Calenberger Autorenkreis

      

Kurze und längere Berichte zu unseren Lesungen im Jahr 2016
(die neuesten Berichte stehen am Anfang)

 

Unsere letzte Lesung im Jahr 2016 fand am 4. Dezember 2016 um 16:30 im Kunstkreis Laatzen statt.

Wilhelm Müller, ein Schneiderssohn, der neben anderen Tätigkeiten Dichter und Lyriker war, der vielen Komponisten mit seinem Werk Inspiration zur Vertonung war, der dazu trotz glücklichen und unbeschwerten Ehe- und Familienlebens Melancholiker und Einzelgänger war und blieb, der ebenfalls in seinen Texten einfache Realität genialisch mit seelischer Tiefe vereinen konnte und von dem wir alle das Lied "Am Brunnen vor dem Tore..." im Ohr haben - über diesen Dichter sprach Friedrich Pape packend und einfühlsam. Zwei Lieder aus „der schönen Müllerin“ und ein Lied aus der „Winterreise“ (beide Zyklen wurden von Franz Schubert vertont) durfte das Publikum von einer CD genießen. Andere Gedichte sprach Fritz Pape eindrucksvoll selbst. Das Publikum lauschte seinem Vortrag mit großer Spannung.

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Am 27. November 2016 waren wir am Vormittag um 11 Uhr im Gasthaus "Zur Linde" in Ihme-Roloven eingeladen. Dort fand die aus dem Steinkrug-Hotel verlegte Matinee-Lesung statt.

Friedrich Pape stellte sechs Impressionen vor, die er seiner umfangreichen Sammlung an Erzählungen entnommen hatte. Alle rankten sich um die Gedanken und Erlebnisse eines Wanderers, denn Friedrich Pape wandert selbst jeden Morgen täglich ein paar Stunden durch den Deister und lässt sich dort von Stimmungen, Mitwanderern, Phantasien, realen Beobachtungen und vielleicht auch von Waldgeistern und -Elfen inspirieren. Die Zuhörer ließen sich gerne auf nachdenkliche, philosophische, aber auch etwas "schaurige" Texte des Autors ein, die Karla Kühn, Uwe Märtens und Cornelia Poser vortrugen. Friedrich Pape selbst trug am Schluss seine Erzählung "Endura" vor und rundete damit das Leseerlebnis.
Der großzügige Rahmen im Gasthaus "Zur Linde"  bot danach Gelegenheit zu ausgieben Gesprächen und einem reichhaltigen Mittagessen, dass fast alle der anwesenden Zuhörer genossen.

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Am 20. November 2016 waren wir wieder zu Gast im Historischen Museum  Linderte.

Dort führte Wolfgang Nieschalk die Zuhörer in das Leben und Werk von Guy de Maupassant ein. Er gab vor allem Einblicke in einige erotisch gefärbte Novellen des Autors - las "Der Kuss", "Das Fettklößchen", sowie "Ratschläge einer Großmutter" - in denen es um den, aus männliche Sicht geschriebenen, weiblichen Blick auf die Liebe geht. Den Abschluss bildeten einige Auszüge aus "Der Horla". Das Publikum amüsierte sich gut und applaudierte am Schluss sehr herzlich.           

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Am 24. Oktober 2016 hielt Karla Kühn als Gast des Literaturkreises der Margarethen-Gemeinde in Gehrden vor einer interessierten Zuhörerschaft noch einmal ihren Vortrag über die Lyrikerin Mascha Kaléko.

Wir freuen uns, dass wir auch im kommenden Jahr mit weiteren literarischen Vorträgen dort wieder zu Gast sein werden.


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Am 12. Oktober 2016 referierte Wolfgang Nieschalk in der Schulrat-Habermalz-Schule in Alfeld über ein uns alle bewegendes Thema:

"Die digitale Diktatur"

In den Romanen von Jules Verne existierte das Fernsehen schon, da war im realen Leben noch nicht einmal das Radio erfunden. Ein halbes Jahrhundert, bevor die Brüder Wright zum ersten Male flogen, schwirrten bei Verne schon Hubschrauber durch die Luft. Fast alle technischen Wunderdinge unserer Zeit hat Jules Verne dank seiner Visionen vorausgeahnt und beschrieben. Unterseeboote und Flugzeuge, Leuchtstofflampen und Rollgehsteige, Klimaanlagen und Wolkenkratzer gehörten genauso dazu, wie ferngelenkte Geschosse und Panzer. Doch dass die wahre Entwicklung unserer Welt noch viel rasanter voranschreiten würde, wie von ihm geahnt, konnte selbst er nicht vorhersehen. Schon heute, nur gut 100 Jahre nach seiner Zeit, sind viele seiner Visionen von der Wirklichkeit weit überholt worden. 
Die Vergangenheit lehrt uns, dass sich alles viel schneller entwickelt, als man erwartet. Er selbst würde sich bei einem Blick in unsere heutige Welt verwundert die Augen reiben und sich fragen, warum er sich so massiv irren konnte. Doch dann würde ihm sein eigener Ausspruch einfallen, den er einmal gegenüber einem Journalisten geprägt hatte: 
"Was der Mensch sich im Geiste vorstellen kann, das wird ein anderer auch verwirklichen".

Damit lag er erschreckenderweise richtig. Unbehagen macht sich bei uns breit angesichts der rasanten technischen Entwicklung. Entmündigen wir uns durch die fortschreitende Digitalisierung selbst? Diese Frage beschäftigt viele Menschen, mit denen ich in der letzten Zeit sprach. Diese Menschen ängstigen sich und sie  fühlen sich wehrlos gegen das für sie Unbegreifbare, Unanfassbare, Wesenlose, was um sie herum geschieht. Dieses Unbegreifliche, Wesenlose stellte Wolfgang Nieschalk in seinem Vortrag in den Mittelpunkt und illustrierte an Beispielen, wie umfassend die Digitalisierung bereit von uns Besitz ergriffen hat, ohne dass wir uns dagegen wehren können, weil wir nicht wissen, wie. 
Digitale Diktatur ist nur ein Aspekt, digitale Demenz die Folge davon, wenn wir nicht gegensteuern. Aber wie? Den Stecker ziehen? 
Wolfgang Nieschalk schloss seinen Vortrag mit einem Zitat des großen deutschen Computerpionier Conrad Zuse: "Die Gefahr, dass der Computer so wird, wie der Mensch, ist nicht so groß, wie die Gefahr, dass der Mensch so wird, wie der Computer..."

Viel Applaus belohnte den Referenten und an die 50 minütige Veranstaltung schloss sich eine fast 90- minütige, äußerst  lebhaft geführte Diskussion an, an der sich die 25 Hörerinnen- und Hörer, fast vollständig beteiligten. Doch nicht genug damit. Auch am folgenden Tag wurde Nieschalk von einigen Teilnehmern angerufen, um andere, im Vortrag nicht erwähnte Aspekte zu erörtern. Ein Teilnehmer schickte dem Referenten sogar einen am folgenden Tag erschienen Zeitungsartikel, in dem geschildert wird, wie "Berlin" 5 Milliarden Euro für die digitale Offensive an Schulen investieren will...Hoffentlich nicht ein weiterer Schritt und Baustein hin zur digitalen Demenz...

Text: Nieschalk  http://www.nieschalk.info/ 

Die Teilnehmer der Lesung

Am 18. September 2016 gaben Mitglieder des Calenberger Autorenkreises im Historischen Museum Linderte eine Szenische Lesung über

Siegfried Lenz : "Zeit der Schuldlosen"

Auf eindrucksvolle Weise haben die Mitglieder des Calenberger Autorenkreises in einer szenischen Lesung dem am 7. Oktober 2014 gestorbenen großen deutschen Literaten Siegfried Lenz gedacht. Das ursprünglich von Lenz als Hörspiel geplante Werk "Zeit der Schuldlosen - Zeit der Schuldigen" fand seine Uraufführung 1961 im Schauspielhaus Hamburg unter der Regie von Gustav Gründgens. Siegfried Lenz bemerkte später zu dem Drama:   "Ich wollte heraus bekommen, inwieweit Schuldlosigkeit ein Glücksfall ist."

