrag war Alkohol im Spiel, aber auf unerwartet andere Weise, als man bei dem Lebenswandel des großen Hemingway vermuten könnte.

Die Lesung war eine sehr gelungene Vorstellung des Calenberger Autorenkreises.

Ganz besonders muss das kurzfristige Einspringen von Ursula Kühn für einen plötzlich nicht zur Verfügung stehenden Referenten erwähnt und gewürdigt werden. Nicht nur, dass ihr Vortrag die plötzlich gerissene Lücke sehr erfolgreich ausglich, sondern auch, indem sie die vollständige Erzählung Wort für Wort aus einem Buch Hemingways innerhalb kürzester Zeit abschrieb, um das Schriftbild auf ein "vorlesbares" Niveau zu heben. Eine großartige Leistung von Ursula Kühn. Danke für diesen Einsatz!

Monika Gorbuschin sorgte zum Schluss der Lesung für die Möglichkeit, die trocken gewordenen Kehlen mit einer Flasche "köstlichem Roten" für jeden Einzelnen der Akteure anzufeuchten.

Die nächsten Termine der Calenberger Autoren im Kunstkreis Laatzen:

09.02.2016, Friedrich Pape referiert über die Dichterin Freifrau von Kaschnitz

17.04.2016, Wolfgang Nieschalk referiert über den Dichter Hermann Löns

Text: Wolfgang Nieschalk

Bild: Dr. Dietmar Weiß


8. November 2015, Linderte, Heimatstube des historischen Vereins Linderte -

Vortrag Wilhelm Busch.


Nachdem Birgit Hildebrand, die Vorsitzende und Gastgeberin des historischen Vereins Linderte, in der Heimatstube des Museums den letzten Referenten des Calenberger Autorenkreises im Jahr 2015 mit kurzen, einführenden Sätzen angekündigt hatte, ergriff dieser selbst das Wort und stellte in seinem Vortrag den interessierten Zuhöreren den großen norddeutschen Dichter und Maler Wilhelm Busch so vor:

"Bei dem umfangreichen Werk, das Busch uns - Gottseidank - hinterlassen hat - vielen Dank, Wilhelm - stellt jeder Busch Abend eine subjektive Auswahl dessen dar, der das Wagnis auf sich nimmt, Wilhelm Busch zu rezitieren. Erwartet keinen gewöhnlichen Busch Abend!"

So begann Malz sein Referat und fuhr fort:"

"Wilhelm Busch, geboren im Todesjahr Goethes 1832 und gestorben im Jahr 1908, also ein ganzes Weilchen vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs, dessen 100. augenblicklich in allen Medien ist. Doch wir haben uns  hier zusammengefunden, um Wilhelm Busch ganz ohne Jubiläum zu feiern und zu würdigen. Wir beginnen skeptisch:

 

Wenn einer, der mit Mühe kaum,

gekrochen ist auf einen Baum

schon meint, das er ein Vogel wär

so irrt sich der."

 

"Zu Beginn gibt es nur nackte Zahlen mit dürren Sätzen zur Biografie," fügte Malz hinzu und versicherte glaubhaft und sichtbar, dass er mit "seinen geringen Möglichkeiten" - wie er betonte - versucht hatte, zu dem Anlass sich extra einen Wilhelm-Busch-Bart wachsen zu lassen.

"Wenn Wilhelm Busch nichts weiter wäre, als ein bestenfalls geistvoller Spaßmacher, dann wäre er längst vergessen," schrieb vor ca. 25 Jahren ein bedeutender Rezensent, Friedrich Bohne, über Busch.

Das trifft in vollem Umfang zu, und der anderthalbstündige Vortrag von Malz konnte auch nicht annähernd die ganze Breite der Talente des Wilhelm Busch entrollen, denn Malz machte die weltweit bekannten Streiche der Lausbuben Max und Moritz zum Mittelpunkt seines Vortrages.

Nach einem, wie schon geschildert, relativ kurzen biographischen Beitrag über Leben und Werke des Künstlers wurden die Streiche der schon erwähnten Max und Moritz Figuren verlesen, denn vorgestellt werden brauchten sie niemandem. Allzu oft schon haben Eltern und Großeltern ihren Kindern und Enkeln diese Geschichten und damit ihnen Wilhelm Busch - meist allerdings lediglich als Spaßmacher -  nahegebracht, ohne ihnen die Tiefe, die diesen Geschichten zugrunde liegt,  aufzuzeigen. Doch eingestreut in die Streiche der Taugenichtse stellte Malz dem Publikum sowohl Prosatexte - zum Beispiel "Die wunderbare Bärenjagd" - als auch lyrische Texte vor, die den meisten Zuhörern offenbar weitgehend unbekannt waren.

 Harald Harald Malz bot den Zuhörern die selten angewandte Variante eines nicht "gewöhnlichen Busch Vortrags" - so, wie er ihn in seinen Eingangsworten versprochen hatte. Jedenfalls brachte die Übermittlung des gesprochenen Wortes in Verbindung mit häufigen, kurzen  "Denkpausen" für die Zuhörer während des Vortrages, den Dichter Wilhelm Busch den Zuhörern ein Stückchen näher.

 Am Schluss der Veranstaltung verwies Birgit Hildebrand auf einen Veranstaltung, die vom  Calenberger Autorenkreis unter der Federführung von Friedrich Pape -

der  das Eingangsreferat halten wird -

am 22. November 2015 um 11.00 Uhr als Matinee im Hotel Steinkrug stattfinden wird.

Thema: Maritime Geschichten. Referent: Wolfgang Nieschalk.

Es ist eine öffentliche Veranstaltung und Gäste sind herzlich willkommen.

Text und Fotos: Wolfgang Nieschalk

5.November 2015, Ursula Kühn las eigene Werke bei den aktiven Frauen e.V. in Springe

"Aktive Frau aus Weetzen" liest für "Aktive Frauen aus Springe!"

Das hätte das Motto sein können, unter dem Ursula aus Weetzen vor den "aktiven Frauen e.V" aus Springe am 5.Oktober um 15.00 Uhr an der Bleiche 4-6, DRK Gebäude, referierte. Doch der offizielle Titel lautete anders und ist nicht weniger attraktiv:

"Ein mit scharfen Limericks angereichertes Menue serviert von Ursula Kühn!" kündigte Vorsitzenden des Vereins, Frau Jungfer den Vortrag von Ursula Kühn an und wurde von ihr herzlich begrüßt.

Das ließ viel erwarten und in ihrer ganz leicht ironischen Vortragsart, die, wenn man genau hinschaut, immer von einem Augenzwinkern begleitet wird, stellte sie in der Tat den aktiven Damen ihre Prosa und Lyrik vor. Das soll dieser kurze Text unterstreichen.

 

Verlobungszeit ist ein Genuß

weil man schon darf - doch noch nicht muß!

Glaubt man dem Sprichwort "In der Kürze liegt die Würze", kamen die Hörerinnen in Springe mehr als auf ihre Kosten, denn  Limericks stellen das Synonym der Kürze überhaupt dar und Ursula Kühn verstand es meisterhaft, diese Form der Poetik nicht nur zu entwickeln, sondern auch in ihrer unnachahmlichen Art vorzutragen. Nicht umsonst war Ursula Kühn freiberufliche Mitarbeiterin bei der Zeitung "Die Zeit" und aus dieser Zeit - über die mit ihren eigenen Worten die Zeit hinweggegangen ist - stammen die beiden beispielhaften Sünderreime, die ich zusammen mit einem ihrer Limericks als "Kostprobe" einfüge.

 

Fünf Herren, bekannt als Quintett,

die spielten mal Russisch' Roulette,

es verlos der Cellist,

was bedauerlich ist

 

Seitdem sind sie nur noch Quartett...

Hier zwei Süderreime:

ABC, die Katja saß im Schnee,

sie flog heut aus der Tanger-Bar,

weil sie schon wieder schwanger war,

da nimmt sie einfach LSD

und fühlt sich gleich okay!


Eine Nymphomanin

saß mal in der Eisenbahn drin,

stiegen zwei Eunuchen ein,

Mädchen, lass das Fluchen sein...




14. und 26. Oktober 2015, Trinitatisgemeinde Hemmingen und Gemeindehaus Gehrden. Wolfgang Nieschalk liest Hermann Löns

"Und all mein Jauchzen, all mein Klagen,

ein Traum - schon morgen unbekannt.

Mein Schaffen, Dichten, Tun und Sagen,

es rollt darüber gelber Sand."

 

Das dies bei Löns nicht zutraf, bewies Wolfgang Nieschalk am 14. Oktober 2015 vor dem Frauenkreis der Trinitatisgemeinde Hemmingen und am 26. Oktober 2015 vor einem ungewöhnlich großen Zuhörerkreis im Gemeindehaus des Literaturkreises Gehrden. Besonders erfreulich war, das sich einige Zuhörer spontan in die Einladungsliste des Calenberger Autorenkreises eintragen ließen, um künftig von unseren Aktivitäten lückenlos unterrichtet zu werden.

Löns ist weiten Bevökerungskreisen auch über hundert Jahre nach seinem Tode ein Begriff und insofern hat Löns sich über die Popularität seiner Werke geirrt, die er nach kurzer Zeit im Dunkel des Vergessens veschwinden sah, die aber heute noch - und vielleicht sogar mit zunehmender Tendenz - die Leser begeistern.

Näheres und zusätzliches Bildmaterial finden Sie hier auf dieser Seite unter der Veranstaltung vom 20. September 2015 in Linderte.

