Calenberger Autorenkreis
 



Christa Eschmann      


Studium der Musik in Hannover und Bremen.
Konzerttätigkeit, Uraufführungen, spartenübergreifende Veranstaltungen. Dozentin für Querflöte an der Universität Hildesheim. 
Daneben literarische Arbeiten. Forschung über die Malerin Caroline Bardua (1781-1863). Intensive Beschäftigung mit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Veröffentlichungen von Erzählungen, Essays und einem Roman über die Schwestern Bardua. Szenische Biographie über die hannoversche Schriftstellerin Adelheid Reinbold (1800 - 1839), gefördert von der Stadt Hannover. 
2021 Veröffentlichung mehrerer Beiträge in "Multiversum", Wehrhahn-Verlag.
Letzte Veröffentlichung: 2026 Die Schwestern Bardua, Ein Roman über die Malerin und Goethefreundin Caroline Bardua und ihre Schwester Wilhelmine. Überarbeitete und ergänzte 2. Auflage, Link zum Morioverlag.

Die folgenden Texte sind im Zauberwald Hannover entstanden.



BAUMWAECHTER
B in fest verwurzelt aufgestellt
A ls stummer Wächter dieser Zauberwelt.
U nd starre mit meinem Auge nur scheinbar geradeaus.
M omentweise kann ich damit um Ecken sehen,
W er hier etwas klaut oder Böses sich traut
A hnt nicht meine Macht und wird beim Gehen
E rheblich stolpern, auch wenn er vor seine Füße schaut.
C hancenlos trifft ihn meines Blickes Pfeil,
H erzschmerz und Amnesie werden ihm zuteil.
T äppisch schreitet er voran.
E s lachen die Affen über seinen Wahn:
R est in peace - and in memoriam.


FEUERVOGEL
F euerflamme werde ich genannt,
E in Wesen bin ich aus den Tiefen der Erde.
U nd aus den Wolken stürzend, bin ich als Blitz bekannt,
E in Element bin ich für Stirb und Werde.
R asch lodert der Brand,
V agabundiert mit den Winden.
O hne meines feindlichen Bruders Hand
G elänge mir jedes Leben zu verschlingen.
E ine Hassliebe für alle Ewigkeit
L eben wir in Höhen und Tiefen zweigeteilt.


FLAMINGOBALLETT
F ast schweben sie über den Boden
L eichtfüßig und farbenzart.
A ls würde ihnen die Wahl zwischen Erde und Himmel geboten
M it der Begabung fürs Ausbalancieren gepaart.
I m Schreiten liegt ein verbindendes Wir,
N eigen die Köpfe im stummen Besinnen,
G enießen das Fließen von mir zu dir
O hne Ziel und möchten nur immer beginnen.
B estimmt ist ihrer Art eine sanfte Elegie,
A ls würde durch sie eine Utopie
L ichter in alle Herzen zünden und
L eise die Schönheit des Daseins verkünden
E iner Welt, die nicht weit von hier
T apfer treibt zwischen Großmut und Gier.
T räumend wollen wir uns miteinander verbinden.

ZAUBERKOENIG
Z auberkönig bin ich,
A lles ist mein Revier.
U nbefugtes Betreten verboten,
B leib du aber hier!
E ile doch nicht,
R echne mit Überraschungen.
K ess sind wir,
O rakel und voller Anspielungen.
E gal in welche Richtung,
N ur immer der Nase hinterdrein.
I ndem du flanierst
G ewinnt deine Seele neues Traum-Terrain.