Der Dichter wird mit vielen bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet. Den begehrten Büchner Preis erhielt er aber nie, dafür jedoch den Thomas Mann Preis und durch ihn sieht er sich auf dem Gipfel seines Schaffens. Es war für die Mitglieder des Calenberger Autorenkreises ein besonderer Glücksfall, dass Friedrich Pape die Idee hatte, gerade dieses Drama auszuwählen und Prof. Jörg Hartung sich freundlicherweise bereit erklärte, dies zu bearbeiten. Er übernahm dann auch die Regie. Überrascht wurden die Zuhörer nicht nur von der Klarheit und Eingängigkeit der Texte und des Handlungsablaufes, die diese szenische Lesung auszeichnete, sondern ebenso und in besonderem Maße von den schauspielerischen Fähigkeiten, die die Calenberger Autorinnen und Autoren bei sich selbst, jeder für sich und auf andere eindrucksvolle Weise, abriefen.

Nachdem Birgit Hildebrand vom Historischen Museum Linderte die Veranstaltung eröffnet hatte, stellte Friedrich Pape in einem kurzen Vortrag das Leben und Werk von Friedrich Lenz vor. Danach übernahm Jörg Hartung die Regie, erklärte den Handlungsablauf und führte routiniert und engagiert durch die Lesung, wobei er selbst auch zu einem zu Unrecht Inhaftierten wurde und andererseits die jeweilige Szene philosophisch mit dem nötigen Abstand betrachtete.



Die Handlung ist einfach skizziert, weil sie auf einfache aber dramatische Weise ganz allgemein unsere gravierenden menschlichen Schwächen aufdeckt. Schwächen, die vielleicht nur vordergründig solche sind. Im evolutionären Überlebenskampf nehmen sie eine andere Wichtigkeit ein und verkehren sich ins Gegenteil. Insofern spiegelt die Hnadlung den menschen so wieder, wie er reagiert, wenn in Ausnahmesituationen menschliche Egoismen den dünnen Mantel unserer Zivilisation herunterreißen. Barbarei und Brutaliät sind dann das Mittel vieler, sich innerhalb kurzer Zeit einen persönlichen Vorteil zu Lasten eines anderen zu sichern.

Auf einen Gouverneur wird ein Attentat verübt. Dabei wird nicht er, sondern seine Leibwächter erschossen. Der Attentäter wird festgenommen, die Hintermänner bleiben aber im Dunkeln. Daraufhin lässt der Gouverneur ein paar vollkommen unschuldige Bürger aller Stände auf der Straße, am Arbeitsplatz oder auf der Heimfahrt verhaften. Sie werden zusammen mit dem Attentäter in eine Zelle gesperrt. Ihre "Aufgabe" ist es, den Attentäter dazu zu bewegen, die Hintermänner zu verraten. Dieser verweigert dies und wird in der Nacht ermordet. Wer dies getan hat, weiß man nicht. Jedenfalls haben alle Inhaftierten aus reinem  Egoismus mehr erreicht, als der Gouverneur gefordert hatte. Ihr Lohn ist ihre Freilassung.

An die Lesung schloss sich eine lebhafte Diskussion zum Thema an.

Ein kurzer Blick in einen Teil des Zuhörerraumes


Text: Wolfgang Nieschalk

Jörg Hartung moderiert auch die der Lesung nachfolgende Diskussion, in der auch juristische Erwägungen diskutiert wurden.


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Karla Kühn eröffnete am 4. September 2016 im Kunstkreis Laatzen das zweite Literaturhalbjahr der Calenberger Autoren mit einer Lesung über Leben und Werk von Mascha Kaléko

Nachdem Monika Gorbuschin, die Vorsitzende des Kunstkreises Laatzen die Veranstaltung eröffnet hatte, über nahmen karla und Joachim Kühn das Rednerpult. Die lyrischen Texte von Mascha Kaleko, die schon im Mai an anderer Stelle mit viel Gefühl für Harmonie und Zusammengehörigkeit ausgewählt und vorgetragen wurden, fanden ihren Höhepunkt mit dem Lied "Auf der Laierkastenmelodie" und zum Schluss mit dem  "Lied der Nacht." 

Erfuhr die Zuhörerschaft durch den Vortrag insgesamt schon starke, bewegende Momente, wurde mit den genannten Liedern noch ein zusätzlicher Akzent gesetzt, der zwangsläufig für viel sehr viel Beifall sorgte. Alles andere wäre der Sache auch nicht gerecht geworden.

Wie schon zuvor, war auch hier Ehemann Joachim mit wesentlichen Anteilen an dem Vortrag von Karla Kühn beteiligt und das nicht nur wegen seiner technischen Unterstützung. Er selbst ist in einigen Passagen auch stimmlich an dem Referat beteiligt. Und so gesehen, wurden Karla und Joachim Kühn auch von der Hörerschaft ganz natürlich als "Doppelpack" betrachtet  und im Vortrag erlebt. Einige Hinweise zu Mascha Kaleko dürfen nicht fehlen und so nutze ich die Gelegenheit, die Künstlerin in wenigen Worten vorzustellen um so die Neugier auf mehr von Mascha Kaleko zu wecken. Mascha Kaléko wurde am 7. Juni 1907 als nichteheliches Kind in Chrzanow in Polen geboren. Sie hatte jüdisch-russische und jüdisch österreichichische Wurzeln. 1914 übersiedelte die Mutter mit Mascha und ihrer Tochter Lea nach Deutschland. In Frankfurt am Main besuchte sie die Volksschule, später dann zog die Familie nach Marburg und noch später nach Berlin. In Berlin studierte Mascha Kaleko später. 1925 begann sie eine Bürolehre. Weiterhin belegte sie Abendkurse in Philosophie und Psychologie. Am 31. Juli 1928 heiratete sie einen Hebräischlehrer mit Namen Kaleko.Nachdem sie Ende der 20 er Jahre mit anderen Künstlern zusammen gekommen war, unter anderem mit Ringelnatz und Laske-Schüler, erschienen 1929 ihre ersten Gedichte.

Monika Gorbuschin bedankte sich zum Schluss bei den beiden Referenten und bei den Zuhörern für ihr zahlreiches Erscheinen. Auch muss das Interesse der Zuhörer an der Künstlerin und an dem Calenberger Autorenkreis erwähnt werden, das nach der Veranstaltung durch viele Fragen offenbar wurde. 

 

Text: Wolfgang Nieschalk / Fotos: Kühn/Poser/Gorbuschin

Die Sommerlesung des Calenberger Autorenkreises fand am 17. Juli 2016  bei herrlichem Wetter im Garten der Familie Kühn in Linderte statt.

Die Mitglieder des Calenberger Autorenkreises. Von links nach rechts: Wolfgang Nieschalk aus Nordstemmen, Ursula Kühn aus Weetzen, Karla Kühn als Gastgeberin aus Linderte , Uwe Märtens aus Rodenberg, Cornelia Poser aus Hannover, Friedrich Pape aus Linderte, Wilhelm Stenzel aus Barsinghausen, Uwe Köster aus Laatzen, Jörg Hartung aus Leveste.

Die Referentinnen Cornelia Poser, Karla Kühn und Ursula Kühn.

Dank eines kleinen, eindringlichen Ge- dichtes stand die diesjährige Sommer-lesung des Calenberger Autorenkreises zwar nicht unter einem guten Stern - denn in der vorhergehenden Nacht schüttete es aus allen zur Verfügung stehenden Wolken - aber sie stand im im strahlenden Licht unserer Sonne, die weder zu kühl noch zu heiß die Gäste und Akteure der Garten-lesung mit ihrem Licht überflutete. Ideales Wetter also für eine Lesung. Sie machte die gemüter heiter, die Gesichter der Zuhörer strahlten Zufriedenheit aus und hatten auch allen Grund dazu...