20. Oktober 2015, Bürgestiftung Hemmingen. Friedrich Pape las Hesse

Friedrich Pape während seines Vortrages

Am 9.Oktober 2015 war der Calenberger Autorenkreis bei der Bürgerstiftung Hemmingen zu Gast. In der Mediothek des Schulzentrums schilderte Friedrich Pape einem außerordentlich interessiertem Publikum das wechselvolle Leben des Dichters Hermann Hesse und rezidierte Gedichte dieses grossen Lyrikers und Romanciers. Selten spiegelt sich das persönliche Leben so intensiv im eigenen Werk wie bei Hesse. Die gnadenlose Ehrlichkeit des Dichters gegen sich selbst war einer der Gründe, weshalb er weltweite Verehrung fand. 1946, qls die deutsche Sprache in der Welt keinen guten Klang hatte, bekam Hermann Hesse den Literatur- Nobelpreis. Hesses Bücher wurden in mehr als sechzig Sprachen übersetzt und erzielten eine Gesamtauflage von 130 Millionen Exemplaren. Damit war er der meistgelesene deutschsprachige Autor des 20. Jahrhunderts. Viele gute Autoren dieser Zeit sind leider längst vergessen. Hesses Romane werden bis in unsere Zeit immer wieder neu aufgelegt.  

20. September 2015, Linderte

"Und all mein Jauchzen, all mein Klagen,

ein Traum - schon morgen unbekannt.

Mein Schaffen, Dichten, Tun und Sagen,

es rollt darüber gelber Sand."

 

Diese Abschlußzeilen aus dem Gedicht von Löns - "Ich" - klingen so, als glaubte Löns selbst nicht daran, dass seine frühe Lyrik die kommende Zeit überdauern könnte. Und er hätte um ein Haar recht behalten. Nur ein Zufallsfund hat uns diese frühen Werke von Löns erhalten.

In seinem Vortrag über Hermann Löns beleuchtete Wolfgang Nieschalk aus Nordstemmen, Mitglied des Calenberger Autorenkreises, am Sonntag, den 20. September u.a. die sogenannte "Werdezeit" von Löns, die in Zeiten politischer Unruhen auch an Löns in seinen jungen Jahren Spuren hinterlassen hat, welche sich in seiner frühen Lyrik niederschlugen.

Die knapp 50 Zuhörer in der Heimatstube des historischen Vereins waren erstaunt über die Vielfalt des schriftstellerischen Spektrums von Löns, das nicht nur - wie oft fälschlich angenommen - die Heide in den Mittepunkt seiner Lyrik und Prosa stellt.

Wolfgang Nieschalk bewies temperamentvoll und einfühlend, der Situation angepasst, dass Löns über viel mehr, als nur über die Heide schreiben konnte. Das wurde an den dramatischen Gedichten "Segelfahrt" ebenso deutlich wie an dem Gedicht "Absturz", das sich im Hochgebirge abspielt. Dieses und ein weiteres Gedicht "Wetterleuchten" wurden sehr gekonnt von Friedrich Pape vorgetragen.

Die Höhepunkte waren sicher die Vorträge von Nieschalk über den "Sylvesternebel", der Löns um ein Haar zum Verhängnis geworden wäre und den "Mörder", einen Hirsch, der die heimischen Standhirsche rücksichtslos mit Hilfe seines abnormalen, verkrüppelten Geweihs "totforkelt", wie die Jäger sagen würden, und die Jägerschaft so zur Verzweiflung bringt.

Die Lesung war eine außerordentlich gut gelungene Vorstellung über das bewegte Leben dieses großartigen Dichters, der nach seinen Tode nicht den bitteren Weg des Vergessens gehen musste.Noch heute pilgern Tausende Besucher jährlich zu seinem Grab in der Tietlinger Heide bei Walsrode, das ein riesiger Findling bedeckt und meist gehen sie weiter zu dem aus Findlingen gemauerten Löns Denkmal, das nur wenige hundert Meter entfernt auf einem Hügel steht. Er selbst hatte andere, schlichtere Vorstellungen über sich nach seinem Tod:

"Will nichts mehr hören, will nichts mehr sehen,

wie Laub und Gras will ich vergehen.

Und darum kein Hügel und darum kein Stein,

spurlos will ich vergangen sein. 

Text:  Konrad Schmidt

Fotos: Nemitz / Nieschalk


17.September 2015 , Barsinghausen

Referat von Wolfgang Nieschalk über das Thema: "Reisesplitter - mit dem Boot von der Ostsee ins Mittelmeer."



Text und Bild: Schön

Barsinghausen/Petrusgemeinde.  

Spannung pur versprach uns dieser 17. September 2015 bei Petrus Miteinander. Bei diesem ersten Treffen nach der Sommerpause war Wolfgang Nieschalk vom Calenberger Autorenkreis zu Gast.
40 Zuhörerinnen und Zuhörer hatten den Weg zu Petrus Miteinander gefunden, um sich in eine andere, nasse Welt entführen zu lassen.  Nach der Begrüßung und dem Gedicht für die Geburtstagskinder stellte sich der Autor Wolfgang Nieschalk aus Rössing den Anwesenden vor. Er berichtete über sein Hobby dem Segeln und dem Bau seiner Jacht.

Dann nahm uns der Schriftsteller und Skipper, der schon viele Meere befahren hat mit auf die Reise - er fesselte mit seinen spannenden und nicht immer gefahrlosen Erlebnissen und Geschichten die Anwesenden. Zwischen den Geschichten wurden immer wieder Seemannslieder angestimmt, die Erwin Becher auf der Mundharmonika begleitete.

Renate Becher sorgte für das Wohl der Gäste die sich an dem leckeren Gebäck und Dip stärkten. Die Zeit verging wie im Flug und der Abend neigte sich dem Ende zu - mit einem kleinen Präsent bedankten sich Hildegard und Alfred Schön bei Wolfgang Nieschalk für diesen unterhaltsamen Abend.

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12. September 2015, Hotel Steinkrug

Eröffnungsrede von Friedrich Pape anlässlich des zwnzigjährigen Bestehens des Calenberger Autorenkreises.



Text:  Friedrich Pape
Bild:   Wolfgang Nieschalk 

Ansprache anlässlich des   Jubiläums der Calenberger Autoren

Sehr   geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, wir Calenberger   Autoren blicken heute auf zwanzig Jahre fruchtbarer Zusam­menarbeit zurück.   Wir haben Sie bzw. Euch eingeladen, um unsere Dankbarkeit für langjährige   Treue zu bekunden. Außerdem wollen wir zeigen, wie wir uns entwickelten, und   wie wir uns heute definieren. Literaten sind der Unabhängig­keit bedürftige   Individualisten, die - wenn ihnen das Fatum von frühster Ju­gend an wohlgesonnen   war - aus einem weitreichenden kulturellen Horizont zu schöpfen vermögen.   Heinrich v. Kleist behauptet in seinem vielzitierten Essay die „Allmähliche   Verfertigung der Gedanken beim Reden", dass die Ideen ihm im Dialog   zuflögen. Das haben wir Calenberger Autoren durchaus verinnerlicht, sonst   würden wir nicht hoffnungsvoll jeden Monat wieder Zusammenkommen. Wir wissen   allzu gut: Zu jeder von Freunden des Wortes entwickelten These findet sich   bald eine Antithese, und die rhetorische Begabung, über die wir mehr oder   weniger souverän verfügen, kann bei Diskussionen zur Klarheit bei­tragen,   vermag aber auch Tatbestände zu vernebeln. Umso notwendiger ist das   Vertrauen, das uns miteinander verbindet. Es ist über Jahre gewachsen, hat   viel Bestätigung, aber auch Enttäuschungen erfahren und führte letztlich   dazu, dass wir heute wagen, zuversichtlich nach vorn zu schauen. Absolute   Offenheit er­scheint uns unabdingbar, obgleich sie schwer herzustellen ist.   Daher empfinden wir die Forderung des Sokrates als ständigen Appell: „Sprich,   damit ich dich se­he!"

Wir   gründeten bewusst keinen Verein. Es gibt keine Hierarchie; organisatori­sche   Pflichten sind auf mehrere Schultern verteilt; in unseren Reihen maßt sich   niemand an, über andere zu herrschen. Sollte dennoch jemand dominieren   wollen, hält er es bei uns nicht lange aus. Auch wer den Ring der   Verlässlichkeit ignoriert, der uns umschließt, wird sich von uns bald wieder   verabschieden. Im Juni 1995 haben Wilhelm Stenzel und ich diese Initiative   gegründet. Schon we­nige Wochen danach hatten wir fünf weitere Mitstreiter   gewonnen, und heute bekennen sich 11 aktive Autoren zu unserer Gruppe. Wir   haben auch Fluktuati­onen hinnehmen müssen. Zwölf Mitglieder haben uns in den   vergangenen zwanzig Jahren verlassen; stattdessen traten andere unserer   Gruppe bei. Man­cher ging, weil er lähmender Einfallslosigkeit erlag oder   weil er den Wohnort wechselte; andere brachten die Toleranz nicht auf, mit   der sie ihren oft ganz anders gearteten literarischen Brüdern hätten begegnen   sollen. Die Befürch­tung, ein anderer könnte erfolgreicher sein, die besseren   Erzählungen, Essays oder Gedichte schreiben, hat so manchem in unserem Kreise   das Leben vergällt und führte dazu, dass einige resignierten. Doch weise wäre   es, für die eigene Leistung dankbar zu sein, die eigenen Grenzen zu   akzeptieren, anderen ihren


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Erfolg   zu gönnen, sich über andere nicht arrogant zu erheben und die gemein­same   Arbeit nicht durch persönliche Empfindlichkeiten zu erschweren.

