Calenberger Autorenkreis

      

Berichte zu unseren vergangenen Lesungen in 2021
(die neuesten Berichte stehen zuerst)

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Über Vergängliches und Bleibendes

Schon im vergangenen Herbst wollten wir eigentlich in der Friedhofskapelle in Wennigsen eigene Texte und Gedichte lesen. Kurz vorher kam aber dann der Lockdown und unsere Lesung musste abgesagt werden. Dafür durften wir aber nun an diesem schönen Sommerabend des 24. Juni 2021 die Ersten sein, die dort eine Lesung anboten. Wir selbst waren ja so ausgehungert und sehnten uns nach dem monatelangen "Stillhalten" nach echten Menschen mit echten Ohren, die uns echt zuhören. Endlich war es soweit! Der Friedhof und seine schöne Kapelle hatten die "stille Zeit" vom Oktober bis jetzt zum Sommer gut überstanden, so wie es sich für solch einen Ort ja auch gehört. Schauen Sie doch einmal auf die Homepage des (https://www.friedhof-wennigsen.de/startseite.html). Sie finden dort sehr interessante Infor-mationen zu seiner Enststehung, aber auch zur Renovierng der Kapelle zu einem kulturellen Treffort. Die Kirchengemeinde hatte alles wunderbar organisiert und vorbereitet. Wir wurden von einer kleinen Gruppe von helfenden Frauen so herzlich begrüßt! Sie hatten Stühle aufgebaut, die Mikroanlage vorbereitet, einen Pianisten für die Zwischenmusiken verpflichtet, einen Getränkestand organisiert und Programme gedruckt. Und da das Wetter schön war, oder es zumindest nicht regnen sollte, (was es auch fast nicht tat...) hatte man das Publikum vor die Kapelle platziert. So lasen wir im Freien, dicht an den blumengeschmückten Gräbern "Über Vergangenheit, Hoffnung und Aufbruch".

Jörg Hartung begann mit einer Einführung und seinem Gedicht "Über Vergäng-lichkeit". Cornelia Poser nahm die Zuhörer mit auf eine höchst ungewöhnliche Zugreise. "Im Speisewagen" hieß ihre Kurzgeschichte. Renate Folkers berichtete von einem "Grenzgänger" und trug ihr Gedicht "Schmetterlingsreigen" vor. Nach der Pause begann Wilhelm Stenzel mit zwei Gedichten "Vorausgedacht" und "Im Nachhinein". Ebenso kam sein Prosatext "Neunzig" zu Gehör. Karla Kühn las "Eine ungewöhnliche Liebes-geschichte" und Friedrich Pape trug neben zwei anderen Gedichten "Dem Ende entgegen" und "Ins Ungewisse" vor. Jörg Hartung entließ die Zuhören nach so vielen eher dunklen Gedanken zum Abschluss mit einer sehr humorvollen Geschichte: "Was Gott mit Eva im Paradies besprach".

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"Am Ende sind alle ziemlich tot..."

Es war die erste Lesung des Calenberger Autoren-kreises nach der langen erzwungenen Pause. Der Kunstkreis Laatzen öffnete am 20. Juni 2021 endlich wieder seine Türen für Lesungen und die Zuhörer kamen. Der schöne Galerieraum in der Hildesheimer Straße war (nach den immer noch vorgeschriebenen Bedingungen) mit 25 Zuhörern vollständig ausgebucht. Man mekrte allen Besuchern an, wie sehr sie sich darauf gefreut hatten, endlich wieder live Literatur erleben zu dürfen!

Die Kunstkreisleiterin Frau Gorbuschin eröffnete gut gelaunt, erlaubte sogar das Abnehmen der Masken am Platz und bedankte sich bei allen, die gekommen waren. Dann übergab sie das Mikrofon an Jörg Hartung, der in seiner überzeugenden und lockeren Art über das Leben des großen Dichters William Shakespeare berichtete - und natürlich über seine Werke, in denen es von Mordtaten nur so wimmelt. Allein in acht seiner Dramen gibt es zweiundfünfzig Tote. Was für eine Mordsquote! Dabei schießt das Drama Titus Andronicus mit zwölf Toten den Vogel ab! Und trotz all der Morde lebt der große Autor weiter: Zwanzig Jahre für die Ewigkeit… so überschrieb Georg Hensel in seinem „Spielplan“ das Kapitel über William Shakespeare.

Der Referent in Laatzen führte uns in die Welt des William Shakespeare, der zwischen 1590 und 1610, in London seine 38 Dramen schuf und damit die theatralische Sicht auf den Menschen, auf die Welt, auf das Leben umgestürzt und für alle Zeiten neu geprägt hat. Wir hörten Gesichertes und Nichtgesichertes über das Leben des Dichters, über den hochbegabten Schüler aus Stratford-upon-Avon, der (so Alfred Kerr) den Lateinunterricht schwänzte, mit 18 Jahren heiratete, nie eine Universität besuchte und aufblühte, als er 1590 nach London übersiedelte und sich dort ein Leben als Schauspieler, Dichter und Theaterbesitzer aufbaute, indem er 1599 das berühmte runde „Globe Theatre“ bauen ließ.

Er hatte nicht nur künstlerische Begabungen, sondern war dazu auch noch ein sehr guter Geschäftsmann. 1611 zog er wieder in seine Heimat und starb dort 1616 mit nur 52 Jahren, man weiß nicht genau woran. Er schenkte der Nachwelt nicht nur seine Dramen, sondern auch 154 Sonette, von denen eines, nach Aussage von Jörg Hartung, wohl 300 x ins Deutsch übersetzt worden ist, viele Literaten haben sich daran versucht. Wir hörten kurze Ausschnitte aus den Dramen, hielten uns etwas länger bei Macbeth auf und genossen den Vortrag einiger Sonette, sowohl auf Englisch, wie auch auf Deutsch. Der Nachmittag war kurzweilig und sehr spannend und machte Lust darauf, das ein oder andere Werk des großen Meisters doch selbst einmal (wieder) zu lesen.


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