Uwe Märtens als Moderator und Referent

... fand doch die Lesung unter dem Motto "Sonne, Sommer, Lockerheit" statt und die drei referierenden Autorinnen Karla Kühn, Usch Kühn - Namensgleichheit nur zufällig - und Cornelia Poser hatten sich mit ihren Beiträgen im großen Ganzen darauf eingestellt. Damit soll nicht gesagt werden, den Beiträgen hätte es an "Tiefe" gefehlt. Ganz im Gegenteil. "Tiefe" kann auch mit heiteren Vorträgen vermittelt werden und die Autorinnen und der einzige männliche Sprecher, Uwe Märtens - der gleichzeitig die Moderation machte - passten ihre Beiträge dem vorgegebenen Motto auf mustergültige Weise an. Janina Klenke aus Pattensen, Gewinnerin des Literaturpreises des Kunstkreises Laatzen, überraschte mit einem fast philosophischen Beitrag.

Usch Kühn hatte mit ihrem Beitrag maßgeblichen Anteil am Gelingen der Lesung, da sie mit geschlif- fenen Versen verstand, die Sonne hinter den dichten Wolken hervor zu locken.

Fast 50 Zuhörerinnen und Zuhörer ließen die Lesung zu einem großen Erfolg werden. Auch das anschließende Beisammensein, zu dem die Gäste bei Kaffee, Kuchen und Würstchen eingeladen wurden, verschaffte Raum, die Beiträge noch einmal zu diskutieren und den Vortragenden Anerkennung auszusprechen. Ganz besonders galt unser Dank auch dem Gastgeber-Ehepaar Karla und Joachim Kühn. Aber auch die anderen Helfer, die für Kaffee und Kuchen gesorgt hatten, oder Tische, Stühle und Bänke transportiert hatten, sollen hier nicht unerwähnt bleiben. Ohne sie wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich. Auch das Ehepaar Hildebrand vom Museum in Linderte muss hervorgehoben werden, denn sie hatten für uns - falls es geregnet hätte, wie es eigentlich zu erwarten gewesen wäre - das Museum reserviert. Es kam anders und viel besser und so wird dieser Tag noch lange in den Köpfen der Zuhörer nachklingen.


Karla Kühn, die Gastgeberin


Gastrednerin Janina Klenke aus Pattensen


Birgit Hildebrand vom historischen Verein Linderte begrüßte die Zuhörer auch hier im Garten.



Und nun Usch Kühns Anruf an die Sonne:


Ich hab der Sonne, die wir lieben,

noch schnell ein Telegramm geschrieben

und machte ihr die Lage klar:


Erscheine – stop - mach dich nicht rar,

du Strahlende, wir brauchen dich,

stop -  lass uns heute nicht im Stich

und fröstelnd auf dem Rasen stehen,

erhör der   Calenberger Flehen

Nur wenn du da bist,

wird  i m  G a r t e n

von Kühns die Sommerlesung starten!“

Kurz darauf bekam ich nacheinander zwei Telegramme:

Verzeihung Usch, bin nicht gut drauf -

s t o p - tauche deshalb heut nicht auf,

wünsch aus der Ferne allein ein

feucht-fröhliches Beisammensein

s t o p - machte mich schon mit Verlaub

vor Tagen eilig aus dem Staub

und gebe zu, ich bin ein Flop -

gelobe, mich zu bessern - s t o p -

Und dies:

P.S.: Ich sehe da ein Wolkenloch -

vielleicht erscheine ich ja doch!

In dieser Umgebung muss eine Lesung Erfolg haben...

                                                        Texte und Fotos Wolfgang Nieschalk ausgenommen der Text von Ursula Kühn.                                        

Am 15. Juni 2016 stellte Jörg Hartung in der Trinitatis-Gemeinde Hemmingen in einem eindrücklichen Vortrag den Dichter Hugo von Hofmannsthal vor.

In der Biografie von Hofmannsthal, die Jörg Hartung in freier Rede vortrug, streute er kurze Gedichte ein.

Jörg Hartung verstand es, durch äußerste Lebhaftigkeit und Eindringlichkeit die Zuhörerinnen derart zu fesseln, als er die Monologe des Todes, des Jünglings, der Freundin und der Mutter vortrug, dass - wäre eine Stecknadel zu Boden gefallen, dies zu hören gewesen wäre. Hoffmannsthal war, als er dies schrieb gerade einmal 17 Jahre jung! Und der Referent verstand es, sich so intensiv in den Autor hineinzuversetzen und damit die Zuhörer mit dem schwierige  Text zu fesseln und zum Nachdenken zu bringen.

Jörg Hartung bei seinem Vortrag

Die aufmersame Zuhörerschaft lauscht dem Referenten

Der Beitrag wurde zu Recht mit sehr viel Beifall belohnt und wir Calenberger Autoren hoffen, dass dieses ungewöhnliche Referat in Zukunft noch an vielen anderen Leseorten zu hören sein wird.

Text und Fotos: Wolfgang Nieschalk

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Uwe Märtens moderierte den Nachmittag

Am 9. Juni 2016 lasen wir im Eilenriede-Stift Hannover eigene Texte.

Wieder einmal waren die Calenberger Autoren zu Gast im Eilenriede-Stift Hannover. Der große Veranstaltungssaal war uns Autoren nun schon bekannt und wir waren dem Publikum bekannt. So war die Lesung recht gut besucht.

Wolfgang Nieschalk begann mit zwei Erzählungen, welche die Rettung zweier Schiffbrüchiger vor der Küste Rügens und das Abwettern eines schweren Gewitters auf See bei Dänemark zum Inhalt hatten.

Friedrich Pape schilderte die Zweifel und die seelischen Belastungen, die ein Richter verspürt, bevor er ein  Urteil zu fällen hat.

Herr Weiner freute sich, dass wir wieder vor Ort waren.

Karla Kühn schilderte das Schicksal einer Artistin, die in einem Wander-zirkus durch einen winzigen Fehlgriff ums Leben kam und Jörg Hartung schließlich schilderte in seiner humorvollen Art eine Reise nach Kuba als offizieller Teilnehmer eines Kongresses, die ihn beinahe durch Mißverständnisse und Desinteresse der Behörden statt zum Kongresszentrum ins Gefängnis gebracht hätte.

Herr Werner, der im Eilenriedestift die Kultur organisiert, begrüßte die Autoren und das Publikum und sprach ein paar Worte zum Programm. Uwe Märtens moderierte den Nachmittag in bewährter humoristischer Art.

Es war eine vielseitige Lesung, die die Zuhörer zu lang anhaltendem Beifall animierte. Für 2017 sind ier weitere Lesungen im Eilenriede-Stift fest einge-plant.


Die Autoren


Friedrich Pape


Wolfgang Nieschalk

Karla Kühn


Jörg Hartung


Text: Wolfgang Nieschalk  /  Fotos: Herr Weiner, Eilenriedestift

Am 8. Juni 2016 stellte Friedrich Pape im Rahmen der Senioren-Akademie Alfeld, in der Schulrat-Habermalz-Schule, Leben und Werk der Schriftstellers Hermann Hesse vor.

Auf Einladung der Seniorenakademie Alfeld referierte Friedrich Pape aus Linderte in der Habermalzschule Alfeld über Hermann Hesse.

Nachdem der Vorsitzende der Seniorenakademie Alfeld, Volker Nemitz, den Calenberger Autorenkreis und Herrn Pape dem Publikum vorgestellt hatte, zog der Referent alle Register seines Könnens und löste Erstaunen bei den Zuhörern aus, indem er den lyrischen Teil seines Vortrages zum größten Teil auswendig vortrug! Eine Leistung, der sich allgemeine Ver- und Bewunderung seitens des Publikums und des Veranstal- ters anschlossen.  Zum Abschluß der 75 minütigen Veranstal- tung überreichte Volker Nemitz Fritz Pape einen Bildband, der dem Referenten bisher unbekannt war und der ihm vielleicht zusätzliche, neue Erkenntnisse über Hermann Hesse liefern wird. Noch einige kurze Sätze zu Hesse selbst:

Friedrich Pape

Mit 125 Millionen verkauften Büchern ist Hermann Hesse der meistgelesene deutschsprachige Autor des 20. Jahrhunderts. Auch heute noch werden monatlich weltweit 30.000 Hesse-Bände verkauft. Sein Werk wurde in mehr als sechzig Sprachen übersetzt. Er hinterließ eine Reihe bedeutender Romane und Novellen und 1.100 Gedichte. 1946 bekam Hesse den Literatur-Nobelpreis. Der 1877 in Calw geborene Dichter starb 1962 hochverehrt in Montagnola.