Seit   den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts befassen sich die Philolo­gen   mit den intertextualen Zusammenhängen aller Literatur. Starke Geister ziehen   Epigonen nach sich. Vom Zeitalter des Perikies in Athen bis zur Gruppe 47 im   vorigen Jahrhundert lässt sich nachweisen, dass das neu Heraufkommen­de von   den zwangsläufig schwindenden Vorgängern geprägt wurde. Wir wäh­nen uns   unabhängig, spiegeln dennoch - wenn auch im neuen Gewände - die Gedanken und   stilistischen Bestrebungen unserer Vorväter. Gegenseitige Anre­gungen führten   zu fruchtbaren Epochen in der Kulturgeschichte. Doch immer wieder riss der   goldene Faden ab, und lange Phasen der Stagnation waren die Folge. Erging es   den Calenberger Autoren ähnlich? Dankbar stellen wir fest, dass auf   gelegentliche Dürre stets reichlicher Niederschlag folgte.

Ursprünglich   hat uns das Bedürfnis zusammengeführt, unsere Arbeiten durch gegenseitige   Kritik stilistisch zu entwickeln. Das ist das wichtigste Anliegen ge­blieben.   Hinzu kam ein zweiter Schwerpunkt: Als wir an die Öffentlichkeit gin­gen,   wollten wir jene Hörer, die sich seit ihrer Schulzeit die Freude an der Lite­ratur   bewahrt hatten, anregen, sich an die großen Geister unserer Kultur zu   erinnern. Weil wir erfahren mussten, dass viele bedeutende Autoren nach kur­zer   Zeit nicht mehr aufgelegt wurden, kämpften wir entschieden gegen das   Vergessen. Heute bieten wir neben eigenen Texten etwa vierzig Referate und   szenische Lesungen über die Weltliteratur an. In manchen Bibliotheken, Muse­en,   Buchhandlungen, Kulturvereinen südlich von Hannover sind wir bekannt. In   einigen Orten, wie in Linderte, Hemmingen oder Laatzen haben sich feste   'Gemeinden' gebildet, die beständig wachsen. Seit Anfang dieses Jahres   strahlt der Sender Leinehertz auf UKW 106.5 unsere Beiträge aus, die wir dort   selber vortragen.

Es   wäre ein Irrtum zu glauben, Literatur vermittelte vorwiegend einen positiven   Blick auf die Welt. Die Literatur ist tiefgründiger: Den Konflikten, die der   Autor mit sich selbst hat und die er im gesellschaftlichen Umfeld erfährt,   versucht er sprachlichen Ausdruck zu geben. Der Dichter Vaclav Havel, erster   tschechischer Staatspräsident nach der Wende, erklärte in einem Interview:   „Die meisten Au­toren schreiben, um die eigene Verzweiflung abzugeben und sie   damit zu überwinden." Und Franz Kafka spricht einmal davon, dass die   Literatur das Beil wäre, mit dem wir das gefrorene Meer in uns aufzubrechen   versuchen. Michael Köhlmeier, der den Roman 'Zwei Herren am Strand'   geschrieben hat, wurde von Journalisten gefragt, wieweit er sich an die   historische Wahrheit gehalten habe; denn bei den prominenten Akteuren in   seinem Werk handele es sich immerhin um Churchill und Chaplin. Er antwortete:

„Schriftstellerei   hat etwas Unseriöses. Wir tun so, als ob wir in unsere Helden hineinsehen   könnten. Ein Historiker darf das nicht. Ein Schriftsteller muss es.

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Der   Roman nimmt die Wirklichkeit auf und spielt mit ihr. Poesie, Drama, Erzäh­lung   - in ihnen wird der Triumph der Möglichkeiten gefeiert. In diesem Fall: Zwei   moderne Ritter streiten gegen Depression und Terror - das ist doch eine tolle   Geschichte! Z. B. gelingt es Tolstoi in „Anna Karenina" über die   Gedanken des Ljewin seine eigenen Reflexionen auszubreiten. Nicht der Autor,   sondern die von ihm geschaffene Figur spricht." Soweit die Aussage   Köhlmeiers.

Liebe   Freunde, jede Erzählung ist weithin erfunden und sollte dennoch - durch  poetische Sprache erhoben - unser wechselvolles Leben abbilden, wenn sie vor   der Kritik bestehen will. Was uns selber begeistert, abstößt oder eben um­treibt,   übertragen wir auf selbstgeschaffene Individuen. Das Konstruieren dra­matischer   Szenen von der Idylle bis hin zur Katastrophe haben wir von unsterb­lichen   Poeten gelernt. Den großen Russen des vorvorigen Jahrhunderts - Tolstoi,   Dostojewski, Puschkin - stehen die westlichen Autoren gegenüber: Di­ckens,   Steinbeck, Hemingway, Maupassant, Hugo, Balzac, Thomas Mann, Böll, Walser, um   nur wenige zu nennen. Einzigartig in der Kulturgeschichte sind die „Suche   nach der verlorenen Zeit" von Marcel Proust, der in einem riesigen Pa­norama   das niedergehende Pariser Großbürgertum vor dem I. Weltkrieg abbil­det, und   der „Ulysses" des James Joyce, dessen Roman von Homers Odyssee   inspiriert worden ist. Sein Held Leopold Bloom durchwandert nur einen Tag   lang Dublin, und auf tausend Buchseiten tut sich ein riesiges Feld des Allzu­menschlichen vor uns auf. Die wahrhaft bedeutenden Romanciers sind immer auch Philosophen, scharfsinnige Denker.

Um   ganz zu erfassen, wie Erzählungen oder Romane aufgebaut und entwickelt   werden, könnte als Leitbild das klassische Drama hilfreich sein. Harry   Mulisch, der große niederländische Erzähler, teilt seinen vor kurzem   erschienenen Ro­man 'Höchste Zeit' in fünf Akte ein und folgt damit der   Vorgabe der altgriechi­schen Dramatiker. Sie erinnern sich gewiss aus dem   Deutsch-Unterricht: Im ers­ten Akt werden wir mit dem Personal vertraut. Wir   lernen, die zentralen Figu­ren und ihre Gegner zu unterscheiden. Der zweite   Akt bringt eine Steigerung der Handlung, die Charaktere stoßen aufeinander;   der Konflikt spitzt sich zu, denn keiner vermag die eigene Position   aufzugeben. Den Höhepunkt vermittelt der dritte Akt, der in einem spannenden   Umschwung endet. Der vierte Akt zeigt eine Verlangsamung des Geschehens, und   die Akteure hoffen, das Dilem­ma überwinden zu können. Endlich kommt es im   fünften Akt zur Lösung, die den Liebenden in der Komödie das große Glück   beschert, in der Tragödie dage­gen den Untergang des Helden bedeutet. Diese  von den Griechen, denken Sie nur an Sophokles, Aischylos oder Aristophanes,  dargestellte Steigerung menschlicher Konflikte überlebte zweitausendfünfhundert  Jahre. Die größten Dramatiker Europas wie Shakespeare und Schiller haben sich   an sie gehalten. Offenbar ist sie der menschlichen Natur angemessen. In   vielen Romanen,

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Novellen,   selbst in Kurzgeschichten finden wir immer wieder ein ähnliches Schema angewendet.

Eine   besondere Stellung kommt der Lyrik zu. Es ist wohl kein Zufall, dass wir  Calenberger Autoren unseren Einsatz für die Weltliteratur zunächst   'Lyrikreihe' genannt haben. Hier feiert die Sprachästhetik hohe Triumphe. Sie   steht mit Rhythmus und Reim der Musik sehr nahe, was sich besonders im   Kunstlied zeigt, das aus der Zusammenführung von Wort und Klang entsteht. Es   war ein kulturhistorischer Glücksfall, dass die Verse der Romantiker   begnadete Kompo­nisten wie Schubert, Brahms oder Reger zu wunderbaren Klängen   inspirierten. In dieser Hinsicht hatte hundert Jahre zuvor J.S. Bach mit   Kantaten und Passio­nen schon beispielgebend gewirkt. Ein Gedicht kommt oft   so leichtfüßig daher und ist doch die Frucht höchster Konzentration. Darum   erfordert die Lyrik nachvollziehendes Lesen. Verse - ob gereimt oder   ungereimt - erschließen sich erst nach mehrfacher gründlicher Lektüre.

In   der knapp bemessenen Vortragszeit konnte ich nur andeutend jene Magie  erwähnen, die von den befruchtenden Musen Kalliope und Euterpe hervorge­bracht  wurde. Ich hoffe, damit einigermaßen beschrieben zu haben, was uns Autoren  bewegt und antreibt. Von ganzem Herzen wünsche ich meinen Calen­berger Freunden  und mir, dass wir weiterhin einträchtig und geduldig mitei­nander umgehen, in   Krisen, die sich leider nicht immer vermeiden lassen, treu zueinander stehen,   und das gegenseitige Vertrauen keinen Schaden nehmen möge. Bei dieser   Veranstaltung vertrete ich die Calenberger Autoren zum letz­ten Mal   öffentlich. Zwanzig Jahre habe ich den Karren gezogen, das ist genug. Drei   unserer Kollegen, die sich durch Sensibilität für das poetische Wort, flexib­len   Intellekt und großen Einsatzwillen auszeichnen, werden an meine Stelle tre­ten.   Es sind (in alphabetischer Reihenfolge): Prof. Jörg Hartung, Uwe Märtens und   Wolfgang Nieschalk. Ich hoffe, dass sie rege miteinander kommunizieren, um   künftigen Aufgaben gewachsen zu sein. Dankbar für viele glückliche Jahre und   gutes Einvernehmen gebe ich an sie die Verantwortung ab, werde aber weiterhin   hochmotiviert in der Gruppe mitarbeiten. Jetzt freue ich mich darauf,   poetische und gewiss auch geistreiche Beiträge meiner Kollegen zu hören, be­vor   wir danach zum lukullischen Teil des Abends übergehen.


12.September 2015, Hotel Steinkrug

Ein wunderbarer Tag - Die Calenberger Autoren feierten Ihr zwanzigjähriges Jubiläum. Und dieser Tag verging viel zu schnell!




Mitglieder von links nach rechts untere Reihe: Uwe Köster, Karla Kühn, Inge Hübner, Fritz Pape, Wolfgang Nieschalk / obere Reihe: Harald Malz, Susanne Kipp, Ursula Kühn, Uwe Märtens, Jörg Hartung, Wilhelm Stenzel

Fotos und Text: Wolfgang Nieschalk

Gekonnt und locker führte Uwe Märtens in seiner Moderation durch die Festveranstaltung des Calenberger Autorenkreises, der im Jahre 1995 von Friedrich Pape aus Linderte/Ronnenberg und Wilhelm Stenzel aus Barsinghausen gegründet wurde. Der zur Zeit 11 Mitglieder zählende Calenberger Autorenkreis, feierte am 12. September 2015 sein zwanzigjähriges Bestehen. Zahlreiche Gäste und "Stammhörer" überbrachten ihre Glückwünsche und drängten sich um das Gala Buffet, dass der Festrede von Friedrich Pape und den einzelnen Kurzbeiträgen der Calenberger Autoren folgte. Dabei spiegelte die weit gefächerte Thematik der Textbeiträge unüberhörbar die Verschiedenartigkeit der Calenberger Autoren und deren Neigungen wieder.

Gerade diese Unterschiede der Menschen in der Autorengruppe macht den Calenberger Autorenkreis nicht nur intern so interessant, sondern mehr noch für die Leser und Hörer. Sie ist die Keimzelle für abwechslungsreiche, vielseitige Vorträge und dieser Abwechslung in den literarischen Beiträgen ist es zu verdanken, dass die Vortragshäufigkeit gerade in den letzten Jahren, kontinuierlich gestiegen ist.

Immerhin tritt die Gruppe bis Ende dieses Jahres durch Vorträge 36 mal vor die Öffentlichkeit. Oder anders ausgedrückt: Die Calenberger Autoren sind literarisch jede anderthalb Wochen einmal irgendwo mit einem Vortrag zu hören. Unter anderem in Springe, Bad Münder, Rodenberg, Linderte und Laatzen. Dabei sind die monatlichen Rundfunkauftritte nicht einmal mitgerechnet.

Außerdem führt die Calenberger Autoren ihre Literaturverbundenheit jeden 1. Samstag zusammen, um ihre eigenen Werke - sei es nun Lyrik oder Prosa - in gemeinschaftlicher, sachlicher Textbesprechung - möglichst zu verbessern.

"Das hat sich bewährt, das sei das wichtigste Anliegen der Vergangenheit gewesen und das werde es ganz gewiss auch in Zukunft sein", hob Friedrich Pape in seiner Festansprache besonders hervor. "Von ganzem Herzen wünsche ich meinen Calenberger Freunden und mir, dass wir weiterhin so vorbildlich  miteinander umgehen, damit dieses Vertrauen, das in einer Autorengruppe unbedingt erforderlich ist, weiter besteht." Sie sehen Ein strammes Pensum und auch Verpflichtungen innerhalb der Gruppe, die  die Calenberger Autoren im Jahresverlauf zu bewältigen haben.

Anschließend stellte er die drei Mitglieder in alphabetischer Reihenfolge - Professor Dr. Hartung, Uwe Märtens und Wolfgang Nieschalk - vor, die nun nach seinem verdienten Rückzug aus dem organisatorischen Teil der Gruppe, seine bisherigen Aufgaben in "Arbeitsteilung" übernehmen werden.


Birgit Hildebrand als Vorsitzende des historischen Vereins Linderte e.V   ergriff ganz zum Schluß der "Redezeit" das Wort und überreichte Friedrich Pape am Schluß eine umfangreiche Dokumentation sämtlicher Veranstaltungen der Calenberger Autoren, in der mit Wort und Bild deren Aktivitäten festgehalten wurden. Eine wahre Mammutaufgabe, wagte ich einzwerfen, als ich das gewichtige Werk durchmusterte. 


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 September 2015

20 Jahre Calenberger Autorenkreis  

Die Vorbereitungen zu diesem denkwürdigen Tag am 12.September 2015 um 17.00 Uhr im Hotel Steinkrug laufen auf Hochtouren. Die Gästeeinladungen wurden von Friedrich Pape und Uwe Märtens in Zusammenarbeit mit Prof. Jörg Hartung, Karla Kühn und Wolfgang Nieschalk zusammengestellt, geschrieben und versandt. Die meisten Gäste - wenn sie nicht gerade urlaubsbedingt zum Jubiläumstag abwesend sind - haben ihre Teilnahme erfreut zugesagt und nun wartet auf sie nach der Festansprache, die Friedrich Pape halten wird, von jedem Mitglied ein Kurzbeitrag, der max. 6 Minuten dauern wird. Danach schließt sich ein gemütliches Zusammensein mit den Gastgebern an, die sich schon zu Beginn der Veranstaltung zwanglos unter die Gäste gemischt haben. Natürlich bildet den Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltung das Gala Buffet, das keine Wünsche offen lassen wird. Auch für Getränke ist gesorgt und wir Calenberger freuen uns auf viele gute Gespräche mit den geladenen Gästen bei einem guten Glas Wein und wir sind sicher, dass diese Veranstaltung eine weitere Vertiefung der freundschaftlichen Verbindungen zu unseren Gästen und Freunden der Literatur zur Folge haben wird. Und damit die Gäste sehen, mit wem sie es zu tun bekommen werden, füge ich unten ein Profilbild jedes unserer Mitglieder ein.

Nicht vergessen werden dürfen die im Hintergrund des Geschehens wirkenden Ehe- bzw. Lebenspartner der mit der Planung des Festes beschäftigten Calenberger Autoren. Wilma Kollath, Martina Märtens, Marlis Nieschalk und Joachim Kühn gebührt besonderer Dank für ihre "Hintergrundarbeit."

Auch nicht vergessen werden dürfen unsere rührigen Gastgeber des historischen Museums Linderte, Birgit und Werner Hildebrand sowie Herbert und seine Frau "Friedchen" Voges. Auch Ihnen sei Dank für ihren unermüdlichen Einsatz.

Ich freue mich mit Ihnen, auf die auch mir unbekannten Wortbeiträge und grüße Sie ganz herzlich,

Ihr Wolfgang Nieschalk, Mitglied des Calenberger Autorenkreises und zuständig für die Pressearbeit .

Text und Fotos Wolfgang Nieschalk

Und hier sind sie, unsere fleißigen "Mit-Tuer und Mit-Denker."

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1.September 2015, Alfeld

Literatur im Gewölbekeller

Der Gewölbekeller des Mehrgenerationenhauses in Alfeld bot ideale Voraussetzungen, um bei Kerzenlicht der Fantasie der zahlreichen Zuhörer freien Raum zu lassen, als Wolfgang Nieschalk über das Leben Heinrich Spoerls - dem Vater der Feuerzangenbowle  berichtete. Auch wurde über die "Abenteuer" zweier Schüler aus dem "örtlichen Gymnasium" in einem Wasserturm und die Verzinsung des Geldes referiert, aber vor allem wurde der Unterschied zwischen Ausgeben und Nichtausgeben des knappen Rohstoffs näher beleuchtet. Ob es mathematisch korrekt ist, so zu rechnen, sei dahingestellt. Jedenfalls hat es Spoerls Großmutter zu etwas gebracht, indem sie den Unterschied von einem Taler ausgeben und nicht ausgeben mit zwei Talern bezifferte. Sie hat so gehandelt, das hat sich offenbar bewährt und seine Großmutter hat es zu etwas gebracht."

Der Altersschock eines Straßenbahreisenden und die geplatzte Hochzeitsnacht eines jungen Paares  durch das misstrauische Einschreiten eines Dackels in den entscheidenden Momenten der Annäherung - vorgetragen im Dialog mit Frau Heinrich vom Mehrgenerationenhaus - sorgte für lebhaften Beifall.

Text: K. Schmidt

Fotos: Nemitz

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19. Juli 2015, Linderte

Sommerlesung des Calenberger Autorenkreises am

Zum 10. Mal versammelten sich die Mitglieder des Calenberger Autorenkreises Linderte am 19. Juli 2015 zu ihrer alljährlichen Sommerlesung, die im Garten der Eheleute Kühn stattfinden sollte, aber kurzfristig in das historische Museum Linderte verlegt wurde, weil der Wettergott sich nicht zu entscheiden konnte, beständigem Sonnenschein zu liefern.
Die zehnte Sommerlesung kann als kleines Jubiläum bezeichnet werden, weil sie passend ins große Jubiläumsjahr des Calenberger Autorenkreises fällt, der in 2015 sein zwanzigjähriges Jubiläum feiert. Jörg Hartung führte leicht und locker durch die kurzweiligen anderthalb Stunden. Dabei fiel auf, das er sich diesmal eine Krawatte umgebunden hatte. Wer glaubte, das geschah aus Respekt vor dem denkwürdigen Doppeljubiläum des Calenberger Autorenkreises, hatte sich geirrt. Er tat dies, wie er sagte - und dabei schmunzelte -  um endlich im würdigem Rahmen der Zuhörer einen Kontrapunkt zu "Cipras und Vorofakis" zu setzen.
Doch zuvor eröffnete die Vorsitzende des historischen Museums Linderte, Birgit Hildebrand, die Veranstaltung und hieß Gäste und Calenberger Autoren willkommen.
Die vorgetragenen Texte von Ursula Kühn aus Weetzen, Karla Kühn aus Linderte, Inge Hübner aus Empelde und Harald Malz, Springe, bestanden aus einer gut gewählten Mischung nachdenklich machender Texte, Satiren und u.a. einer launigen Betrachtung der Worte "eigentlich und irgendwie." Anfang und Ende der Lesung wurde geschickt eingerahmt von lyrischen Texten der Autoren Wilhelm Stenzel und Jörg Hartung, der neben seiner Moderation auch die Texte von Wilhelm Stenzel einfühlsam vortrug.
Rund fünfundvierzig Zuhörerinnen und Zuhörer lauschten aufmerksam und konzentriert den Referenten.
Nach dem herzlichen Applaus der Literaturliebhaber wiesen Birgit Hildebrand und Jörg Hartung auf die nächsten Veranstaltungen in der Heimatstube Linderte hin: Am Sonntag, den 20. September 2015, um 17.00 Uhr liest Wolfgang Nieschalk für den Calenberger Autorenkreis über Leben und Werk von Hermann Löns.
Besonders hob Jörg Hartung hob die Veranstaltung anlässlich des 20- jährigen Bestehens des Calenberger Autorenkreises im Hotel Steinkrug am 12. September 2015 hervor.