Anhaltender Beifall belohnte Papes Ausführungen und so vereinbarte Wolfgang Nieschalk vom Calenberger Autorenkreis gleich zwei neue Vortragstermine mit dem Koordinator der Seniorenakademie Alfeld, Dr. Ludger Ferrari und dem Vorsitzenden Volker Nemitz.

Text und Fotos: Wolfgang Nieschalk   http://www.nieschalk.info/

Am 29. Mai 2016 stellte Karla Kühn zusammen mit ihrem Mann Joachim Kühn im Museum in Linderte das Leben und Werk der Dichterin Mascha Kaléko vor.

Karla und Joachim Kühn

Birgit Hildebrand, die Vorsitzende des historischen Vereins Linderte eröffnete gut gelaunt die sehr gut besuchte Lesung. Zu diesem  Zeitpunkt konnte sie noch nicht wissen, was sie erwartete. Doch schon kurz nach Beginn der Lesung, die mit dem  Lied "Sei still" eindrucksvoll begann, wurde deutlich, dass diese Veranstaltung etwas Anderes, etwas Besonderes werden würde.

Birgit Hildebrand

Die lyrischen Texte wurden mit viel Gefühl für Harmonie und Zusammengehörigkeit ausgewählt und auch das Lied "Auf der Laierkastenmelodie" und zum Schluss "Das Lied der Nacht" beindruckten die Zuhörer stark und der Beifall war entsprechend - wollte gar kein Ende nehmen! Karla und Joachim Kühn konnten mit dieser Vorstellung hoch zufrieden sein, genauso, wie es auch die angereisten Zuhörerinnen- und Zuhörer waren. Mascha Kaléko wurde am 7. Juni 1907 als nichteheliches Kind in Chrzanow in Polen geboren. Sie hatte jüdisch-russische und jüdisch österreichichische Wurzeln.

1914 übersiedelte die Mutter mit Mascha und ihrer Tochter Lea nach Deutschland. In Frankfurt am Main besuchte sie die Volksschule, später dann zog die Familie nach Marburg und noch später nach Berlin. In Berlin studierte Mascha Kaleko später. 1925 begann sie eine Bürolehre. Weiterhin belegte sie Abendkurse in Philosophie und Psychologie. Am 31. Juli 1928 heiratete sie einen Hebräischlehrer mit Namen Kaleko. Nachdem sie Ende der 20 er Jahre mit anderen Künstlern zusammen gekommen war, unter anderem mit Ringelnatz und Laske-Schüler, erschienen 1929 ihre ersten Gedichte. Im Dezember 1936 wurde Sohn Envar geboren.

Die Ehe wurde am 22. Januar 1938 geschieden, doch nur sechs Tage später heiratete sie zum zweiten Male. Ihren Künstlernamen Kaleko behielt sie bei.

1938 emigrierte die Familie in die USA und erheilt später die amerikanische Staatsbürgerschaft. Später wanderte sie nach Jerusalem aus.  Am 21. Januar 1975 starb Mascha Kaleko in Zürich. Zurück blieben eine Vielzahl hervorragender lyrischer und prosaischer Werke, die auch heute noch einen großen Interessentenkreis heben.

Text und Fotos: Wolfgang Nieschalk  http://www.nieschalk.info/

Die Kapelle Harkenbleck

Am 22. Mai 2016 referierte Wolfgang Nieschalk in der Kapelle Herkenbleck über Hermann Löns



Welch ein schöner Leseort !!!

(Informationen zur Kapelle am Ende des Berichtes)


Herr Wolf Hatje, Vorsitzender des Fördervereins

Auf Einladung der Fördervereins Kapelle Harkenbleck durch den Vorsitzenden Herrn Hatja, stellte Wolfgang Nieschalk das Leben und einige Werke von Hermann Löns vor, die bei den Zuhörerinnen und Zuhörern große Resonanz fanden. Friedrich Pape unterstützte Nieschalk mit einigen Passagen und Gedichten.

Die historische Kapelle war wie geschaffen dafür, diesen großen Dichter, der 1916 als Freiwilliger im ersten Weltkrieg auf den Schlachtfeldern  Frankreichs starb, nochmals in seinen Natur- und Jagdschilderungen lebendig werden zu lassen.

Der Referent wurde durch langanhaltenden Applaus belohnt. Nach der Veranstaltung im Sonnenschein vor der Kapelle hatten die Gäste bei einem Glas Wein ausreichend Gelegenheit, über den Beitrag, über Löns zu diskutieren und auch Fragen an den Referenten zu richten. Eine außerordentliche und angenehme Veranstaltung fand seo einen stimmungsvollen Abschluss. Einzelheiten über Löns können interessierte Leser bei den zuvor bveröffentlichten Löns Vorträgen finden, da sich die Vorträge nur geringfügig unter- scheiden und es nur eine Wiederholung sein würde. Wichtiger erscheint mir deshalb, den Förderverein und die historische Kapelle Harkenbleck e.V zu beschreiben und deren Funktionsträger vorzu- stellen.


Aufmerksame Zuhörer in geschmückter Kapelle


Wolfgang Nieschalk liest Lönserzählungen


Eingang zur Kapelle


Informationen zum Förderverein Kapelle Harkenbleck e.V.

Der Förderverein Kapelle Harkenbleck e.V. konstituierte sich am 10. März 1983 und erwarb im gleichen Jahr das Eigentum an dieser im Jahre 1412 errichteten "Wehrkirche". Der Förderverein ist selbständig und unabhängig, eine konfessionell und parteiisch ungebundene Gemeinschaft, deren Mitglieder sich teils der Denkmalpflege verpflichtet, teils der Kirche verbunden fühlen. Die gesamte Vereinsarbeit ist ehrenamtlich ohne Zahlung von Lohn, Aufwandsentschädigung und Sitzungsgeldern. Zweck des Vereins ist nach § 2 der Satzung die Erhaltung der Kapelle und eine ihrem Charakter entsprechende Nutzung. Seit 1984 finden wieder fest terminierte Gottesdienste beider christlicher Konfessionen statt, an jedem 2. und 4. Sonntag im Monat evangelische Gottesdienste, an jedem 3. Donnerstag im Monat eine katholische Abendmesse. Ebenso werden Kindergottesdienste, Festgottesdienste an Feiertagen, ökumenische Gottesdienste und kirchliche Feiern wie Taufen, Trauungen und Ehejubiläen abgehalten. Für den Ort Harkenbleck, politisch seit der Gebietsreform im Jahre 1974 zur Stadt Hemmingen gehörend, sind die Evangelische Kirchengemeinde St. Vitus in Wilkenburg und die Katholische Kirchen-gemeinde St. Augustinus in Hannover zuständig. 81 Trauungen, 191 Taufen und viele Ehejubiläen seit 1984 sind ein Zeichen für die Beliebtheit der Kapelle.

Hier noch einige interessante Daten aus der Geschichte dieser historischen Kapelle auf einen Blick, die Nieschalk durch eigene Fotos ergänzt hat.

1412

als Wehrkirche erbaut, im Rahmen eines Patronats im Besitz der Familie v.Reden bis 1983. Unter der Kapelle befindet sich eine Gruft mit ca. 10 Särgen  - letzte Beisetzung um 1895

1687

Stiftung des Barockaltars, nach Ansicht von Kunsthistorikern aber älter. Das Alter der Kanzel unbekannt

1751

Jahreszahl des Taufsteins, früher als Hausmühle, sog. "Kleikotze", genutzt

1837

Guss der Glocke mit Jahreszahl und Inschrift "Harkenbleck"

1884

Errichtung des Eingangs zur Gruft, bis dahin Zugang zur Gruft aus der Kapelle

1886

Baujahr der Turmuhr mit 3 Schlagwerken der Fa. Weule., Bockenem

1983

Gründung des Förderverein Kapelle Harkenbleck mit 8 Mitgliedern. Den Kaufpreis für die Kapelle in Höhe von 30.000 DM zahlte die Stadt Hemmingen. Der Förderverein wurde Eigentümer

1985

Glasbild über dem Altar, Werk und Spende eines Harkenblecker Bürgers.

1996

Taufschale aus Bronzeguss, Werk und Spende eines Harkenblecker Künstlers

2007/08

Umgestaltung des Eingangsbereichs; es wird ein barrierefreier, behindertengerechter Aufgang zur Kapelle geschaffen

2012

Sanierung der Kirchenmauer; Pflanzung einer neuen Linde

20.06.2012 

600-Jahrfeier Kapelle Harkenbleck

Juli 2013

Decke, Wände und Fenster der Kapelle werden gestrichen

Seit 1983 finden zwei feste Veranstaltungen jährlich statt, die der Förderverein organisiert. Zum einen feiert das Dorf im Sommer den Kapellentag, ein harmonisches Dorffest auf Schiefers Hof gegenüber der Kapelle. In der Adventszeit wird von über 30 mitwirkenden Kindern das traditionelle Harkenblecker Krippenspiel in der Scheune auf Schiefers Hof an 3 Abenden in der Woche vor dem 2. Advent aufgeführt.

Durch den Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer werden diese Veranstaltungen erst möglich. Die erzielten Erlöse gehen als Spenden an den Förderverein und dienen dem Erhalt der Kapelle. Beide Veranstaltungen ziehen auch Gäste aus der weiteren Umgebung an. Der aktuelle Vorstand, der in der Mitgliederversammlung am 20. Februar 2015 neu gewählt wurde, setzt sich aus folgenden Personen zusammen: Wolf Hatje (1. Vers.), Brigitte Windisch (Schatzm.), Ingeborg Hatje (Schriftf.), Rita Schultheiß (Stellvertr.), Peter Gottlieb (Stellvertr.)



Fotos: Wolfgang Nieschalk / Text: Wolfgang Wildbach und Webseite des Fördervereins historische Kapelle Harkenbleck / für mehr Infos hier der entsprechende Link:  http://www.altanet.de/vereine/kapelle-harkenbleck.html

Am 18. Mai 2016 stellte Wolfgang Nieschalk im Eilenriede-Stift Hannover Hermann Löns vor.

Nachdem Herr Weiner vom Eilenriedestaift Hannover die Vortragenden mit dem Publikum bekannt gemacht hatte, stellte Wolfgang Nieschalk eine Verbindung zwischen Goethe und Löns her:

Wolfgang Nieschalk

 "Die Natur ist unendlich reich und bildet den großen Künstler", schrieb schon Johann Wolfgang von Goethe, und so gesehen, wurde Goethes Erkenntnis - Jahrzehnte später - in der Person von Hermann Löns lebendige Wirklichkeit.

Vielleicht hat der nur wenige hundert Meter vom Eilenriedestift Hannover entfernt liegende Hermann Löns Park die Veranstaltungsleitung des Eilenriedestiftes in der Bevenser Straße animiert, den Bewohnern und Gästen einen Vortrag über Hermann Löns anzubieten.

Jedenfalls war diese Entscheidung goldrichtig, denn die zahlreichen Gäste aus der Umgebung und aus den Reihen der Stiftbewohner selbst, zeigten an, wie stark und ungebrochen lebhaft das Interesse für den fälschlicherweise als Heidedichter bezeichneten und bekannten Hermann Löns immer noch ist. Über hundert Jahre nach seinem Tod auf den Schlachtfeldern Frankreichs haben sich seine Romane, Jagdgeschichten und seine ins philosophische gehenden Naturbetrachtungen und Erfahrungen in der Natur bis heute behaupten können. Ja, es ist sogar ein Trend in unserer immer technologiebestimmteren Welt festzustellen, dass die Werke von Hermann Löns als natürlicher Ausgleich zum Stress des heutigen Menschen in Gesellschaft und Berufsleben, wieder an Bedeutung gewinnen. Seine Werke verdienen es und sie sind in der Lage, gerade dem heutigen Menschendie Natur näher zu bringen. Doch es wäre irreführend, Löns - wie es so oft geschieht -  als Heidedichter einseitig zu charakterisieren. Besonders seine frühen Werke, seine Werke aus seiner Jugend- und Studentenzeit beweisen das Gegenteil. Wer hätte sich Löns jemals als Segler vorgestellt? Wohl kaum jemand und doch genau davon, vom Segeln, handelt sein erstes bekannt gewordenes Gedicht. Oder Gedicht "Absturz", das die Tragödie einer Bergsteigerseilschaft beschreibt, bei der ein Einzelner den Tod der ganzen Gruppe durch Egoismaus und menschliches Versagen verschuldete.  An seinen Gedichten, und später an seinen Kurzgeschichte und noch später, als er die Kurzprosa aufgab und sich ganz dem Roman widmete, kann man die Entwicklung der Person Löns verfolgen und sich ein ungefähres Bild von diesem nicht ganz einfachen Menschen, Naturschützer, Jäger und großem Schriftsteller machen. Wolfgang Nieschalk als Verantwortlicher für den Inhalt des Vortrages und Cornelia Poser - beide Mitglieder des Calenberger Autorenkreises - verstanden es mit Ihrem Vortrag, das Interesse an Löns nicht nur wach zu halten und zu intensivieren, sondern regten die Zuhörerinnen und Zuhörer darüber hinaus noch an, die Veranstaltung  durch eine lebhaften Diskussionen abzuschließen.  Eine Lesung, die allen Beteiligten ganz neue Erkenntnisse über den großen Dichter Hermann Löns vermittelt hat, dessen lyrisches Talent in folgendem, kurzen, aber deswegen nicht weniger aussagefähigem Gedicht sichtbar werden:

Cornelia Poser unterstützte Wolfgang Nieschalk und las 3 Gedichte von Hermann Löns



Lass Deine Augen offen sein,

geschlossen Deinen Mund.

Und wandle still, so werden Dir,

geheime Dinge kund.

Fotos: Herr Weiner vom Eilenriedestift Hannover  /  Text: Wolfgang Wildbach

Am 20. April 2016 las Wolfgang Nieschalk beim Heimatbund Ronnenberg seine "Reisesplitter - mit dem Boot von Rügen ins Mittelmeer"

Foto: Wolfgang Nieschalk

Bericht von D.G.Kühne: Der Redner und Autor Wolfgang Nieschalk, http://www.nieschalk.info/ vom Calenberger Autorenkreis, hielt im Rahmen unserer Mittwochsveran-staltungen einen Vortrag von Reisen auf seinem selbstgebauten Segelboot.

Nieschalk selbst nennt dies „Reisesplitter - auf dem Boot von Rügen ins Mittelmeer.“ Seine packende Erzählweise lässt seine Zuhörer glauben, sie hätten selbst daran teilgenommen. Der Vortragende berichtet nicht nur über schöne, sonnige Tage auf dem Wasser, sondern erzählt auch Geschichten von dramatischen Stunden – so die nächtliche Rettung von Schiffbrüchigen in der Nähe von Rügen. Seine Schilderungen von unberechenbaren Stürmen auf dem Mittelmeer, wenn der ›Mistral‹ dem Schiff und seiner Besatzung das Äußerste abverlangt, durften hier nicht fehlen. Wer ein Schiff selbst entwirft und baut, so wie der Autor es getan hat, wird eine lebenslange Verbundenheit zu seinem Boot aufbauen, zumal die Strapazen und Erlebnisse auf See einen Menschen zeitlebens prägen können. Dieses Gefühl von Wind, Wasser und der Weite der Meere vermittelte der Vortragende seinen Zuhören hervorragend.