Zum Abschluss jeweils ein Gedicht von Wilhelm Stenzel und Jörg Hartung, die von hohem lyrischen Gespür und Können zeugen und die die Lesung der Prosatexte, wie oben schon angedeutet, mit einem Kranz lyrischer Kunst einrahmeten.

Wilhelm Stenzel:                        

Sonnenuntergang am Meer

Meeresleuchte, Wolkenbrände,
Feuermale blau gezinkt.
Nebel grauen, Schleier steigen,
Lichterrausch - die Sonne sinkt.

Abendlicht in hellen Streifen
auf den Wellen treibt es her.
Rausch der Ferne, Sog der Tiefe -
Sonnenuntergang am Meer.
©Wilhelm Stenzel, Barsinghausen, 19.07.2015,


Jörg Hartung:

Im Fluge
Ich liebe es mit Dir zu fliegen
und sei es nur für einen Augenblick.
Die Ewigkeiten lassen sich nicht messen
und passen doch in lebenslanges Glück.

Es ist die Zeit, die uns den Bogen gibt,
die scheinbar den Verstand begrenzet,
Am Ende (Entmutigt) unsre Träume tilgt,
die für die Ewigkeit bestimmt sind.

Doch hoch am Himmel streifen wir,
ganz losgelöst von Erdenschwere.
Es gilt nur Dein Gesicht, der Augen Strahlen,
der Düsen Ton, die Unerreichbarkeit im Nichts.

Und unten wechseln rasch die Bilder,
vom Land auf See, von Berg zu Tal.
Tiefschwarze Wolken uns verhüllen
den Tanz der Nachen auf dem rauen Meer.

Und über uns das Reich der Sterne,
unsichtbar blass im tiefen Blau.
Senkt sich die Nacht, so zeigen sie
die Wege auf zur Ewigkeit.

©Jörg Hartung, Gehrden, 19.07.2015



Texte und Fotos: Wolfgang Nieschalk

07. Juli 2015, Radio Leinehertz 106.5 in Hannover

Die Calenberger Autoren auf Sendung

Zum diesmaligen Aufnahmetermin des Calenberger Autorenkreises Anfang Juli 2015 bei Radio Leinehertz - 106.5 -  hatten Friedrich Pape aus Linderte, Jörg Hartung aus Leveste und Wolfgang Nieschalk aus Nordstemmen für die Freunde der Literatur erneut ein breites Spektrum an Interessantem und Hörenswertem ausgesucht.

Friedrich Pape las ausgewählte Werke aus einem seiner zahlreich erschienenen Kurzgeschichtenbände. Wolfgang Nieschalk hatte sich diesmal auf "maritime Geschichten von der Havel bis an den Nil" konzentriert, während Jörg Hartung - so wie bei jeder Sendung - mit großer Professionalität die Moderation übernahm. Darüber hinaus las er vertretungsweise lyrische Werke von Wilhelm Stenzel aus Barsinghausen, der am Aufnahmetag selbst nicht dabei sein konnte. Durch geschickte Platzierung der lyrischen Texte zwischen die von Pape und Nieschalk vorgetragene Prosa erhöhte er die Wirkung beider Poesierichtungen nochmals beträchtlich.

Trotz der widrigen Temperaturen, die die vierzig Grad Marke am Aufnahmetag im Studio weit überschritten, lief trotz schweißnasser Hemden "alles rund" und die nachfolgende Sendung kann als Erfolg für alle Teilnehmer gewertet werden. Man spürte bei der Aufnahme: Wir alle gewöhnen uns an die Studioatmosphäre - und das dort tätige Personal sich an uns, was die Zusammenarbeit ausgesprochen locker und damit angenehm machte.

Text und Fotos: Wolfgang Nieschalk  

Lesung vor den aktiven Seniorinnen in Weetzen über Gottfried Benn

Es war ein interessiertes Publikum, dass Friedrich Pape bei einem Vortrag vor den "aktiven Seniorinnen von Weetzen" über "Gottfried Benn" am 3. Juni 2015 begrüßen konnte. Von seiner Vortragskunst mitgerissen, lauschten die Damen den lyrischen Texten und der Biographie des 1951 mit dem Büchner Preis ausgezeichneten Dichters mit großer Aufmerksamkeit. Genauso wie zuvor schon im Museum Linderte, verstand es Pape, den 1953 mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland geehrten Benn mit außerordentlichem Gespür und Gefühl für das, was der Dichter durch seine Werke ausdrücken wollte, dem Publikum nahezubringen.

Wer sich ausführlicher über Benn informieren möchte, kann dies auf der Seite Archiv - Wer war Gottfried Benn? -  auf dieser Homepage tun.

Diese Lesung über Gottfried Benn durch Friedrich Pape fand ihre Entsprechung in anhaltendem Applaus von ca. 35 Zuhörerinnen für den Referenten.

Text und Fotos: Wolfgang Nieschalk


Lesung des Calenberger Autorenkreises am 31. Mai 2015 im Heimatmuseum Linderte

Schon auf der Straße war an der Menge der Fahrzeuge, die vor dem Museum hielten, zu erkennen, dass diese szenische Lesung angenommen werden würde. Der Schein täuschte nicht. Gut vierzig Gäste waren gekommen, um den hochmotivierten Akteuren des Calenberger Autorenkreises in den Räumen der Heimatstube des Historischen Museums Linderte bei ihrer szenischen Lesung am 31. Mai über den "Stechlin" von Theodor Fontane zuzuhören. Es war eine sehr gelungene Veranstaltung, die nicht nur am Schluss, sondern auch immer wieder zwischen den einzelnen Passagen Applaus auslöste, so dass die Dialoge kurzzeitig unterbrochen wurden, bis sich die Zuhörer beruhigt hatten.

Birgit Hildebrand eröffnete die Veranstaltung als Vorsitzende des Heimatvereines wie immer souverän und diese Souveränität setzte sich nahtlos bei den Mitwirkenden des Calenberger Autorenkreises, mit der sie ihre Beiträge vortrugen, fort.

Die geschmackvolle Kostümierung, die die Mode der damaligen Zeit treffend wiederspiegelte, verstärkte diesen Eindruck zusätzlich.

Die Textauswahl durch  Friedrich Pape war ebenso perfekt wie auch das  Arrangement der Lesung, für das Jörg Hartung, Gehrden-Leveste verantwortlich zeichnete.


Fontanes Roman erschien 1899 und wurde 1975 vom NDR verfilmt. Es ist die brillante und entlarvende Darstellung eines Vertreters des durchschnittlichen preußischen Landadels, der so gar nichts mit dem immer wieder gezeichneten Bild des kriegslüsternen, aus Blut und Eisen geformten Preußen gemein hat. Es ist das Bild eines beim Militär gescheiterten Junkers, der sich auf seinem herunter gekommenen brandenburgischen Gut Gedanken über Gott und die Welt macht und der doch gefangen ist in seinen Vorstellungen, Traditionen und Hoffnungen - wie jeder Mensch. Er ist der Prototyp eines glücklosen Offiziers und untüchtigen, aber altersweisen Landadeligen, wie es sie zu Dutzenden in den Gründerjahren mit ihrem Beharren auf dem Vergangenen gegeben haben mag.

Im Norden der Grafschaft Ruppin, hart an der mecklenburgischen Grenze, zieht sich von dem Städtchen Gransee bis nach Rheinsberg hin eine mehrere Kilometer lange Seenkette durch eine menschenarme Gegend. Einer der Seen heißt "Der Stechlin."  
Aber nicht nur der See führt diesen Namen. Auch der Wald heißt Stechlin ebenso wie das langgstreckte Dorf am Ufer des Sees und auch das nur über eine alte Bohlenbrücke erreichbare, hinter hohen Bäumen aufragende Gebäude heißt "Schloss Stechlin." Wenn schon alles in der Gegend Stechlin heißt, wäre es sonderbar, trüge nicht auch der Schlossherr diesen Namen. Die Vermutung täuscht nicht: Auch der Schlossherr ist ein Stechlin.
Kern des Romans ist der durch lebhafte Dialoge vollzogene geistige Austausch des Dubslav von Stechlin mit seinem Diener Engelke und dem mit Dubslav befreundeten Pastor Lorenzen, die beide das unbedingte Vertrauen Dubslavs genießen. Das Wirtschaften auf seinem heruntergekommenen Gut - dem man dies ansieht - hat Dubslav, wie schon erwähnt, nicht verstanden. Nun macht sich seine schon erwähnte Altersweisheit bezahlt, die er im geschäftlichen Verkehr mit seinem Finanzier Baruch Hirschfeld - bei dem er in Abhängigkeit geraten ist - auf seine Art erfolgreich einsetzen kann. Doch das Alter und die Veränderungen in der Welt zehren an seinen Nerven und letztlich vertraut er nicht einmal mehr dem Können des Vertreters seines langjährigen, nun erkrankten Arztes und beauftragt eine "Kräuterfrau" die als Hexe bekannt ist, mit der Behandlung seiner Altersleiden.
Doch macht es ihn glücklich, als sein Sohn Woldemar noch zu seinen Lebzeiten eine betuchte Gräfin heiratet, und noch während das Brautpaar in Italien die Flitterwochen genießt, stirbt Dubslav von Stechlin und macht Platz im Schloss für das junge Paar.