Am Ende bedankte sich der kleine Zuhörerkreis für diese spannenden Seefahrtgeschichten mit kräftigem Applaus. Es wäre zu wünschen, wenn solche, von unserem Veranstaltungsteam mit viel Umsicht ausgesuchten, interessanten Vorträge, von mehr Mitgliedern wahrgenommen würden.

Foto: Kühne


Foto: Wolfgang Nieschalk


Text und Foto: Gerrit-Detlev Kühne vom Heimatbund Ronnenberg

Am 17. April 2016 las Wolfgang Nieschalk im Kunstkreis Laatzen / Rethen wieder aus dem Leben von Hermann Löns.

Monika Gorbuschin

"Die Natur ist unendlich reich und bildet den großen Künstler", schrieb schon Johann Wolfgang von Goethe, und so gesehen, wurde Goethes Erkenntnis - Jahrzehnte später - in der Person von Hermann Löns lebendige Wirklichkeit.

Nachdem Monika Gorbuschin, die Vorsitzende des Kunstkreises Laatzen die Veranstaltung eröffnet hatte, ergriff Wolfgang Nieschalk - http://www.nieschalk.info/ - vom Calenberger Autorenkreis das Wort und mit lebhaft vorgetragenen Texten verstand es, einiges aus dem Leben von Löns und einige seiner Erzählungen den zahlreichen Zuhörern im Kunstkreis Laatzen lebendig und plastisch darzustellen.

Ein Ausschnitt aus dem Zuhörerraum

Löns war ein Künstler, der oft landläufig als "Heidedichter" bezeichnet wird. Doch beim Studium seiner Werke kommt man zu ganz anderen Erkenntnissen. Vor allem war er ein genauer Beob- achter seiner Umwelt und seines Lebensraumes und er verstand es meisterhaft, auch ganz andere, ganz unerwartete Lebensbereiche sowohl lyrisch als auch in Form der Prosa wiederzu-geben. Ein wunderbares Gedicht vom Segeln war sein erstes überhaupt bekannt gewordenes Gedicht und ich kann mir denken, dass sich kaum jemand Hermann Löns als Segler vorstellt. Diese Vorstellung widerlegt der Vortrag und so ist der Vortrag in seiner Gesamtheit gespickt mit  Spannung und Überraschungen und er offenbart einen Künstler, den viele aus diesen im Vortrag vorgestellten Blickwinkeln nicht erwartet haben.

Über "die Calenberger" - nicht aber die Calenberger Autoren! - zum Beispiel äußert Löns sich - auszugsweise - so:

Wolfgang Nieschalk referiert über Löns und es scheint so, dass er gerade eine der Anekdoten von Löns vorträgt. Jedenfalls lässt sein Lächeln darauf schließen.

................Auf diesem schweren, mit Kalk vermischten Lehmboden wird der Weizen mannshoch und die Rüben werden hier dicker als in anderen Gegenden. An den Land­straßen reifen pausbackige Äpfel und in den Grasgärten haben in guten Jahren die Zwetschengenbäume mehr Früchte als Blätter. Die Kornblume im Roggen hat ein tieferes Blau und der wilde Mohn ein brennenderes Rot als im Sandlande jenseits der Leine. Die Pferde sind höher und breiter und das Vieh schwerer. Schwer ist auch das Volk, das darauf wohnt, schwer im Körperbau, in Sprache und Art. Es kann ja auch nicht anders sein, auf Moor und Sand wächst anderes Kraut wie auf Lehm und Kalk und so muss auf dem schweren Boden des Calenbergschen auch der Mensch großspuriger sein in Gang und Rede, breiter im Gesicht und Wesen, schwerer in Knochenbau und Sinn werden und der alte, mehr scherzhaft als böse gemeinte Spruch:

„Je näger dem Deister, je göbber die Beister", ist nicht ohne Berechtigung. Denn der Calenberger ist wirklich grob, sacksiedegrob sogar, wenn es nötig ist und er hält mit seiner Grobheit nicht hinter dem Berge, tritt man ihn auf die Zehen. Andererseits versteht er städtisches Wesen besser als der Heidjer. Er kommt zu viel in die Stadt. Hat zu viel mit ihr und ihren Leuten zu tun, als dass er die kleinen Nachteile, die ihm die Nähe der Großstadt bringen, nicht über den großen Vorteilen, die diese Nachbarschaft ihm bietet, vergessen könnte. Sie nimmt ihm die Erzeugnisse seiner Äcker und Ställe ab und bietet ihm noch viele andere Gelegenheiten, den Ertrag seiner Grundstücke zu heben.  Der Calenberger hat schon große Umwälzungen durchgemacht. Das war damals, als der Rübenbau in das Land kam. Der brachte Geld, bares Geld in Menge, so viel, dass der Bauer erst gar nicht wusste, wo er damit bleiben sollte! Er wurde üppig in Speise, Trank und Kleidung, gewöhnte sich allerlei städtische Bedürfnisse an, und die Wirte hatten gute Tage.

Der Referent rechts mit Karla und Joachim Kühn beim "Fachsimpeln."


Hier ein Blick ins Publikum


Friedrich Pape vom Calenberger Autorenkreis trug auf Wunsch von Wolfgang Nieschalk zwei Gedichte von Löns vor.


Im Kunstkreis Laatzen wird nicht nur konzentriert zugehört, es darf auch gut getrunken werden. Dafür sorgt die Leiterin des Kunstkreises, Frau Monika Gorbuschin in bewährter Art und Weise und ihr Vorrat an edlen Tropfen scheint unerschöpflich zu sein.


Fotos und Bericht: Wolfgang Nieschalk

Am 30. März 2016 referierte Wolfgang Nieschalk im Landfrauenverein Gehrden im Dorfgemeinschaftshaus Sorsum wieder einmal über da Leben und Werk von Hermann Löns.


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Am 23. März 2016 berichtete Wolfgang Nieschalk in der Trinitatisgemeinde in Hemmingen über das Leben und Werk von Heinrich Spoerl, dem Vater der "Feuerzangbowle".

Als Dialogsprecherin stand ihm eine der Zuhörerinnen, Frau Margret Lechner zur Seite.


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Am 20. März 2016 referierte Friedrich Pape im Museum Linderte über das Leben und Werk von  Marie-Luise Kaschnitz. Mitglieder des Calenberger Autorenkreises stellten in szenischer Lesung die "Telefongespräche" der Autorin dar. Lesen Sie dazu auch den Bericht vom 28.2.2016 aus Laatzen.

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Am 28. Februar 2016 lasen die Calenberger Autoren im Kunstkreis Laatzen die "Telefongespräche" von Marie-Luise Kaschnitz.

Frau Gorbuschin vom Kunstkreis Laatzen

Die szenische Lesung des Calenberger Autorenkreises am 28. Februar 2016 fand ganz im Zeichen des Schweines statt.

Genauer gesagt, im Zeichen der Glücksschweine, die ringsum - ließ man der Fantasie etwas freien Lauf - auf die Veranstalter des Kunstkreises Laatzen und die Akteure des Calenberger Autorenkreises von den Wänden herunter in allen Farben lächelten, so, als wollten sie auf diese freundliche Art allen Beteiligten Glück wünschen. Es kam genauso, und anderes als Glück wurde bei derartig massiver Schweinerei auch nicht erwartet.

Das erste Glück des Nachmittags genoss die Siegerin des vom Kunstkreis Laatzen in diesem Jahr erneut vergebenen Jugendschreibwettbewerbs, die am  Sonntag ihre Urkunde und ein Geldpräsent aus den Händen von Monika Gorbuschin - der Vorsitzenden des Kunstkreises Laatzen - entgegennehmen konnte. Durch die Veranstaltung führte Uwe Märtens.

Nachdem diese Auszeichnung erfolgt war, führte Friedrich Pape vom Calenberger Autorenkreis die Zuhörerinnen- und Zuhörer in das Leben und die Werke der Schriftstellerin Marie Luise Kaschnitz ein.