Die wilhelminische Ära - das ist nicht nur der Glanz Berlins und Potsdams, der Aufschwung von Wissenschaft und Wirtschaft und das Säbelrasseln eines von Minderwertigkeitskomplexen geplagten Monarchen. Auch die enge Vorstellungswelt und Mentalität des kleinen Landadels gehört dazu und wird im Roman unübersehbar sichtbar.

Fontane hat diese Geschichte des Dubslav von Stechlin mit großem Einfühlungsvermögen,  ja Liebe erzählt. Mit der Darstellung der preußischen Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat Fontane nicht nur ein Meisterwerk der deutschen Sprache geschaffen, er hat damit auch deutsche Kulturgeschichte geschrieben.

Die nächste Veranstaltung findet am 19.Juli um 17.00 Uhr als "Sommerlesung des Calenberger Autorenkreises" im Garten der Familie Kühn, Linderte, Berggartenstr. 8 statt. Bei regnerischem Wetter wird die Veranstaltung ins historische Museum verlegt.

Text und Fotos: Wolfgang Nieschalk
















Die Vortragenden von links nach rechts: Jörg Hartung, Friedrich Pape, Inge Hübner, Uwe Märtens, Karla Kühn, Harald Malz, Usch Kühn

Lesung in der Lütt- Jever- Scheune am 27. Mai 2015

Der Calenberger Autorenkreis, diesmal vertreten durch Wolfgang Nieschalk aus Rössing/ Nordstemmen, referierte am 27. Mai in Ronnenberg in der Lütt- Jever- Scheune vor den Heimatfreunden Ronnenberg über den Vater der Feuerzangenbowle, Heinrich Spoerl, dessen anfänglicher Misserfolg am Anfang seiner Schriftstellerkarriere sich erst drehte, als die Verfilmung einiger seiner Romane, wie z.B der "Feuerzangenbowle", "der Gasmann" oder "wenn wir alle Engel wären" ihn zum Erfolg führte und Spoerl und seine Familie nach Jahren am Rande des Existenzminimums nun zum hart erarbeiteten Wohlstand verhalf.

Der Veranstaltungsraum war mit rund 30 Zuhörern gut besetzt und den Höhepunkt der Lesung bildeten 2 Beiträge, in denen Nieschalk das Publikum zum Mitlesen in seine Lesung einbezog, bei der eifrig geschworen wurde oder auch gestritten darüber, ob ein Dackel im Schlafzimmer eines jung verheirateten Ehepaares etwas zu suchen hat, wenn er lautstark ältere Rechte anmeldet oder eben draußen bleiben muss und - wenn er sich damit nicht zufrieden gibt -  notfalls auch in den Eisschrank gesperrt werden sollte...

Das Publikum reagierte mit viel Beifall und es wurde der Wunsch nach weiteren Lesungen von Vorstand und Mitgliedern geäußert.

 

Veranstaltungszentrum "Rodenberg Mitte" am 12. Mai 2015

Das Veranstaltungszentrum "Rodenberg Mitte" lud den Calenberger Autorenkreis am 12. Mai 2015 zu einer Lesung ein, in der die Calenberger Autoren vor interessiertem Publikum ihre eigenen, neuen  Werke vorstellten. Natürlich durfte die Gemütlichkeit bei der Veranstaltung nicht fehlen und die Weinprobe, die sowohl die Gäste und auch die Autoren gerne in Anspruch nahmen - und genossen - verhalf zu einer lockeren Stimmung bei Gedichten und Geschichten über Wein und Weib und - nein gesungen wurde nicht!

Am Samstag den 16. Mai lasen die Calenberger Autoren nochmals zwischen 15.00 und 17.30 in teilweise anderer Besetzung und mit anderen Texten im Veranstaltungszentrum Rodenberg Mitte. Natürlich ließ der örtliche Weinhändler es sich auch an jenem Tage nicht nehmen, mit seiner Weinprobe die Stimmung erneut anzuheizen und trotz der schon vorgerückten Stunde erklang aus dem Zuhörerraum der Ruf: "Weitermachen", als einer der Autoren seinen Vortrag verkürzen wollte. Es war eine gelungene Veranstaltung, deren Erfolg hoffen lässt, dass es nicht die Einzige dieser Art in Rodenberg bleiben wird.

Die Themen der Beiträge überdeckten ein weites literarisches Feld und das auch der Spaß bei einer "weinseligen Lesung" nicht zu kurz kommen darf, soll mit dem von Jörg Hartung vorgetragenen Gedicht dokumentiert werden:

Neuseeland Nonsens

(oder der glückliche Kiwi)

Ein Kiwi dicht am Straßenrand

Durchstöberte noch ganz entspannt

Das dunkle Laub und all den Tand,

Der heute liegt am Straßenrand.

Da er nichts ahnt von der Gefahr,

die droht vom Autoverkehr’ gar

und er auch nicht den Marder sah,

der drüben schlich verdächtig nah.

Der Kiwi kennt ja keine Furcht.

Sie lebten einst so ungestört

bis Mensch und Marder kamen,

der Eine fuhr sie übern Hauf,

der Andre fraß sie einfach auf.

Der Kiwi an dem Straßenrand

War immer noch total entspannt

Gemütlich nahm er auf den Wurm,

da schoss ein Auto um die Kurv’.

Der Marder sprang, das Auto kam,

der Kiwi zupft am Wurme zahm,

da haut das Rad den Marder um,

der Kiwi unbeschwert entkam.

Text und Fotos: Nieschalk







Vortragende: v.l. Wolfgang Nieschalk, Friedrich Pape, Karla Kühn, Ursula Kühn, Jörg Hartung und Uwe Märtens

Lesung am 29.04.2015, Alfeld

Als Vertreter des Calenberger Autorenkreises war Wolfgang Nieschalk am 29.April 2015 nun zum dritten Mal referierender Gast der Seniorenakademie Alfeld im Musikraum der Schulrat Habermalz Schule. Nieschalk schilderte mit Sachverstand den Bau einer hochseetüchtigen Segelyacht, die er selbst in rund 4500 Stunden komplett unter täglicher, telefonischer Seelsorge und Beratung durch den Konstrukteur einer namhaften Yachtwerft hergestellt hatte.

Doch der Schwerpunkt lag bei seinem Referat auf der Schilderung seiner Reisen mit dem Boot und er beschränkte sich dabei nicht nur auf Erlebnisse, die auf der Hochsee sattfanden, sondern ebenso auch auf den Flüssen und Kanälen Europas, die dem Skipper manchmal viel mehr Aufmerksamkeit abverlangen, als das Hochseesegeln mit seinen riesigen, aber dünn befahrenen Wasserflächen.

Nieschalk trug seine Beiträge überaus spannend vor, die auch von der permanenten Müdigkeit auf See, den Schönheiten, die Natur bieten kann, und den Gefahren, welche Binnengewässer bereithalten, handelte. Die Zuhörerinnen und Zuhörer dankten es ihm in der Pause und nach Schluss der Veranstaltung mit anhaltendem Applaus und vielen Einzelgesprächen über den Bau des Bootes und natürlich auch über Details während seiner langen Einhandtörns auf Ost- und Nordsee sowie im Mittelmeer und auf dem Atlantik.

Der Musikraum war mit gut 40 Zuhörern außergewöhnlich gut gefüllt. Volker Nemitz, der Vorsitzende der Seniorenakademie Alfeld, äußerte den Wunsch, auch künftig Vorträge des Calenberger Autorenkreises seinen Gäste anbieten zu können.


Text: Konrad Schmidt

Bild: Volker Nemitz

„Hier spricht der Dichter“, Kunstkreis Laatzen

Ausgerechnet  bei herrlichem und frühlingshaften Wetter am Sonntagnachmittag, 26.04.2015, hatte der Kunstkreis Laatzen zu einem Vortrag über einen zeitgenössischen Lyriker eingeladen. Aber nicht  über irgendeinen: Robert Gernhardt, den Meister des Komischen und „Genie der Leichtigkeit“. Und so kamen doch 25 Wissbegierige und Kulturhungrige in die hellen Räumlichkeiten des Kunstkreises und lauschten einem kurzweiligen Vortrag, der in zehn knappe Kapitel gegliedert und gespickt war mit Gedichten aus Gernhardts riesigem komischen Oeuvre. Vom kurzen Lebensabriss des 2006 Verstorbenen über „Spaß und Spiel“ bis zu Gedichten über „den kranken Robert“. Das Mitglied des Calenberger Autorenkreises Harald Malz hatte sichtlich Vergnügen an der Rezitation der Gernhardt’schen Verse und gab „den Pfiff und die sprachliche Treffsicherheit, die davon ausgehen, gekonnt an seine Zuhörer weiter.“ NDZ, 18.11.2014. Am Schluss seines Vortrags wurde Malz mit herzlichem Applaus belohn.

Die Vorsitzende des Kunstkreises Laatzen, Monika Gorbuschin, zählt zur Kunst eben nicht nur die bildende Kunst sondern auch die Literatur. So gibt es eine monatliche literarische Vortragsreihe.  Nach einem amüsanten Nachmittag verabschiedete sie den Vortragenden mit einer Flasche Rotwein und das aufmerksame Publikum mit Dank und guten Wünschen. 