Aus dem Buch "Telefongespräche" wurden von der Gastrednerin Martina Märtens, Karla und Ursula Kühn, Uwe Märtens und Wolfgang Nieschalk kurze, am Telefon geführte Telefongespräche mit viel schauspielerischem Einsatz, der Zuhörerschaft vermittelt, was viel Beifall auslöste.

Aus dem Buch "Telefongespräche" wurden von der Gastrednerin Martina Märtens, Karla und Ursula Kühn, Uwe Märtens und Wolfgang Nieschalk kurze, am Telefon geführte Telefongespräche mit viel schauspielerischem Einsatz, der Zuhörerschaft vermittelt, was viel Beifall auslöste. Nach der Pause lasen die meisten der schon genannten Calenberger Autoren aus dem Buch der Künstlerin "Orte" einzelne kurze Beiträge, die viel Beachtung bei den Gästen fanden. "Ich halte es für das reifste und schönste Buch dieser Frau. Es ist in seiner Weise vollkommen. Noch genauer und sparsamer ist zeitgenössische Prosa nicht denkbar", schrieb Horst Krüger für die Zeit. Und wir Calenberger Autoren geben ihm darin recht. Der Nachmittag endete mit lang anhaltendem Applaus und Monika Gorbuschin verteilte ihre ausgesprochen "süffigen Roten" bereitwillig an die durch ihr mit großes Engagement ausgetrockneten Calenberger Mitglieder.

Preisverleihung durch Frau Gorbuschin und Uwe Mäertens


"Neben dem Schwein" - Friedrich Pape stellt die Biographie von Marie Luise Kaschnitz vor


   

Fotos: Monika Gorbuschin / Text: Wolfgang Nieschalk

Am 14. Februar 2016 fand im Linderter Heimatmuseum die inzwischen schon traditionelle "Winterlesung" der Calenberger Autoren statt. Diesmal lasen ihre Texte: Wolfgang Nieschalk, Uwe Köster, Uwe Märtens und Karla Kühn

Birgit Hildebrand eröffnete die Veranstaltung und sprach die Schlussworte

Es war eine der bisher bestbesuchten Lesungen überhaupt, die das historische Museum Linderte erlebt hatte. Bis auf den letzten Sitzplatz war alles besetzt und zusammen füllten annähernd 60 Zuhörerinnen und Zuhörer die Heimatstube. Das war schon auf der Straße zu erwarten, als ich ankam, denn noch nie parkten die Fahrzeuge so dicht an dicht und wie aufgereiht bis fast an die Kreuzung nach Hiddesdorf. 

Birgit Hildebrand als Vorsitzende des historischen Vereins Linderte eröffnete die Veranstaltung und die Calenberger Autoren kamen angesichts der sichtbaren Erwartungshaltung sofort richtig in Schwung. Jörg Hartung als Moderator führte wie immer souverän durch die Veranstaltung und musste sich darüber hinaus auch noch selbst ansagen. Doch als Routinier schüttelte er dieses Manko ab, als wäre dies das Selbstverständlichste der Welt und entführte die Zuhörer zuerst in die Welt um Troja um danach amüsant geschildert, die höchst mangelhafte Orgasnisation  des aus den kommunistischen Fesseln entlassenen Cuba zu zu beschreiben, als er zu einem Kongress geladen war, den er beinahe verpasst hatte, weil die Bürokratie in ihrer Unlogik vor der Kongresshalle fast unübersehbare Schranken errichtet hatte.

Wolfgang Nieschalk berichtete über die digitale Diktatur, die uns noch schwer zu schaffen machen kann, wenn wir nicht jetzt energisch dagegen vorgehen, bevor uns die Entwicklungen endgültig überrollt haben.

Uwe Köster schilderte seine einige Beobachtungen aus seinem Leben, während Karla Kühn eine zu Herzen gehende Familientragödie vortrug. Uwe Märtens schließlich trug Zeit- und gesellschaftskritsches lyrisch vor, während Friedrich Pape wagte zum Schluss noch einen Schritt in die Antike, indem er das Leben eines Künstlers mit seinem bildhübschen Modell beschrieb.

Wie schon gesagt: Es war ein ausgesprochen informmativer und gleichzeitig unterhaltsamer Nachmittag, was sich im langan-haltenden Beifall der Zuhörerschaft niederschlug.

Jörg Hartung hatte freundlicherweise Tischprogramme entworfen, von denen Friedrich Pape ein Exemplar dem Fotografen präsentiert.


Usch Kühn, Karla Kühn und Frau Hildebrand



Fotos: Joachim Kühn  / Text: Wolfgang Nieschalk  http://www.nieschalk.info/


Am 3. Februar 2016 waren wir wieder zu Gast im Eilenriede-Stift. Friedrich Pape referierte am frühen Abend über Leben und Werk von Gottfired Benn

Herr Weiner

Es war ein äußerst interessiertes Publikum, dass Friedrich Pape bei seinem Vortrag   über Gottfried Benn im Seminarsaal des Eilenriedestiftes Hannover  begrüßen konnte. Freundlich und viel Interesse für die Calenberger Autoren erkennen lassend, wurde er von  dem Beauftragten für die kulturelle Entwicklung des Eilenridestiftes Hannover, Herrn Weiner eingeführt. Dann, von Papes Vortragskunst gefesselt, lauschten die Damen und Herren nicht nur des Stiftes, sondern auch der näheren Umgebung als Gäste sehr aufmerksam dem Vortrag und so blieb es nicht aus, dass einige der Zuhörerinnen- und Zuhörer anschließend sachverständig und ausdauernd mit dem Referenten diskutierten.

Alle ohne Ausnahme folgten aufmerksam den von Pape vorgetragenen lyrischen Texten und der Biographie des 1951 mit dem Büchner Preis ausgezeichneten Dichters.

So, wie zuvor schon bei anderen Veranstaltungen über Benn, verstand es Pape auch hier, den 1953 mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland geehrten Arzt und Dichter, mit außerordentlichem Gespür und Gefühl für das, was der Dichter durch seine Werke ausdrücken wollte, dem Publikum nahezubringen. Anhaltender Applaus und - wie schon gesagt - ausgiebige Diskussionen nach der Veranstaltung der rund 30 Zuhörer rundeten den Vortrag von Friedrich Pape wohltuend ab.

Friedrich Pape


Ein Ausschnitt aus dem sehr ansprechenden Seminarraum des Eilenriede-Stiftes


Text und Fotos: Wolfgang Nieschalk

Am 25. Januar 2016 stellte Friedrich Pape in der Margareten-Gemeinde in Gehrden den Lyriker Gottfired Benn vor

Wenn einer allein träumt, dann ist es nur ein Traum.

Wenn viele gemeinsam träumen, dann ist dies der Beginn einer neuen Wirklichkeit.                  (Helder Camera)  

Die diesjährige Vortragsreihe eröffnete Friedrich Pape mit einem Vortrag der Calenberger Autoren über den Lyriker, Essayist und Arzt Gottfried Benn.

Das oben aufgeführte Gedicht hätte das Motto der Lesung sein können, zu der die Leiterin des Arbeitskreises Kunst und Literatur der Margaretengemeinde Gehrden, Almut Stein, ins Evangelische Gemeindezentrum Gehrden eingeladen hatte.
Viele der Zuhörerinnen- und Hörer "träumten nämlich gemeinsam" und stellten sich vor ihrem inneren Auge die von Benn - der, wie oben erwähnt, in erster Linie Arzt war - die lyrisch  "verpackte" Operation eines Patienten durch ihn am offenen Bauchraum mit den zu seiner Zeit primitiven Werkzeugen vor.

Nach geglückter Operation verließ Friedrich Pape die Tiefe des menschlichen Körpers, in gewissem Sinne "dessen mechanische Biologie" um sich mit Benns Gedichten in die Tiefe des Menschlichen, des Denken- den und Empfindenden zu begeben - die noch tiefer und unergründlicher ist, als jeder menschliche Leib es sein kann. Gottfried Benn beherrschte alles, was lyrisch zu beschreiben war. Und Friedrich Pape die Kunst, dieses Lyrische in kurzweilger Weise den Gästen zu vermitteln. Denn viele der Gäste schauten erstaunt, als der Vortrag nach gut 60 Minuten sein Ende fand, weil die Zeit tatsächlich "für alle gemeinsam wie im Traume verflogen war."