Der Calenberger Autorenkreis macht Radio.
Jeden ersten Dienstag im Monat von 19.00 bis 20.00 Uhr! Hannover

 Bereits zum drittenmal in diesem Jahr versammelten sich vier Autoren aus dem Calenberger Autorenkreis im Aufnahmestudio des Senders Leinehertz 106.5. um ausgesuchte Werke aus ihren Federn oder Tastaturen interessierten Zuhörern mittels Lesungen an vielen Orten weit über den Großraum Hannover hinaus nahezubringen, sondern nun auch über den Rundfunk ein noch breiteres Publikum für sich zu gewinnen.
Umso größer war die Freude, als Ursula Kühn auf dem Weg ins Studio beinahe über ein auf dem Fußweg "ruhendes" Glücksschwein" fiel und dies spontan zum Talismann für diesen Tag erklärte.  Um dem Nachdruck zu verleihen, wagte sie den Ritt auf der ganz und gar nicht wilden Sau - aber das Schwein brachte uns wirklich Glück, denn die Aufnahme war schon nach gut einer Stunde beendet. Das war gut so, denn im Studio herrschten - nicht zuletzt durch die aufgeheizten Gemüter der Vortragenden - höchst tropische Temperaturen, die aber - der anspruchsvollen Aufgabe gerecht werdend - von den Autoren klaglos  ertragen wurden.
Die Moderation wurde durch Jörg Hartung aus Leveste/Gehrden in gewohnt professioneller Art und Weise geführt und er verwickelte Wolfgang Nieschalk aus Rössing, der den Anfang mit zwei "Geschichten aus der Landwirtschaft" machte, in ein Einführungsgespräch, welches den Übergang zum eigentlichen Vortrag fließend machte. Der erste Beitrag behandelte in launischer Weise die Eigenheiten unserer Kühe, ohne die die heutige Lebensmittelindustrie und die Produzenten von Schuhen wirkliche Probleme bekämen. Auch das Problem der Menschen in früheren Jahrhunderten mit dem "wichtigsten Gemüse der Welt", der Kartoffel, wurde im zweiten Beitrag von Wolfgang Nieschalk kurz, satirisch aber trotzdem mit der nötigen Sachlichkeit behandelt.
Ursula Kühn aus Weetzen / Ronnenberg war bereits zum zweiten Male im Studio und damit ein "alter Studiohase." Sie begann diesmal mit einem Gedicht und  danach mit einer längeren Abhandlung über Adam und Eva, in der ihm Eva über verschiedene Stufen - für Adam völlig unverständlich - erklären und vorführen musste, wer der eigentliche und wirkliche Herr im Haus ist. Eine Geschichte, die in ihrer detaillierten Beschreibung die Wirklichkeit im Leben zwischen Frau und Mann eindrucksvoll wiederspiegelte.
Wilhelm Stenzel, der Senior und Mitbegründer des nunmehr zwanzig Jahre bestehenden Calenberger Autorenkreises und obendrein der unangefochtene Lyriker in der Autorengruppe, trug aus einem seiner zahlreich erschienen Bücher eine von ihm verfasste Lyrik vor, die zum Feinsten gehört, die das Segment "Lyrik" aufweisen kann. "Dies vorzutragen, war sogar einfacher, als ich gedacht hatte. Das würde ich jederzeit wieder machen",  fasste er abschließend zusammen,
Den Schluss machte Uwe Märtens. Er, der Initiator und Organisator der Rundfunksendungen, an denen die Calenberger Autoren beteiligt sind, trug eine Geschichte vor, in der er das Konsumdenken und den Konsumrausch der Gesellschaft ins Visier stellte und zum Nachdenken über die in jedem Schaufenster lauernde Verführung der Anbieter anregte.   
Es war ein Aufnahmetag, bei dem nicht nur die vom Himmel strahlende Sonne die gute Laune beflügelte. Auch die Aufnahme war selbst für manchen altgedienten Calenberger Autor etwas "Prickelndes", war Neuland, das sich zu erforschen lohnte und beim Forschen auf diesem Neuland fanden die Calenberger Autoren sich unerwartet mühelos zurecht.

Die Sendung wird ausgestahlt am 5. Mai 2015 auf UKW "Leinehertz 106.5" oder ist im Internet über PC auf folgendem Link zu empfangen:

http://www.leinehertz.net/player2/

Auch unter myheimat zu sehen unter folgendem Link:

http://www.myheimat.de/nordstemmen/kultur/wolfgang-nieschalk-liest-mit-den-calenberger-autoren-im-rundfunk-d2683004.html

Text: Wolfgang Nieschalk

Fotos: Uwe Märtens und Wolfgang Nieschalk 

Lesung am 25.03.2015 bei den Gehrdener Landfrauen

Das Ehepaar Kühn aus Linderte stellte am 25. März 2015 um 19.30 bei den literarisch außerordentlich interessierten Landfrauen in Sorsum / Gehrden, Werke von Erich Kästner vor. Es war eine sehr erfolgreiche Lesung. Nicht nur die Zahl der Zuhörerinnen, die mit 25 Personen weit überdurchschnittlich hoch ausfiel, war beeindruckend, auch der Beifall wollte kein Ende nehmen. So belohnt, konnte das Ehepaar Karla und Joachim Kühn zu Recht auf eine rundum gelungene Lesung über Leben, Werke, Wirken und Schaffen des Erfolgsautors Erich Kästner zurückblicken.

Besonders die  Gedichte aus "der lyrischen Hausapotheke", aus dem Werk "Herz auf Taille" und eines Ausschnitts aus dem Buch “Fabian - die Geschichte eines Moralisten” begeisterten die Zuhörerinnen.

Die Begeisterung mit der das Ehepaar Kühn sich die Werke Erich Kästners erschlossen hatte, übertrug es verlustlos auf die Zuhörerinnen, die es ihnen, ich bemerkte es schon, durch begeisterten Applaus dankten. Und diese Begeisterung für den Autor und für die positiven Rückmeldungen aus dem Zuhörerbereich waren es, die es Karla und Joachim Kühn ermöglichten, ohne Pause und ohne in der Konzentration nachzulassen, den Vortrag bis zum Ende "unter Spannung" zu halten. Entsprechend positiv fielen die Schlußworte der Vorsitzenden der Gehrdener Landfrauen, Frau Otto aus.   

Fotos: Otto

Text: Wolfgang Nieschalk

Wer war Gottfried Benn? Linderte am 22. März 2015

Falls jemand diese Frage gestellt hat, wurde sie ihm am 22. März 2015 während eines Vortrags von Friedrich Pape im historischen Verein Linderte/Ronnenberg in allen Einzelheiten beantwortet. Zuerst war Benn - aus künstlerischer Sicht betrachtet - ein hochkarätiger Dichter, aber auch sein beruflicher Werdegang war nicht unbedeutend.  
Benn wurde 1951 mit dem Büchner Preis ausgezeichnet. 1953 wurde ihm das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen und 1975/2001 erhielt Benn ein  Ehrengrab der Stadt Berlin auf dem Waldfriedhof Dahlem, Hüttenweg 47. 1986 zierte sogar das Porträt Gottfried Benns eine 85 Pfennig Sondermarke der Bundespost.

Friedrich Pape verstand es, Benns Werke mit außerordentlichem Gespür und Gefühl für das, was der Dichter durch seine Werke ausdrücken wollte, dem Publikum nahezubringen. Ja, man hatte sogar das Gefühl, Pape wollte durch sein nicht nur engagiert, sondern über seine ihm eigene "Kunstform des Vortragens als solche" die Nichtlyriker unter den Zuhörern animieren, sich selbst in der Dichtkunst zu versuchen oder ein Gefühl für diese Art der Prosa zu entwickeln. Jedenfalls fanden die vorgetragenen Gedichtbeiträge, die "von locker bis tiefgründig" schon in der Vorbereitung des Vortrages von Pape geschickt ausgesucht waren, großen Beifall.
Doch auch der Mensch Gottfried Benn, den Pape als innerlich zerrissen bezeichnete, kam nicht zu kurz. Natürlich war auch Benns Verhältnis zu den Frauen Thema des Nachmittags und auch seine berufliche Karriere als Arzt sowohl im Zivilberuf und beim Militär wurde vom Referenten ausführlich und spannungsvoll vorgestellt.
Diese sehr erfolgreiche Lesung über Gottfried Benn fand ihre Entsprechung in anhaltendem Applaus für den Referenten.

Bevor einige der Gäste mit den Gastgebern bei Kaffee und Kuchen den Vortrag "nachklingen" ließen, stellte die neugewählte 1. Vorsitzende des historischen Vereins Linderte, Frau Birgit Hildebrand, den nächsten Vortrag des Calenberger Autorenkreises vor. Er findet am 31.05.2015 um 17.00 Uhr unter dem Stichwort "Der Stechlin"  im historischen Verein Linderte statt in dem Calenberger Autoren Dialoge aus dem gleichnamigen Roman von Theodor Fontane lesen werden.
Auch Herbert Voges fand lobende Worte für die vorangegangene Veranstaltung.


Text und Fotos: Wolfgang Nieschalk

19.03.2015
Lesung Petrusgemeinde Barsinghausen, "Geschichten, die das Leben schrieb"

Barsinghausen: Petrusgemeinde

Ein unterhaltsamer Abend wurde den fast 50 Zuhörer bei „Petrus Miteinander“ in der Petrusgemeinde geboten. Zu Gast war Wolfgang Nieschalk aus Nordstemmen, Mitglied im Calenberger Autorenkreis.

Schnell nahmen die Gäste an den liebevoll eingedeckte Tischen mit Kräckern und frisch zubereiteten Dips Platz. Wolfgang Nieschalk verstand es mit seinen eigenen humorvollen Werken „ Die das Leben schreibt“ die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen, unter anderem wie er seine Frau kennengelernt hat, der perfekte Mann und auch ein Werk von Heinrich Spoerl hatte er mit dabei.
Mit einer spannungsgeladenen Segelgeschichte fesselte Wolfgang Nieschalk in seinem letzten Beitrag die Anwesenden und wurde mit herzlichem Beifall bedacht. Mit einer Flasche Rotwein bedankten sich Hildegard und Alfred Schön ganz herzlich beim Autor.

Interessantes zu Wolfgang Nieschalk.

Informationen über den Calenberger Autorenkreis.

Und im Radio jeden ersten Dienstag im Monat von 19:00 - 20:00 Uhr
auf Radio Leineherz 106,5 MHz

Text: Hildegard Schön

Fotos: Schön


22.01.201 5

"Feuerzangenbowle." Nieschalk Lesung in der Deinser Bücherei

Die Gemeindebücherei Deinsen veranstaltete jetzt eine heitere Lesung mit dem aus der Leine Deister Zeitung bekannten Autor Wolfgang Nieschalk über den bekannten Schriftsteller Heinrich Spoerl.

Passend zum Thema seines berühmtesten Werkes wurde stilecht eine "Feuerzangenbowle" angesetzt und ausgeschenkt, was bei den zahlreichen Zuhörern sehr guten Anklang fand.
Das Team der Bücherei hatte auch für das leibliche Wohl gesorgt: Es wurde ein interessanter, gemütlicher Abend, der nach Meinung der Anwesenden unbedingt wiederholt werden sollte.









Text: Leine Deister Zeitung
Fotos. Mikolajewski

17.03.2015

Stadtbücherei Elze -  Referat über Leben und Werk von Volker von Törne

Am 17. März 2015 referierte Friedrich Pape vom Calenberger Autorenkreis Linderte über das Leben und die Werke des am 14. März 1934 in Quedlinburg geborenen und am 30. Dezember 1980 in Münster gestorbenen Schriftstellers Volkmar von Törne in Elze/Leine in der Stadtbücherei. Nach der Begrüßung durch Ulrike Corcilius von der Stadtbücherei Elze, erlebten die Gäste der Veranstaltung einen sehr engagiert vorgetragenen Vortrag durch Friedrich Pape, dem anzumerken war, wie gründlich er recherchiert hatte, um die relativ wenigen bekannten Werke und Lebensdetails des Dichters zu erschließen.

Törnes Werke fanden zu seiner Zeit im Ausland ebenso großen Anklang wie in Deutschland. Dennoch wurde der Dichter nach seinem frühen Tod weitgehend vergessen. Elze, durch seine Nähe zu Bad -Gandersheim und Seesen war ein guter Ort, um an Törne zu erinnern. Auch unter den Zuhörern befand der Bruder einer Frau - die im Vortrag namentlich erwähnt wurde - welche mit Törne das Gymnasium Bad - Gandersheim besucht hatte und die mit Törne befreundet war. Dieses Zusammentreffen des nicht ganz zufällig erschienenen Zuhörers und dem Törne mit so viel Energie zugewandten Referenten führte in der Pause und am Schluss zu lebhaften Diskussionen.
Törne fungierte ab 1963 als Geschäftsführer der "Aktion Sühnezeichen." Besonders interessant war ein durch Pape in Teilen vorgestelltes Interview, welches der Dozent und Kulturredakteur Josef- Hermann  Sauter mit Törne im März 1965 führte, das einen tiefen Einblick in Törnes Leben vermittelte. Eine von Sauters Fragen über die Einfachheit und Schlichtheit zu Törnes Werken, beantwortete Törne sinngemäß so: "Warum sollen die Einen zum Beispiel Rainer Maria Rilke oder Thomas Mann lesen können und andere Menschen nur Dreigroschenhefte? Das ist der wahre Grund, warum ich versuche, möglichst einfach und klar zu schreiben!"

Der sehr erfolgreiche Vortrag fand seinen Abschluss in einer anschließenden Diskussion zwischen Zuhörern und Referent. Frau Ulrike Corcilius, die die Bücherei geschmackvoll für diesen Abend mit Teelichtern dekoriert und damit eine besonders angenehme Atmosphäre erzeugt hatte, dankte Friedrich Pape mit einem Bildband über die Stadt Elze, was nochmals anhaltenden Applaus auslöste.


15. März 2015

Lesung über Stefan Zweig im Kunstkreis Laatzen am 15. März 2015, Referent Nieschalk

Bei einer sehr gut besuchten Lesung im Kunstkreis Laatzen gab Wolfgang Nieschalk vom Calenberger Autorenkreis zunächst einen Überblick über Werk und Leben des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig, der 1881 geboren wurde und sich 1942 im Exil in Brasilien das Leben nahm. 

    Bekannt wurde er vor allem durch die Sammlung: "Sternstunden der Menschheit" oder die "Schachnovelle." Anschließend las Nieschalk in ebenso einfühlsamer wie lebendiger Weise Auszüge aus der Novelle "Brennendes Geheimnis", in der Stefan Zweig einen zwölfjährigen Jungen die schmerzliche Erfahrung machen lässt, dass Erwachsene auch lügen (müssen) und Geheimnisse nicht nur Unverständnis und Wut, sondern letztlich sogar neues Vertrauen schaffen können. Die ebenso nachdenklichen wie begeisterten Zuhörer dankten ihm mit anhaltendem Applaus.
Monika Gorbuschin, Vorsitzende des Kunstkreises Laatzen, verabschiedete Nieschalk mit der obligatorischen Rotweinflasche.  

Text: Dietmar Weiß,

Fotos: Nieschalk / Gorbuschin.



15.02.2015 - Kunstkreis Laatzen, Fritz Pape und Dr. Weiß stellen eigene Werke vor

Es war eine gelungene Veranstaltung, die der Kunstkreis Laatzen in Zusammenarbeit mit dem Calenberger Autorenkreis am Sonntag, den 15.02.2015 einem interessierten Publikum zu bieten hatte. Dreißig Gäste spendeten den beiden Vortragenden, Friedrich Pape - dem Sprecher des Calenberger Autorenkreises aus Linderte - und Dr. Dietmar Weiß, Schriftführer des Kunstkreises Laatzen begeisterten Applaus, der sicher noch kräftiger ausgefallen wäre, wenn nicht die "Grippewelle" weitere Interessierte davon abgehalten hätte, diese rundum gelungene Veranstaltung zu besuchen.

"Die erste Halbzeit" bis zur Pause bestritt der Calenberger Autorenkreis mit sehr engagiert vorgetragenen skurrilen Geschichten aus Mund und Feder von Friedrich Pape unter anderem auch über die Wissenschaft der "Pseudologie", die viel Beifall fand.
Stellvertretend für seinen Anteil am Vortrag sei hier eine seiner Geschichten erwähnt, die den Unfall eines Geldtransport - LKW in Apulien betraf. Die viele Tonnen schwere Ladung Euromünzen verteilte sich über Straße und Straßengraben und bescherte allen Vorbeikommenden einen unerwarteten Geldsegen. Taschen, Tüten und sogar Straßenkehrmaschinen wurden eingesetzt, um die Geldschwemme in dunklen Kanälen verschwinden zu lassen. Doch Geld will ans Licht, will arbeiten und so geschah das, was nicht vorhersehbar war: Das völlig verarmte Apulien erlebte dank dieser Geldspritze einen nicht vorhersehbaren - einer Kettenreaktion gleichenden - zuerst einen wirtschaftlichen und daran anschließend, einen gigantischen touristischen Aufschwung. Ein wahrhaft segensreicher Unfall, der in seinen Auswirkungen dem eines staatlichem Konjunkturprogramm ähnelte - aber nur kaum messbare Kosten verursachte. Das Hartgeld blieb im Umlauf, nur der LKW musste abgeschrieben werden. Vielleicht sollte die Politik dieses Modell zur Ankurbelung der Wirtschaft ins Auge fassen - zum Wohle aller...sogar der LKW Hersteller.

"Über Nichts kann man nichts schreiben", lautet der Titel eines kleinen Büchleins. Aus ihm zitierte Dr. Dietmar Weiß, Autor des genannten Buches seine "prosaische Lyrik oder lyrische Prosa" - man kann sich aussuchen, was einem besser liegt - Skurriles, Heiteres und Satirisches aus seiner Feder. Sie war Thema der zweiten Hälfte der Veranstaltung. Wirklich wörtlich nahmen weder er noch die Zuhörer den Titel seines Buches, denn genau das Gegenteil bewies er in seinem Vortrag schmunzelnd und manchmal voller feiner Ironie - so wie es einem Satiriker entspricht - seinen Zuhörern. Sehr interessant war der gelungene Versuch, die vom Referenten selbst gemalten Bilder durch einen Beamer auf eine Leinwand zu projizieren - und durch eigene launische, satirische Texte zu erklären. Eine Idee, die durch ihren Erfolg überzeugte! Das auch der Tod beim Publikum zum Lachen reizte, spricht für die Qualität der vorgetragenen Lyrik:

Gedicht:

"Der Tod ist keineswegs umsonst, obzwar sehr oft vergeblich, der Tod hat heute seinen Preis, der ist nicht unerheblich.

Der Doktor muss den Tod erfassen, das tut er sich bezahlen lassen,

und erst der Preis für den Bestatter von Oma, Opa oder Vatter,

der treibt die Tränen in die Augen, tat der Verblich'ne auch nichts taugen."

Der herzliche Beifall der Gäste und die aufrichtigen Dankesworte von Frau Monika Gorbuschin, der Vorsitzenden des Kunstkreises Laatzen, waren – neben der obligatorischen Flasche Rotwein –verdienter Lohn für die beiden Poeten.

 


Kunstwerke von Dr. Weiß, die er dichterisch interpretiert hat:



Abschließend wies Monika Gorbuschin auf die nächste Veranstaltung hin, in dem Wolfgang Nieschalk vom Calenberger Autorenkreis über das "Brennende Geheimnis" von Stefan Zweig und dessen Lebensweg am 15.03.2015 um 16.30 Uhr referieren wird.

In der Pause wurde den Gästen ein Getränk angeboten und es wurde, wie immer, lebhaft diskutiert!


Fotos und Text: Wolfgang Nieschalk, Nordstemmen