Gegenseitige Sympathie ist ein wichtiger Baustein guter Zusammenarbeit. Friedrich Pape u. Almut Stein

Die gut 20 Zuhörerinnen und Zuhörer kamen schon deshalb voll auf ihre Kosten, weil  Friedrich Pape aus Linderte  alle Register seiner rhetorischen Möglichkeiten zog, um seinem Publikum Gottfried Benn näher zu bringen. Papes unauffällige, aber intensive Art des Näherbringens, des  Vertraut-machens - nicht nur Benn, sondern jedem der von ihm vorgestellten Literaten - ist eine seiner ganz großen Stärken. Der Zuhörer spürte die enorme Erfahrung des Referenten und dessen tiefes Wissen über die Literatur ganz allgemein.

So war es unausbleiblich, dass ihm bei diesem Vortrag alles gelang und lang anhaltender Beifall ihn für seinen engagierten Einsatz belohnte. Kein Wunder, dass von Frau Almut Stein und aus aus dem Zuhörerbereich der Wunsch "nach mehr"  geäußert wurde.

Die Calenberger Autoren werden sich diesem Wunsch nicht verschließen.

  

Text und Fotos: Wolfgang Nieschalk, Nordstemmen /  http://www.nieschalk.info/   

Am 20. Januar 2016 machte Wolfgang Nieschalk die Hörerschaft der Senioren-Akademie Alfeld in der Schulrat-Habermalz-Schule mit dem Leben und Werk von Hermann Löns bekannt

Die Senioren Akademie Alfeld bot mit ihrem zweiten Vortrag im Vortragsjahr 2016 den Besuchern wieder ein besonderes Highlight literarischer Vortragskunst.

Wolfgang Nieschalk referierte im gut besuchten Musikraum der Schulrat Habermalz Schule Alfeld über Leben und Werk des Dichters Hermann Löns. Wolfgang Nieschalk, der dem Calenberger Autorenkreis angehört und dem Alfelder Publikum nicht unbekannt ist, ließ anschaulich durch Fakten, Anekdoten, Gedichte und Prosa das Wirken des bekannten Dichters Hermann Löns lebendig werden. Der nicht immer gradlinige Lebenslauf des Heimatdichters wurde den Zuhörern ausdrucksvoll nahe gebracht und es ist deutlich geworden, dass das literarische Werk von Löns in seiner bildgewaltigen Sprache die Menschen heute noch begeistern kann.

Der Leiter der SeniorenAkademie Alfeld, Volker Nemitz, betonte in seiner Vortragsmoderation, dass es Wolfgang Nieschalk immer wieder gelingt, durch kompetente Textauswahl und vor allem durch seine unvergleichliche Kunst, Literatur vorzutragen, sein Publikum mitzureißen. Wolfgang Nieschalk wurde mit starkem Applaus belohnt und Volker Nemitz sprach ihm für die großartige Leistung seinen Dank aus.

Text: Volker Nemitz

Am 15. Januar 2016 eröffnete Wolfgang Nieschalk in der Stadtbücherei Elze das Vortragsjahr der Calenberger Autoren mit seinem Einblick in das Leben und Werk von Hermann Löns

Bericht aus der Leine-Deister-Zeitung vom 25.1.16 / von Ulrike Cordelius

Löns - Mehr als nur der "Heide - Dichter"  /  Vortrag von Wolfgang Nieschalk über Herrman Löns stößt in der Elzer Stadtbücherei auf reges Interesse. Leine Deister Zeitung vom 25.Januar 2016

Kurz vor Beginn des Vortrages von Wolfgang Nieschalk über Hermann Löns mussten noch etliche Stühle nachgestellt werden. Mit so einem Besucherandrang hatten die Organisatoren nicht gerechnet. Neben den Zuhörern aus dem Kreis des Stamm-publikums der regelmäßig stattfindenden Lesungen und Vorträge, die die Stadtbücherei Elze seit vier Jahren anbietet, hatten sich Neugierige aus Elze und anderen Orten eingefunden. Einige davon sind ausgemachte "Nieschalk Fans", die Anderen wollten mal schauen, was die Bücherei bietet und nicht zuletzt zeigte sich, dass der Name "Hermann Löns" immer noch zieht. Nieschalk gehört dem "Calenberger Autorenkreis" an und ist seit Jahren ein gern gesehener Gast in Elze. Mal liest er eigene Texte, mal referiert er über einen Dichter oder Schriftsteller, in dessen Schriften er sich eingearbeitet hat, denn die Calenberger Autoren haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Werke namhafter Autoren lebendig zu halten. Was Nieschalks Vorträge so lebendig macht, ist sein Humor, der auch in seinen Referaten durchblitzt. Sie sind nicht trocken wissenschaftlich sondern für den interessierten Laien ausgearbeitet und lassen immer einen großen Respekt für sein Objekt spüren. Anhand von biographischen Daten, kurzen Anekdoten und Werkbeispielen vermittelte Nieschalk einen Eindruck des Charakters und des literarischen Werkes von Hermann Löns (geboren 1866 in Westpreussen, gefallen 1914 in Frankreich). Dabei zeigte er auf, dass dieser nicht nur "Heidedichter" war, als der er vielen bekannt ist. Er hatte nie in der Lüneburger Heide gelebt, aber viel Freizeit dort verbracht. Obwohl er nur 48 Jahre alt wurde, ist sein Leben und Schaffen viel zu unruhig gewesen, um es in ein paar kurzen Sätzen zu umreißen. Nieschalk hat sich auf ein paar exemplarische Beispiele konzentriert und sich bewußt nicht zu ausführlich in dessen Biographie vertieft.Was man wissen sollte ist, ist, dass Löns sich schon als Kind "für alles, was da kreucht und fleucht" interessierte. Er wuchs in der wald- und seenreichen Landschaft Westpreußens  als ältestes von 14 Kindern auf.

Flora und Fauna - Sein Interesse für die Flora und Fauna ließ ihn nie mehr los. Durch einen Umzug seiner Familie kam er nach Münster, studierte verschiedene Fächer an verschiedenen Orten und schmiß nach eingen Jahren alle Universitätsstudien hin. Danach schlug er sich mit zunehmenden Erfolg als Mitarbeiter diverser Tageszeitungen durch, unter anderem bei der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung."  Er galt als schwieriger Charakter, zwar hochintelligent aber psychisch labil und alkoholabhängig. Als Frauenheld ruinierte er seine zwei Ehen und beruflich wie gesellschaftlich ging sein Leben auf- und ab. Aber wenn man von der schwierigen Person Löns absieht und sich seinen schriftstellerischen Arbeiten zuwendet, stößt man auf ein vielfältiges Werk, dass besonders durch die Lyrik seiner "Werdezeit" mit der Vorstellung von Löns aufräumt, die man gemeinhin pflegt. Nieschalk hatte den Schauspieler Volkmar Eckard aus Hildesheim mitgebracht, der ausdrucksstark das "Wetterleuchten" und "Segelfahrt" deklarierte. Nieschalk selbst stellte unter anderem das Gedicht "Vor dem Absturz" vor, das ihm als Sinnbild für Löns Individualismus erscheint. Die Erzählung, "der Mörder", einer drastischen Schilderung über einen Schadhirsch und dessen gräßlichen Tod, setzte er an das letzte Drittel seines Vortrags.

Kein zweiter Tod  - In einem ganz frühen Gedicht äußerte Hermann Löns die Befürchtung, dass seine Werke schnell in Vergessenheit geraten könnten. Doch den zweiten Tod, den des Vergessens, hat Löns nicht sterben müssen, zitierte Nieschalk Marcel Reich Ranicki. Noch nach über hundert Jahren ist er bekannt. Für die Besucher der Veranstaltung war es ein aufschlussreicher und anregender Abend. 

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